Ursache:Eine Meningitis kann durch verschiedene Krankheitserreger verursacht werden. Meist sind Bakterien oder Viren für eine Infektion verantwortlich. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion, z.B. beim Husten, Niesen oder Küssen. Die Erreger dringen über die Blutbahn in das Gehirn ein. Sie können sich aber auch von benachbarten Organen aus in das Gehirn ausbreiten. So kann unter Umständen eine Mittelohr- oder eine Nasennebenhöhlenentzündung der Ausgangspunkt für eine Meningitis sein. Je nach Erreger unterscheidet man bei der bakteriellen Form die Meningokokken-, die Pneumokokken- und die Haemophilus influenzae-Meningitis. Eine bakterielle Meningitis ist eher selten, dafür aber wesentlich gefährlicher. Sie kann sich weltweit epidemieartig ausbreiten. Hauptsächlich Kleinkinder und Jugendliche sind von ihr betroffen. Die bakterielle Infektion ist in Deutschland meldepflichtig, ebenso wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht. Eine durch Viren hervorgerufene Meningitis kommt zwar häufiger vor, ist aber meist weniger ernst. Bekannt ist vor allem die durch Zecken übertragene Form, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Dabei wird in der Regel auch das Gehirn von den Viren infiziert (Enzephalitis).
Symptome:
Eine Meningitis kann sich innerhalb von ein oder zwei Tagen, aber auch innerhalb weniger Stunden entwickeln. Sie verläuft mit unterschiedlichen, teils grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, hohes Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Daneben kann es zu Nackensteifheit, Schläfrigkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen, Krämpfen und Lähmungserscheinungen sowie zu Lichtempfindlichkeit, Hautausschlag mit rot-violetten Flecken oder Blutergüssen kommen. Bei Säuglingen und Babys sind die Symptome häufig unspezifisch: das Baby fühlt sich unwohl, schreit viel, es können Erbrechen und Fieber auftreten. Untrügliches Zeichen einer Gehirnhautentzündung: die Hervorwölbung der Fontanelle.
Diagnose: Der Verdacht einer Infektion ergibt sich aus der gründlichen Untersuchung durch den Arzt. Um die Diagnose zu sichern und den Erreger zu ermitteln, wird dem Patienten mittels Punktion Gehirnflüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal (Lumbalpunktion) entnommen.
Therapie:
Die Behandlung einer Meningitis muss sofort und ohne Verzögerung einsetzen. Sie erfolgt im Krankenhaus. Da der Patient hoch ansteckend ist, muss er zunächst isoliert werden. Die bakterielle Meningitis wird je nach Erreger mit einem Antibiotikum behandelt, das intravenös verabreicht wird. Auch Familienangehörige und Personen aus dem Umfeld des Betroffenen müssen vorbeugend Antibiotika einnehmen. Bei einer Infektion mit Viren sind Antibiotika wirkungslos. Die Therapie erfolgt symptomatisch mit Medikamenten.
Vorbeugung: Nur eine Impfung schützt wirksam vor einer Meningitis. Die Impfung gegen Haemophilius influenzae-Meningitis (HiB) wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Säuglinge und Kleinkinder empfohlen; eine Impfung gegen Pneumokokken-Meningitis dagegen nur bei Patienten mit besonderen Vorerkrankungen. Die Meningokokken-Meningitis tritt in Deutschland in der A-, B- oder C-Form auf. Gegen die B-Form gibt es bislang noch keinen Impfstoff.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 20. Dezember um 14.45 Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF-ARTE G.E.I.E.






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