Im Stil polizeilicher Ermittlungen geht der Film einem der größten Skandale der westlichen Gesellschaften nach. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts haben unzählige Besucher überall in Europa in Käfigen gehaltene "Wilde" bestaunt - im Zoo, in so genannten "Akklimatisierungsgärten" oder in nachgebauten angeblichen Indianerdörfern. Diese schmutzige und verdrängte Geschichte beginnt einige Jahre nach Abschaffung der Sklaverei. Wissenschaftler, Schausteller, die Kolonial-Lobby und das Publikum kamen gleichermaßen auf ihre Kosten. Die "Wilden" wurden am Vormittag wissenschaftlich vermessen, den Nachmittag verbrachten sie hinter Gittern und nachts wurden sie in Lokalen zur Schau gestellt. Unter Verwendung von zeitgenössischem Filmmaterial - insbesondere Filme über die Ashanti 1897 in Lyon, die Hindu 1902 in Paris oder die großen Ausstellungen von 1922 und 1931 - und von Postkarten, Plakaten und Zeitungen erzählt der Film diese unwürdige Geschichte. Die "Menschenzoos" haben nichts zum Wissen über exotische Völker beigetragen, doch anhand ihrer Geschichte lässt sich die damals in Europa herrschende Mentalität analysieren.-
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