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Manifeste des Hasses

Filmemacher Antoine Vitkine zeichnet in historischen und aktuellen Dokumenten, sowie in Gesprächen mit Historikern und Zeitzeugen die Geschichte eines Buches (...)

Manifeste des Hasses

Dienstag, 6. Mai 2008 um 21.00 Uhr - Manifeste des Hasses - 01/09/08

Mein Kampf - Geschichte einer Hetzschrift

Eine Dokumentation von Antoine Vitkine


Der Nachdruck von Hitlers Werk "Mein Kampf" ist bis heute in Deutschland verboten. Das Buch, in dem Hitler seine Rassenideologie formulierte und auch seine militärischen Überfälle auf Frankreich und die Sowjetunion ankündigte, fasziniert durch den Nimbus des Verbotenen. Filmemacher Antoine Vitkine zeichnet in historischen und aktuellen Dokumenten, sowie in Gesprächen mit Historikern und Zeitzeugen die Geschichte eines Buches nach, das die Welt verändert hat. Seine Dokumentation ist die erste filmische Auseinandersetzung mit Hitlers "Mein Kampf" und spürt der Editionsgeschichte der Hetzschrift nach.

Werbung für Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf", die zwischen 1925 und 1945 allein in Deutschland über 12 Millionen Mal gedruckt wurde
© ARTE F
In den Jahren 1925 bis 1945 wurde Adolf Hitlers "Mein Kampf" allein in Deutschland über zwölf Millionen Mal gedruckt. Die internationalen Auflagen in 16 Sprachen gingen in die Hunderttausende. In vielen Ländern der Welt ist das Buch noch heute zu kaufen.

Der Nimbus des Verbotenen fasziniert, und viele Fragen zu "Mein Kampf" bleiben bis heute unbeantwortet: Unter welchen Umständen ist das Buch entstanden? Welche Rolle spielte es für die Machtergreifung Hitlers? Wie wurde es in Deutschland und wie zum Beispiel in Frankreich aufgenommen? Wie viele der Millionen Deutschen, die es besaßen, haben es tatsächlich gelesen? Offenbart es die Gefahren der Naziideologie? Gibt es eine Verbindung zwischen "Mein Kampf" und der Shoah? Die Tragweite dieser Fragen ergibt sich aus der Tatsache, dass Hitler die während seiner Festungshaft im bayerischen Landsberg niedergeschriebenen Gedanken fast eins zu eins umsetzte, darunter die Feldzüge gegen Frankreich und die Sowjetunion, den Anschluss Österreichs, die Verfolgung und Ausrottung der Juden, die Eugenik und die Rassenlehre.

In den 20er Jahren verbrachte Adolf Hitler nach dem Hitler-Ludendorff-Putsch Teile seiner Haft in Landsberg und schrieb dort auch "Mein Kampf".
© ARTE F
Während die Nationalsozialisten nach 1933 alles für eine weite Verbreitung von "Mein Kampf" taten, zensierte der inzwischen zum Reichskanzler ernannte Autor Adolf Hitler die Ausgabe für Frankreich, um seine wahren Absichten zu verschleiern.

Um die Frage zu klären, warum Hitlers "Mein Kampf" heute für die einen ein Tabu, für andere jedoch noch immer ein Faszinosum ist, befragte stellte Filmemacher Antoine Vitkine Zeitzeugen, Historiker und einen ehemaligen Neonazi. Außerdem stellte er Nachforschungen im bayerischen Finanzministerium an, dem derzeit die Urheberrechte gehören. Allerdings wird nach aktuellem Urheberrecht ein Text 70 Jahre nach dem Tod des Autors gemeinfrei. Das bayerische Nachdruckveto hält also nur noch bis zum Jahr 2015 - spätesten bis zu diesem Termin muss man eine politische Entscheidung getroffen haben, wie mit diesem Buch umzugehen ist.


Erstauflage von Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf", die heute in Deutschland nicht mehr neu gedruckt werden darf
© ARTE F
Antoine Vitkine, geboren 1977, Absolvent der Eliteschule Sciences Politiques, arbeitet als Journalist und Dokumentarfilmer. Er ist Autor eines Essays über Verschwörungstheorien ("Les nouveaux imposteurs" - "Die neuen Betrüger", La Martinière, 2005) und schreibt zurzeit an einem Buch über die Ideologie der Nationalsozialisten. Im Jahr 2005 drehte er im Auftrag des Institut National de l'Audiovisuel und der Fondation pour la Mémoire de la Shoah Interviews mit 40 Überlebenden aus Konzentrationslagern.
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Dokumentation, Frankreich 2008, 56 Min.
Synchronfassung, Erstausstrahlung

Erstellt: 30-04-08
Letzte Änderung: 01-09-08