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Vom 04. bis zum 08. Februar 2005 - 07/02/05

Medienkunst in seiner politischen "Bandbreite"

"Bandbreite – Medien zwischen Kunst und Politik" - Die von Festivalleiter Andreas Broeckmann und Rudolf Frieling herausgegebene Publikation hat den Verdienst, im Geschwindigkeits-Rausch des anhaltenden Vernetzungs-Hype historische Brücken zu schlagen zu vorhergegangenen Utopien. Nicht umsonst ist die Textsammlung also dem jüngst verstorbenen ehemaligen Transmediale-Chef Micky Kwella gewidmet, der immer stark am emanzipatorischen Potential neuer Werkzeuge für gesellschaftliche Belange und die Kunst bedacht war.

Insofern illustriert das Buch auch eine Besinnung auf einen politischeren Anspruch der Transmediale, um die streckenweise Euphorie mit einer Portion Realismus zu bremsen, die spätestens seit dem ersten grossen Platzen der New-Economy-Blase im Jahre 2000 Not tut.
So entstehen durch die historische Betrachtung einige Parellelen, die auch heute noch ihre Gültigkeit zu haben scheinen. Da wären zum einen die anhaltenden Spannungen zwischen den jeweiligen engagierten Bastlern der neuen Medien und dem Millieu der Bildenden Kunst. Eine Reihe von Beiträgen diskutiert am Beispiel der 70er Jahre, wie sich generell zwei Tendenzen herausbilden. Auf der einen Seite die Videobewegung, die sich politisch motiviert in Kollektiven organisiert und sich eine neue Öffentlichkeit erschliessen will – auf der anderen experimentelle Kunst, der es mehr auf formale Veränderungen ankommt. Diese Beobachtungen sind auch deshalb interessant, da beispielsweise bei der heutigen Netz-Kunst sich dieses Problem der Öffentlichkeit neu und anders stellt; die Öffentlichkeit ist sowohl zeitlich auch räumlich immer mehr zersplittert. Ebenfalls aus vergangenen Medienpraktiken jenseits von Bewertungskriterien von Galerien und Museen ist zu lernen, wie wichtig Medien-Archeologie und Archivierung sind, wenn der vergängliche Charakter der immer schneller aufeinander folgenden Formate jene Vergleiche unmöglicht macht.

Insofern ist das Buch vielleicht auch als eine Art Mahnwort zu verstehen für eine junge Szene, in der nicht mehr an Zugang zu den Werkzeugen und deren Beherrschung mangelt, sondern oftmals am historischen Bewusstsein, dass aus dagewesenen Utopien gelernt werden kann, um kommender Ernüchterung vorzubeugen.

Die Autoren: Simon Biggs, Andreas Brockmann, Robert Cahen, Dieter Daniels, Timothey Druckrey, Anne-Marie Duguet, Jeanne C. Finley, Rudolf Friedling, Jochen Gerz, Wulf Herzogenrath, Susanne Jaschko, Dietrich Leder, Henning Lohner, Eckart Lottmann, Geert Lovink, José-Carlos Mariategui, Michael Mazière, Heinz Nigg, Keiko Sei, Alba d'Urbano, Peter Weibel, Siegfried Zielinski. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2004.

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Bandbreite – Medien zwischen Kunst und Politik
160 Seiten, broschiert
ISBN 3-931659-65-8, EUR 19.90
kann über den Kulturverlag Kadmos Berlin bezogen werden
E-mail: vertrieb@kv-kadmos.com
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Kultur Digital
Festival
Jens Hauser
Transmediale.05
Februar 2005
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Erstellt: 07-02-05
Letzte Änderung: 07-02-05


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