![]() | ||
|
Hans Jürgen Wenzel aus Friedebach ist so jemand. Mit seiner Firma "Schindel-Wenzel" baut er Fachwerkhäuser, wobei ihm mittlerweile auch sein Sohn hilft. Der Name seiner Firma kommt von den hölzernen Dachschindeln, die der Urgroßvater im 19. Jahrhundert herstellte. Davon lässt der Urenkel jedoch die Finger. Die einheimischen Hölzer halten nach jahrzehntelanger Luftverschmutzung der Witterung nicht mehr lang genug stand.
Aber seine eigentliche Passion ist eine Kunst, die er nach sehr viel Übung vom Großvater übernommen hat: Wenzel ist in der Lage, aus langen Holzstämmen Wasserleitungen zu machen - so, wie es schon in Zeiten der römischen Viadukte üblich war. Wenzel ist einer der letzten noch aktiven Röhrmeister und Röhrenbohrer Europas.
![]() | ||
|
Das Material dazu wächst sozusagen vor Wenzels Haustüre: die Wälder des Erzgebirges geben schöne, gerade und gleichmäßig wachsende Fichten her. Dieses Holz ist weich und leicht zu bearbeiten.
Das Erzgebirge ist für sein Wasserreichtum bekannt. Holz und Wasser bestimmen das Leben im Erzgebirge und auch das Leben von Hans Jürgen Wenzel.
Sein Sohn Timo arbeitet ausschließlich als Fachwerkbauer. Die Häuser sind in ganz Deutschland gefragt. Mit der Passion seines Vaters kann der Sohn nicht viel anfangen, aber solange die Familie von dem Fachwerkgeschäft leben kann, wird sich Wenzel weiter als Röhrmeister betätigen. Und vielleicht interessiert sich ja eines Tages sein Enkel für das Handwerk. Wenzel selbst hat schließlich das Röhrenbohren auch nicht von seinem Vater, sondern von seinem Großvater gelernt.
Keine Wiederholungen






per E-Mail verschicken

Facebook
Twitter
RSS

