Ob von Asien nach Europa, von Afrika nach Südamerika, ob durchs Eismeer oder durch die Karibik, Schifffahrtlinien verbinden die Welt. Jährlich wächst das Handelsvolumen und mit ihm die Größe der Schiffe. 11.000 Container trägt die neueste Schiffsklasse. Angetrieben durch die Schubkraft von mehr als 100.000 PS, bewegt ein einziger gigantischer Propeller sie vorwärts. Die Entwicklung der Schiffsschraube begann vor über 150 Jahren. "Mission X: Verrat in Triest" erzählt die spannende Geschichte dieser Erfindung und wirft einen Blick auf den imposanten Stand der Technik von heute.
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| © ZDF/Rupert Scheele |
| Die Probefahrt der "Civetta" 1829 |
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Im Oktober 1829 sticht die "Civetta" vor den Augen der Triester Öffentlichkeit in See, angetrieben von einem neuartigen "Spiral", das ein gewisser Josef Ressel entwickelt hat. Dieser junge österreichische Förster kennt nur eine Leidenschaft, die Technik. Ständig hat er neue Ideen. Seit seiner Versetzung nach Triest beschäftigt ihn vor allem das Meer.
Triest wird mit Venedig nur durch eine Dampf-Schifffahrtslinie verbunden. 19 Stunden dauert die Fahrt mit dem Raddampfer. Doch bei hohem Seegang sind Raddampfer ungeeignet. Die Seitenräder heben sich aus dem Wasser und drehen in der Luft. Als Ressel von solch einer Fahrt zurückkehrt, sucht er nach einem verbesserten Antrieb für die Schiffe. Ein Korkenzieher bringt ihn auf eine verwegene Idee. So wie eine Schraube sich in einen Korken bohrt, kann sie sich auch ins Wasser bohren. Vorn an einem Schiff angebracht, könnte sie dieses hinter sich herziehen.
Ein Finanzier für seine Erfindung lässt sich nur finden, wenn der neue Antrieb gewinnbringend auf der Strecke von Triest nach Venedig eingesetzt werden kann. Doch diese Linie ist das Monopol eines englischen Geschäftsmannes. Unausweichlich wird Ressel zu dessen Kontrahenten. Aber er hält an seinem Plan fest.
Seine erste Schiffsschraube misst gerade 45 Zentimeter im Durchmesser und treibt mit einer Handkurbel eine Bark an. Jetzt plant Ressel ein viel größeres Versuchsschiff mit einer richtigen Dampfmaschine.
"Mission X: Verrat in Triest" erzählt die unglaubliche Geschichte von Josef Ressel. Neben der Schiffsschraube entwickelt der K. und K.-Förster einen verbesserten Pflug für die Landwirtschaft, erfindet eine Walzenmühle und das Kugellager und denkt sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eine Rohrpost und einen Dampfwagen aus. Doch mit keiner seiner Erfindungen kann er reüssieren. Windige Geschäftleute bringen sich in den Besitz seiner Konstruktionspläne, und wenig später wird seine Schiffsschraube in England mit identischen Zeichnungen und Beschreibungen zum Patent angemeldet. Zeit seines Lebens kämpft Ressel um Anerkennung.
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150 Jahre später: Bei der Mecklenburger Metallguss GmbH werden 130 Tonnen Kupfer, Nickel und Aluminium geschmolzen. Der Guss der größten Schraube der Welt steht bevor. Ein Containerschiff von noch nie gewagter Größe soll gebaut werden. Der Propeller wird einen Durchmesser von mehr als neun Metern haben. Er soll die Kraft der Maschine von mehr als 100.000 PS ins Wasser bringen.
Wiederholung am 3.8.2008 um 14.00 Uhr