"Seinfeld" ist in den USA eine Kultserie, aber Jerry Seinfeld selbst spricht von ihr als einer "show about nothing". Tatsächlich erzählt "Seinfeld" den New Yorker Alltag von vier Freunden. Originell wird die Serie jedoch durch die Art und Weise, wie die Protagonisten den eigentlich banalen Alltag in eine Reihe verrückter Situationen verwandeln. Kein Thema wird aus- und kein Tabu unberührt gelassen. Die Dialoge sind scharf, manchmal grausam, aber immer brillant. Anlässlich der DVD-Ausgabe der 9. und letzten Staffel von "Seinfeld" analysiert Gad Elmaleh, ein großer Seinfeld-Fan, den Stil und die Komik der Serie.
(2): Strand weit und breit
Der Strand steht im Mittelpunkt des jüngsten Buchs des argentinischen Schriftstellers Alan Pauls, "La vida descalzo", das gerade in französischer Übersetzung erschienen ist ("La vie pieds nus"). Das Barfußleben ist eine poetische Phänomenologie des Strandes vor dem Hintergrund der Kindheitserinnerungen des Autors - gesehen mit den Augen eines Filmemachers. Für "Metropolis" ist das Anlass, den Strand, das Strandleben und seine Repräsentationen genauer unter die Lupe zu nehmen: Mit dem Fotografen Massimo Vitali, für den der Strand der ideale Ort ist, seine Zeitgenossen zu beobachten, dem Regisseur Robert Guédiguian, der es für unmöglich hält, den Strand mit der Kamera einzufangen; und natürlich mit Alan Pauls selbst. Auch wenn Kopfmenschen den Strand eher links liegen lassen, beschäftigen sich Künstler umso lieber mit diesem Sujet, wie Proust, Mann, Rohmer und andere bewiesen haben.
(3): Zum 60-jährigen Filmschaffen von Jeanne Moreau
"Metropolis" zeigt ein Porträt der international berühmten Schauspielerin Jeanne Moreau. Ihre Erscheinung und ihr Spiel haben das Bild der Frau im Film und damit auch in der Gesellschaft geprägt. Kein Detail bleibt unkommentiert: ihre Handbewegungen, ihre Garderoben und die Art, sie zu tragen, ihre Frisuren, Mimik und Gestik, ihre Stimme und ihre expressive Weichheit - ihre Schauspielkunst wird in allen Details untersucht. Aus den Einzelheiten entsteht das vollkommene Bild einer universellen und einzigartigen Gestalt.
(4): Georges Feydeau: Wenn man trotzdem lacht
Anlässlich der Aufführung von Georges Feydeaus "L'Hôtel du libre échange" im Pariser Théâtre National de la Colline befasst sich "Metropolis" eingehend mit dem Meister des Vaudeville und seinem besonderen Humor. Feydeaus Stücke bewegen sich zwischen Gesellschaftskritik und Burleske, und seine Figuren fühlen sich stets von den bürgerlichen Konventionen erdrückt. Ihr Leitsatz: niemals die Wahrheit sagen. "Metropolis" hat mit Regisseur Alain Françon und Schauspieler Clovis Cornillac über den Dramatiker und sein Stück gesprochen.
(5): Spinoza für alle
Heutzutage kann alles zum Trend werden - selbst 350 Jahre alte Philosophie. Setzten sich bis vor ein paar Jahren höchstens Fachleute mit dem niederländischen Philosophen Baruch Spinoza auseinander, haben Verlagshäuser seine Theorien nun wiederentdeckt und machen sie einem breiteren Publikum zugänglich. In "Metropolis" erklärt Pierre-François Moreau, das Oberhaupt der Spinoza-Anhänger in Frankreich, woher die aktuelle Begeisterung für den Philosophen rührt.
(6): Ani DiFranco
Seit 1990 schreibt und produziert die dauerinspirierte Musikerin Ani DiFranco mehr als ein Album pro Jahr. Getreu dem Motto "Do it Yourself" bringt die Punk-, Folk- und Independent-Sängerin alle Platten auf ihrem eigenen Label "Righteous Babe" heraus. Ihre Fangemeinde wächst langsam, aber stetig. Ani DiFranco ist überzeugte Feministin, steht offen zu ihrer Bisexualität und thematisiert in ihren Liedern unbequeme Sujets wie Vergewaltigung, Abtreibung oder Sexismus. Gerade sind ihr Best-of-Album "Canon" und der Gedichtband "Verses" erschienen. Metropolis hat Ani DiFranco getroffen.
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