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Kino auf ARTE - 22/12/11

Menschen im Hotel

(Grand Hotel)
Spielfilm, USA 1932, ARD, Schwarz-Weiß
Regie: Edmund Goulding; Buch: William A. Drake; Kamera: William Daniels; Schnitt: Blanche Sewell; Musik: Charles Maxwell; Produzent: Irving Thalberg; Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer; Buch/Autor: Vicki Baum
Mit: Greta Garbo - (Grusinskaya - Tänzerin), John Barrymore - (Baron Felix von Gaigern), Joan Crawford - (Flämmchen -Stenografin), Wallace Beery - (Generaldirektor Preysing), Lionel Barrymore - (Otto Kringelein), Lewis Stone - (Doktor Otternschlag)

Berlin in den 30er Jahren. Im luxuriösen Grand Hotel begegnen sich die unterschiedlichsten Menschen. Ob arm oder reich, jung oder alt: Jeder bringt seine Träume, seine Sehnsüchte, aber auch seine Ängste und Probleme mit. Als eines Tages die Leben fünf verschiedener Individuen miteinander kollidieren, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Jeder von ihnen wird das Hotel als ein anderer Mensch verlassen ...



"Grand Hotel. Immer dasselbe. Die Menschen kommen und gehen. Nie geschieht etwas." So sieht es zumindest Doktor Otternschlag, seines Zeichens Dauergast des luxuriösen Grand Hotels, der ersten Adresse im Berliner Hotelgewerbe. Doch dem Doktor fehlt jeglicher Blick für die kleinen und großen Dramen, welche sich ständig um ihn herum abspielen. Da wäre beispielsweise die russische Starballerina Grusinskaya, die nicht mit ihrem schwindenden Ruhm zurechtkommt und sich Tag für Tag davor ängstigt, vor leerem Publikum aufzutreten. Oder der verarmte Baron Felix von Gaigern, der seine gesamten Rücklagen beim Glückspiel verloren hat und nun einigen zwielichtigen Gestalten ein Vermögen schuldet. Um diese Schulden zu begleichen, schreckt der Baron auch nicht vor einem Einbruch bei der Ballerina zurück, doch was er schließlich in ihrem Zimmer vorfindet, hätte er sich niemals erträumt.
Außerdem wäre da noch Otto Kringelein. Dieser ist sterbenskrank und hat nur noch wenige Tage zu leben. Ins Grand Hotel ist er gekommen, weil der kleine Angestellte den Rest seines Daseins in Luxus verbringen und einmal wie ein König leben möchte. Doch nur wenige Zimmer weiter hat sich Generaldirektor Preysing eingerichtet, der Mann, für den Kringelein sein Leben lang geschuftet hat, ohne einen einzigen Funken Anerkennung von ihm zu erhalten. Dieser steht derweil kurz vor den Fusionsverhandlungen mit einer anderen Textilfirma, einem Geschäft, dessen Scheitern das Ende für Preysing und sein Unternehmen bedeuten könnte. Um dies zu verhindern, ist dem rücksichtslosen Geschäftsmann jedes Mittel recht.
Zwischen all diesen Menschen steht die Stenografin Flamm, auch Flämmchen genannt. Für nur wenig Lohn muss sie Diktate aufnehmen und Konferenzen protokollieren. Diesmal soll sie für Preysing arbeiten, als sie aber den Baron kennenlernt, ist sie von dem charmanten Adligen sofort fasziniert. Doch als der Unternehmer Preysing von ihren Geldnöten erfährt, macht er ihr ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann ...

Drehbuch nach dem Roman "Menschen im Hotel" von Vicki Baum
"Menschen im Hotel" war mit seinem Starensemble seiner Zeit weit voraus. Im Studiosystem der 30er Jahre war es üblich, nicht mehr als ein oder zwei seiner größten Stars in einem Film auftreten zu lassen, doch "Menschen im Hotel" brachte gleich fünf davon auf die Leinwand. Der Erfolg gab MGM recht, denn der Film wurde zu einer der erfolgreichsten Produktionen, welche das Studio jemals herausgebracht hat.
Dank des Staraufgebots ist "Menschen im Hotel" auch heute noch ein sehenswerter Film, denn es sind es vor allem die Leistungen der Schauspieler, welche die oftmals allzu moralisierende, in den 30er Jahren fest verankerte Handlung dennoch mitreißend und zeitlos erscheinen lassen. Allerdings brachten so viele große Namen auch das ein oder andere Problem mit sich: So sind etwa Joan Crawford und Greta Garbo niemals gemeinsam im selben Bild zu sehen. Das sollte verhindern, dass die zwei Diven versuchen, sich gegenseitig in ihrem Spiel zu übertrumpfen.
"Menschen im Hotel" gewann 1932 den Oscar für den besten Film. Bis heute bleibt er der einzige Gewinner, welcher für keine andere Kategorie nominiert wurde.

Menschen im Hotel
Samstag 24. Dezember 2011 um 22.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1932, 108mn)
ARD

Erstellt: 22-12-11
Letzte Änderung: 22-12-11