Faire Preise gefordert
Die Milchbauern fordern auch in Zukunft faire Preise. Darauf wies der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, hin. Die Bauern benötigen ihrer Meinung nach 40 Cent pro Liter, um kostendeckend produzieren zu können. Die Bauern wollen erreichen, dass sie sich europaweit zusammenzuschließen, um den Milchmarkt selbst flexibel marktangepasst zu steuern. SWR Milchbauern melden sich mit Protest zurück.Erste Erfolge
Die Milchbauern sehen erste Erfolge. Die vielen Proteste der vergangenen Jahre hätten immerhin erreicht, dass die EU-Kommission sich inzwischen intensiv mit dem Thema befasse. Radio Berg: Milchbauern protestierenAusschreitungen in Sardinien
Auf der italienischen Insel Sardinien gab es gestern Ausschreitungen bei einer Demonstration von Hirten gegen die niedrigen Milchpreise. Dabei gab es einen Verletzten. Heute wollten die sardischen Hirten vor dem Regionalparlament demonstrieren.-------------------------------------------------------------------
ARTE Journal 19. August 2010
In Europa klagen die Milchbauern schon bereits seit längerem darüber, dass die stets sinkenden Milchpreise zahlreiche Erzeuger in den Ruin treiben. In Frankreich ist der Streit zwischen den Bauern und der Milchindustrie erst unlängst wieder eskaliert. Nun haben die Milchbauern dort eine Erhöhung von 10 % erstritten.
Um etwa 10 % sollen die Milchpreise in Frankreich steigen. Statt 300 Euro pro Tonne Milch sollen die Bauern ab sofort 331 Euro erhalten. Die Milchbauern sind erleichtert, auch wenn sie dafür Kompromisse machen mussten. "Diese Preiserhöhung entspricht unseren Forderungen, wir sind also zufrieden. Als Gegenleistung mussten wir ab 2011 eine Bindung an die deutschen Milchpreise akzeptieren, um so zu vermeiden, dass der Preis, den die französischen Milchbauern erhalten, zu sehr von dem abweicht, den unsere deutschen Kollegen bekommen." sagte Henri Brichard, der Vertreter der französischen Milchbauern.
Deutsch-französische Konkurrenz
Deutschland ist der größte Konkurrent im Kampf um Marktanteile. Um zu große Preisschwankungen zu verhindern, soll der französische Milchpreis in Zukunft nie mehr als acht Euro über oder unter dem deutschen liegen. Dies soll etwas Stabilität bringen auf einem Markt, den Brüssel weiter liberalisieren will - auch wenn dies Brichard nicht passt: "Europa und die Mitgliedsstaaten haben einen freien Wettbewerb beschlossen. Wir Milcherzeuger müssen uns wohl oder übel an diese neuen Gegebenheiten anpassen. Und da steht uns noch einiges bevor, vor allem mit Blick auf die für 2015 geplante Abschaffung der Milchquoten."
Die französische Milchindustrie wehrte Forderungen der Erzeuger nach einem höheren Preis gerne mit dem Hinweis ab, dass die aus Deutschland importierte Milch billiger sei. Unsere Reporter wollten wissen, was an diesem Argument dran ist, und haben einen Hof im bayerischen Allgäu besucht.
Deutsche Landwirte klagen über zu billige Preise
Die Lage der deutschen Milchbauern ist unvermindert kritisch. Auch bei den aktuell auf 33 Cent pro Liter gestiegenen Milchpreisen können die kleinen Landwirte nicht kostendeckend wirtschaften. Doch der erbitterte Preiskampf der großen Supermarktketten und die Vorgaben der großen Molkereien lassen die Preise für Milch und Milchprodukte nicht steigen. Vor allem die kleinen, familiär geführten Bauernhöfe stehen vor der Frage, wie können die Milchkühe die Familie ernähren? Was ist eine 75 Stunden Woche voller körperlicher, harter Arbeit - ohne Urlaub und freie Wochenenden - wert, wenn die Zukunft völlig unsicher ist? Um sicher wirtschaften zu können, benötigen die Landwirte einen Milchpreis von 40 Cent pro Liter.
"Faire Milch"
Etwa 120 Milchbauern im Süden der Republik haben sich zusammengetan, um ihre Milch selbst zu vermarkten. Die "faire Milch" ist im Supermarkt zwar teurer als die Konkurrenz, dafür erhält der Kunde aber ein garantiert genfreies Produkt aus der Region und sichert die Existenz der kleinen Bauernhöfe.







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