Mit : Helge Schneider (Adolf Hitler), Ulrich Mühe (Prof. Grünbaum), Sylvester Groth (Joseph Goebbels), Stefan Kurt (Albert Speer)
ARTE-Koproduktion
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Darf man sich über Hitler lustig machen, oder gibt es auch für Satire und Komödie ethisch-moralische Grenzen ?
>> Ihre Meinung ist gefragt!
- Im Gespräch mit Regisseur Dani Levy und den Schauspielern
Dani Levy (Regie)

...über seine Motivation eine Komoedie zu schreiben 00:00:36, mp3 Real Media
...über seine Inspirationsquellen00:00:58, mp3 Real Media
...über Helge Schneider als Adolf Hitler00:00:27, mp3 Real Media
...über Ulrich Muehe als Adolf Gruenbaum00:00:56, mp3 Real Media
...über Sylvester Groth als Goebbels00:00:30, mp3 Real Media
...über die Macht der Komoedie00:01:01, mp3 Real Media
...über die Dreharbeiten 00:00:54, mp3 Real Media
...über seine Wünsche für den Film00:00:21, mp3 Real Media
Helge Schneider (Adolf Hitler)

...über die Anforderungen an die Rolle00:00:46, mp3 Real Media
...über seinen Vorbereitung auf die Rolle00:00:37, mp3 Real Media
...über die Maske 00:00:38, mp3 Real Media
...über die Dreharbeiten00:01:15, mp3 Real Media
...sein persönliches Fazit zu MEIN FUEHRER00:00:17, mp3 Real Media
Ulrich Mühe (Adolf Grünbaum)
...über den Reiz seiner Rolle00:01:00, mp3 Real Media
...über die Figur Adolf Gruenbaum00:00:40, mp3 Real Media
...über die Dreharbeiten 00:00:19, mp3 Real Media
...über seine Motivation, bei MEIN FUEHRER mitzumachen00:00:33, mp3 Real Media
...über die Zusammenarbeit mit Helge Schneider00:00:47, mp3 Real Media
Inhalt: Dezember 1944. Hitler soll noch einmal mit einer kämpferischen Rede die Massen begeistern. Aber der Führer ist depressiv, ein Jammerlappen voller Selbstmitleid, der die Öffentlichkeit meidet und in der Badewanne mit Kriegsschiffen spielt. Da holt Goebbels Hitlers ehemaligen Schauspiellehrer Grünbaum aus dem KZ, um den Führer für den großen Auftritt zu coachen...Kritik: Sofort und reflexartig wird auch bei diesem Film wieder die entscheidende Frage gestellt werden: Darf man das? Über Hitler spotten, grinsen, sogar lauthals lachen? Chaplin soll gesagt haben, wenn er schon alles gewusst hätte, als der „Der große Diktator“ gedreht wurde, hätte er den Film so nicht gemacht. Gut, dass er nicht alles wusste, denn – um die Frage gleich zu beantworten – man darf sich über Hitler lustig machen, und zwar nicht nur, wenn man, wie Regisseur Dani Levy selbst, einen jüdischen Familienhintergrund hat. Auch in der Hölle wurde gelacht und über die befreiende Wirkung des Witzes wissen wir ja seit Freud ganz gut Bescheid.
Man muss es eben nur richtig machen, denn die besagte Frage kann, soll und muss ja doch immer wieder gestellt werden. Es gibt da aus gutem Grund Grenzen, die nicht überschritten werden sollten, und genau auf diesen Grenzen balanciert „Mein Führer“ mit sicherem Gespür. Dass es gut geht, liegt an Helge Schneiders großartiger Darstellung, der Hitler als lächerlichen Psychokrüppel spielt, aber nicht verharmlost oder gar bemitleidenswert erscheinen lässt. Die psychoanalytische Karte (Levy bezieht sich auf Alice Millers „Am Anfang war Erziehung“) ist wegen der Entschuldungsgefahr zwar riskant, aber legitim, denn niemand kann bestreiten, dass auch Hitler eine Kindheit hatte. Und es liegt an der genialen Idee, dem „komischen“ Hitler eine durchgehend ernsthafte Figur gegenüber zu stellen: den von Ulrich Mühe ebenso wunderbar gespielten Juden Grünbaum, der in keiner Szene komisch ist.
Hannah Arendt hat den furchtbaren Schreibtischtäter Adolf Eichmann einen Hanswurst genannt, über den sie laut gelacht habe, und von eine ähnlichen Haltung ist dieser zugleich sehr komische und sehr ernste Film getragen. Er macht sich mit den Mitteln der psychologischen Komödie über Hitler lustig, jedoch nie über seine Taten oder seine Opfer. Trotzdem ist keineswegs jeder Witz nach allen Seiten abgesichert, Levy ist frei genug, nicht immer auf das Niveau zu achten (im Gegensatz zu Chaplin oder Lubitsch) und schreckt auch vor Kalauern nicht zurück. Wenn Grünbaum etwa den Raum betritt und auf Hitlers Aufforderung „Heilen Sie mich“ antwortet: „Jawohl, heilt Hitler!“, dann ist das nicht gerade neu, aber im Kontext des Films ziemlich witzig. Wer darüber gar nicht lachen kann, der wird sich in dem Film wahrscheinlich auch sonst nicht besonders wohl fühlen.
Führer-Impotenz und die homoerotischen Schwingungen zwischen Hitler und Speer sind außerdem der willkommene Stoff für viele schöne Szenen, aber auch hier hat der Film immer noch einen wohltuenden Subtext: er zeigt z. B. deutlich, dass Albert Speer im Grunde keinen Deut besser war als die anderen Verbrecher, vielleicht nur ein noch besserer Lügner. Dem Presseheft ist das immer wieder schöne Tucholsky-Wort vorangestellt „Küsst die Faschisten, wo immer ihr sie trefft!“, und in verschiedenen Interviews hat Dani Levy gesagt, dass er angesichts der korrekten, aber angestrengt-ernsthaften Eichinger-Produktion „Der Untergang“ den Wunsch verspürt hatte, darauf komisch zu reagieren. Das ist ihm rundum gelungen. Klassisch freudianisch und im besten Sinn historisch-dialektisch wird hier als Anti-These endlich die Farce nachgeliefert. Thomas Neuhauser






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Es funktioniert: Komisch, aber nie peinlich, grotesk und von erfreulicher Frechheit, aber nicht respektlos vor der Tragödie des 20. Jahrhunderts.
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