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21/03/05

Mit Radio und Tagebuch gegen die „Entmenschlichung“

von Hanno Loewy und Andrzej Bodek


Im Ghetto Lodz war es verboten, Tagebuch zu führen, und trotzdem schrieb ein junger Mann zwischen Mai und August 1944 (dem Tag, an dem er deportiert wurde) Tag für Tag – in Ermangelung von Papier - auf den Rändern und Leerseiten eines im Ghetto gefundenen Romans von François Coppée: auch eine Form des Widerstands. Aus seinen Eintragungen geht hervor, dass er durch die „Radio-Widerstandsgruppe“ um die Brüder Weksler über den Verlauf der Front informiert war. Andrzej Bodek und Hanno Loewy zeichnen Stimmungen dieses und anderer junger Tagebuchschreiber nach und beschreiben die begrenzten Möglichkeiten des Einzelnen zu Widerstand in einer Extremsituation.

„Es gibt viele Formen des Widerstandes“, schrieb der Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses Fritz Bauer vor 40 Jahren mit Blick auf Widerstand gegen das verbrecherische NS-System, dem noch bis tief in die Adenauer-Ära eine rechtliche und politische Anerkennung versagt blieb. Der Emigrant kämpfte als hessischer Generalstaatsanwalt gegen „die Mörder unter uns“, die im Gegensatz zu den Opfern des Nationalsozialismus schon sehr bald nach 1945 in den Genuss einer umfassenden Amnestie und gesellschaftlicher Restitution kamen. Zugleich stritt Bauer um die Anerkennung eines Rechts auf Widerstand, aus dem sich eine Widerstandspflicht ableiten würde. Für ihn die zentrale Frage nach der Verantwortung des Individuums. Dem kollektiven Beschweigen des Massenmordes durch die Täter stellte Bauer das Bild Anne Franks entgegen, die selbst in höchster Not sich mit Fragen der Verantwortung für das Leid anderer auseinander setzte. Ihr Tagebuch gleicht zuweilen einer Chronik des inneren Kampfes und des Versuchs zu Widerstehen gegen die sich immer mehr barbarisierenden Verhältnisse. So hält sie am 9. Oktober 1942 fest, jüdische Freunde und Bekannte würden abgeholt und in Viehwaggons geladen und fügt hinzu: „…wie furchtbar wird es dort in der Ferne sein, wohin sie verschickt werden? Das englische Radio berichtet von Gaskammern, aber vielleicht ist das die schnellste Vernichtungsmethode.“ In einem späteren Tagtraum ereilt Anne der Verzweiflungsruf ihrer zuvor deportierten Schulfreundin Lies: „Rette mich aus dieser Hölle!“ Anne, die zwischen Hoffnungsschimmer und der grausamen Vorahnung traumatisiert ihre Notate fortsetzt, hadert in Hiobscher Weise: „Warum bin ich denn ausersehen zu leben, und sie soll vielleicht sterben?“ Anne Frank, das Frankfurter Mädchen aus dem Amsterdamer Hinterhaus, teilte das Schicksal ungezählter Menschen, die im Versteck bzw. mit falscher Identität lebten oder in Ghettos waren. Sie alle hatten noch einen Funken Hoffnung aufs Überleben, das nur durch das ersehnte Wunder in Gestalt der Befreiung durch die Alliierten möglich war. Das Tagebuchschreiben als individuelle Form des geistigen Widerstandes hielt sie am Leben, schilderte was in ihrer nächsten Umgebung geschah. Sie lassen uns noch heute an ihren Sehnsüchten und Ängsten teilhaben, die sich je nachdem welche Informationen über das Geschehen draußen zu ihnen vordrangen, zu einem flüchtigen Stimmungsbild, vagem Hoffnungsschimmer oder stummen Aufschrei formten.

Die wohl zuverlässigste Nachrichtenquelle stellte das Radiohören dar, worauf die deutschen Henker mit der Todesstrafe antworteten. Das Radiohören wurde an vielen Orten für viele Menschen zur einzigen Verbindungslinie mit der Außenwelt. Es war jene spezifische Form des persönlichen Widerstehens gegen die Barbarei für alle diejenigen, die auf Grund ihrer verfolgungsbedingten persönlichen Situation nicht in der Lage waren zum bewaffneten  Widerstand gegen das schreiende Unrecht und beispiellose Verbrechen wie die Aufständischen im Warschauer und Bialystoker Ghetto, die jüdischen Partisanen um Tuvia Bielski und Abba Kowner, die Märtyrer des Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau oder andere Widerstandskämpfer wie die Mitglieder der Weißen Rose und der Zegota. Yehuda Bauer benutzt für Widerstand von Juden den hebräischen Begriff „amidah“, worunter auch aktive unbewaffnete Reaktionen von Juden auf die Verfolgung zu verstehen sind. Der israelische Historiker zählt zu „amidah“ u.a. „kulturelle, pädagogische, religiöse und politische Aktivitäten, die dazu dienen, die Moral und den Lebensmut zu stärken.“ Anne Frank berichtet von „amidah“, davon, die „Untertauchzeit“ trotz der judenjagenden "Moffenhenker" weiter zu bestehen. Dank „amidah“ wurden Hoffnungen und Lebensmut im Hinterhaus der Prinsengracht 263 immer wieder aufs Neue gestärkt.



Anne Franks Tagebuch macht uns mit der besonderen Ausprägung der „amidah“ in Gestalt des Radiohörens vertraut, wie etwa der Eintrag vom 10. September 1943: „Italien bedingungslos kapituliert!!!! (...) Der Oranje-Sender war wie immer herzerquickend“ zeigt oder wenn sie Monate später  festhielt: „Die Menschen, die von draußen kommen, bringen häufig unwahre Neuigkeiten mit. Unser Radio hat bis jetzt noch nie gelogen.“



Das Empfangen und Verbreiten der Nachrichten aus dem Äther, dem einzigen Ort im NS-besetzten Europa, den die Nazis nicht erobern konnten, erforderte außergewöhnlichen Mut, für den nicht wenige mit dem Leben bezahlten. Doch sehr vielen waren die kolportierten  Radionachrichten ein Hoffnungsspender und lebenserhaltender Hauch an Zuversicht, dass der Überlebenskampf, die „amidah“, einen Sinn haben könnte. Universellen Bekanntheitsgrad dieser „amidah“-Option verdanken wir einem Überlebenden des Ghetto Lodz. Jurek Becker, als Kleinkind im Ghetto seiner Heimatstadt eingepfercht wurde. Mit seinem Erstlingsroman „Jakob der Lügner“, indem der Radiobesitz und folglich das Radiohören zentrale Konstruktionselemente sind, schuf Becker eine einzigartige Projektionsfläche der Seelenlage von Ghettoinsassen, die von Verzweiflung über Verdrängung, Skepsis bis hin zur Hoffnung und partieller Zuversicht auf einen „guten Ausgang“ im tagtäglichen Kampf ums Weiterleben reichte. In seinem Buch macht Jurek Becker die von ihm erfundenen Romanfiguren zu Akteuren konstruierter Handlungen im Ghetto Lodz, dem Ort seiner Kindheit, den er mit zweieinhalb betrat und als Siebenjähriger mit den Eltern Richtung KZ Sachenhausen verließ. Trotz nahezu vollständiger Amnesie über die Ghetto- und KZ-Jahre gelang ihm fast ein Ebenbild der kollektiven Ghettopsyche in Lodz zu zeichnen. Er, der Überlebende ohne Erinnerung, beschrieb stellvertretend für die, die ermordet wurden oder keine Kraft hatten sich zu erinnern, die „amidah“, die - um im richtigen Bild zu bleiben - nur die wenigsten Holocaustopfer bis zur Befreiung am Leben hielt.

Im Ghettoalltag wie in Beckers Roman verbreiteten sich Radionachrichten wie im Lauffeuer in allen Winkeln des Ghettos. Doch im Gegensatz zur grausamen Wirklichkeit dieses „Krepierwinkels Europas“, wie der Ghettochronist Oskar Rosenfeld schrieb, entwarf Becker ein Szenario, als ob sich das Geschehen vor einer Sehnsuchtskulisse abspielen würde, bei der die geschundenen Ghettobewohner ungeduldig die Ankunft des Messias in Gestalt der Befreier erwarteten. Dabei konnte die Romanfigur Jakob Heym, von dem  Beckers Romanerzähler sagt: „dass ohne ihn diese gottverdammte Geschichte nicht hätte passieren können“, die Ghettogesetze zwar nicht außer Kraft setzen und auch dem tragischen Geschehen keinen andere Lauf geben, aber er konnte neben der letztlich illusionären Strategie der „Rettung durch Arbeit“ des Judenältesten eine andere Welt der Illusionen schaffen. Sie hatte im Ghetto Lodz einen großen Anteil daran, dass der Wille zu überleben, nicht völlig abhanden kam, dass Pläne für eine ferne Zukunft gemacht wurden, anstatt der Realität des Ghettos vollends ins Auge zu sehen. Jakob Heym konnte, dank Jurek Beckers genialen Einfällen, vielen den Mut und eine kurze Verschnaufpause vom permanenten Überlebenskampf geben. Die Zufallsbegegnung mit einem nachrichtenspendenden Volksempfänger verlieh ihm wundersame Kräfte um das Ghetto für die Dauer der Erzählung in eine „unmenschliche Idylle“ zu verwandeln, an deren Ende er jedoch eingestehen musste: „Die Russen fast in Sichtweite kommen zu lassen war ein Fehler, das Radio selbst war der erste und größte (…) Immer noch bleibt die Möglichkeit, einiges ungeschehen zu machen, von neuem in den alten Trott zu verfallen.“ Doch dafür war sowohl im Roman als auch in der barbarischen Ghettorealität zu spät, denn die sich jetzt unter allen Ghettobewohnern wie ein Lauffeuer verbreitende Nachricht war von keinem Radio aus zu empfangen: Es war die im gesamten Ghettogebiet plakatierte Ankündigung der Deportationen.

Vielerorts, ob in Amsterdam, Berlin, Wilna oder Lodz, überall dort, wo das Radio so manchem die Kraft gab, überhaupt weiter zu existieren, finden sich Zeugnisse dieser lebensverlängernden bzw. –erhaltenden „Nabelschnur“ in Form von Tagebüchern vor.

Besonders deutlich wird diese unzertrennliche Beziehung zwischen dem Nachrichtenempfang und deren Niederschlag in persönlichen Aufzeichnungen, die wir heute als eine Art Flaschenpost empfangen. Zeitgleich am 6. Juni 1944 empfangen Anne Frank in Amsterdam, Jakub Poznanski und ein unbekannter junger Mann im Ghetto Lodz die Nachricht vom D-Day und übertragen dies sofort in ihre Tagebücher.

„’This is D-Day’, sagte um 12 Uhr das englische Radio (…) Die Invasion hat begonnen.“, trägt das junge Mädchen in der Prinsengracht ein und schließt den Eintrag vom 6. Juni 1944 hoffnungsvoll: „Vielleicht, sagt Margot, kann ich September oder Oktober doch wieder zur Schule gehen!“

Wie eng nachlassender Lebensmut und Ausdruck freudiger Hoffnung beieinander lagen und welch starken Einfluss die aus dem Radio empfangenen „Kraftspenden“ haben konnte sieht man anhand des nur 10 Tage vor dem D-Day gemachten Eintrags: „Zwei Jahre dauert es nun schon“, vertraute Anne Frank am 26. Mai 1944 ihrem Tagebuch an, „und wie lange noch werden wir diesem fast unerträglichem, stets wachsenden Druck noch Widerstand bieten müssen?“ Anne Frank hat wie der unbekannte Tagebuchautor aus dem Ghetto Lodz, der seine Aufzeichnungen zwischen dem 5. Mai und dem 3. August 1944 in die Marginalien eines französischen Romans aus dem 19. Jahrhundert, „Les Vrais Riches“ von François Coppée, notiert hatte, die Befreiung nicht erlebt. Zwischen beiden schien eine imaginäre Verbindungslinie bestanden zu haben. Vielleicht ein konstitutives Element der „amidah“, die unabhängig vom Ort, Zeitpunkt und den individuellen Bedingungen eine besondere Form des Widerstandes, des bis heute unbesungenen persönlichen Kampfes gegen die „deutsche Bestie“(wie der unbekannte Tagebuchschreiber "Les Vrais Ennemis", seine wahren Feinde bezeichnet ) war. Und als ob man die Ader ihres gemeinsamen Pulsschlages zum gleichen Zeitpunkt durchtrennt hätte, brechen beide jungen Menschen, Anne Frank in Amsterdam und ihr unbekannter „amidah“-Mitstreiter im Ghetto Lodz, mit ihren Tagebuchaufzeichnungen ab. Beide werden etwa zum gleichen Zeitpunkt aus ihren „Warteräumen“ verschleppt und anschließend nach Auschwitz-Birkenau deportiert und vergast.

Auch Jakub Poznanski, einer der wenigen jüdischen Tagebuchschreiber, die mit dem Leben davon kamen, ließ zeitgleich mit den beiden anderen Chronisten das Radioecho des D-Days in seinen Aufzeichnungen erschallen: „…um neun Uhr erreichte uns die Nachricht, dass Engländer und Amerikaner den Ärmelkanal überqueren. Eröffneten eine zweite Front in Westeuropa. Blitzschnell machte sich die frohe Kunde in den Straßen des Ghettos breit, die man sich lautstark erzählte, als ob die Gefahr eines deutschen Mithörens vergessen wäre. In nur einer Stunde gab es keinen Menschen mehr, der nichts davon wüsste.“ Poznanski, der seine Tagebücher im Januar 1941 begann und bis Juni 1945, also einige Monate nach seiner Befreiung führte, überlebte dank „amidah“ und einer Reihe von Zufällen und Schicksalsfügungen. Als alle noch verbliebenen Bewohner des Ghetto Lodz im August 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, tauchte Poznanski samt Familie und Freunden im zuvor präparierten Versteck unter. Auch dort setzte er seine Aufzeichnungen fort, die einzige und gleichsam einzigartige Überlieferung aus dem sog. Restghetto Lodz, in dem sich einige solcher Verstecke befanden und das etwa 870 Menschen überlebten. Jurek Becker war bis zum 21. Oktober 1944 mit seinen Eltern auch im Restghetto, allerdings in dem Sammellager für Depotsklaven, die auf ihre „Verwendung“ in der Rüstungsindustrie warteten.


Ganz anders hingegen der junge Mann, der am Rand von „Les Vrais Riches“ am 6. Juni 1944 vom D-Day zögerlich und eher zweifelnd Notiz nimmt: „Heute kam die Nachricht von… ins Ghetto. Wer weiß?“ Doch er beschreibt die das Ghetto elektrisierenden D-Day-Nachrichten weniger aus einer „amidah“-Perspektive, vielmehr mit einem „Herz voller Narben“ und einem „Hirn, [das] mit einer Kruste von fehlgeschlagenen Hoffnungen überzogen“ ist. Er bestätigt den Empfang und die Verifizierung der Ätherbotschaften, lässt jedoch zugleich tiefe Skepsis und eine ihn lähmende Hoffnungslosigkeit erkennen.


Während sein Eintrag vom 7. Juni 1944 aus dem Satz besteht: „Es stimmt, es ist bestätigt, aber werden wir überleben, ist es möglich, aus solch unvorstellbarer Tiefe, solch bodenlosem Abgrund emporzusteigen?“, spürt man in den Aufzeichnungen vom 9. Juni 1944 deutlich nachlassende Wirkung der „amidah“-Botschaft: „Die Gerüchte über die Eroberung, die am [6.] 6/1944 begonnen hat, haben sich bewahrheitet. Wir haben keine Kraft mehr, zu erwarten und zu warten oder zu hoffen, weil sich kein Mensch eine solche Möglichkeit ausmalen kann, die Möglichkeit einer Befreiung und Erleichterung für uns. (…) Mir fehlen die Worte, unsere Lage zu beschreiben. (…) Wird die Sache wirklich werden? Werden wir zu Menschen werden? Werden sie uns nicht töten, wie sie all unsere Verwandten und Bekannten getötet haben. Werden sie uns nicht im letzten Moment vernichten?“ Obwohl das Ghetto und den Tagebuchautor am 22. Juli 1944 auch noch die Nachricht vom Attentat auf Hitler erreichte, ihr Schicksal war endgültig besiegelt.

Mögen die nachfolgenden Auszüge aus dem letzten Eintrag vom 3. August 1944, den er wenige Tage vor seiner Deportation nach Auschwitz-Birkenau auf Seitenrändern des ersten Kapitels von „Les Vrais Riches“ mit dem sinnigen Titel „On rend l’Argent“ verfasste beredt davon Zeugnis ablegen, welch tiefe Gräben im Seelenleben, im Denken und Fühlen der Holocaustopfer, welch anhaltende Spuren bei den Überlebenden und ihren Nachkommen  die deutsche Barbarei hinterließ: „Ich schreibe diese Zeilen in furchtbarer geistiger Verfassung – wir müssen alle innerhalb von ein paar Tagen das Ghetto verlassen. (…) Die Menschen bereuten, nicht schon am ersten Tag des Krieges gestorben zu sein. Warum fünf Jahre »ausrottungs kampf« erleiden, hätten sie uns den »coup de grâce« nicht gleich zu Anfang geben können? (…) Wenn ich meine kleine Schwester betrachte, wird mir das Herz schwer. Hat das Kind nicht seinen Teil des Leids getragen? Sie hat in den letzten fünf Jahren so heldenmütig gekämpft. (…) O Gott im Himmel, warum hast Du die Deutschen geschaffen, damit sie die Menschheit zerstören? Ich weiß nicht einmal, ob ich mit meiner Schwester zusammenbleiben darf! Ich kann nicht mehr schreiben.“


Beide uns unbekannten Geschwister haben möglicherweise gerade in den letzten Augenblicken ihres Lebens die von vielen lange Zeit verfochtene Strategie der „amidah“ in ihrer Dimension erfasst, auch wenn sie auf dem Weg zu den „Wohnungen des Todes“ sahen, dass gegen die deutsche Bestie mit ihren zahlreichen Handlangern und Helfershelfern „amidah“, sei es als bewaffneter oder unbewaffneter Widerstand, weder befreiend noch lebensrettend sein konnte.
Der in Auschwitz-Birkenau ermordete Schriftsteller und Mitverfasser der Ghettochronik im Archiv des Judenältesten, Oskar Rosenfeld, hat mit seinen Aufzeichnungen aus dem Ghetto Lodz uns allen eine Frage hinterlassen, deren Beantwortung noch auf sich warten lässt: „Wenn so etwas möglich war, was gibt es dann noch? (…) Wozu noch Welt?“ 

 

Hohenems und Reinhards, im Februar 2005
  

Hanno Loewy und Andrzej Bodek befassen sich seit 16 Jahren mit dem Holocaust sowie seiner Wirkungsgeschichte, insbesondere mit dem Ghetto Lódz.

Hanno Loewy war Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts und ist gegenwärtig Direktor des jüdischen Museums in Hohenems in Österreich.

Andrzej Bodek ist Referent im Frankfurter Kulturdezernat.

Bildnachweis:
Bild 1: Szaja Weksler, Ghetto Fighters' House, Israel. Szaja Weksler kämpfte vor 1939 als Offizier der polnischen Armee gegen die vorrückenden deutschen Truppen. Im Ghetto Lodz war er einer der führenden Aktivisten im Untergrund.
Bilder 2, 3 und 4: Tagebuchnotizen in "Les vrais riches" Notizen am Rand. Ein Tagebuch aus dem Ghetto Lodz (Mai bis August 1944), Herausgegeben von Hanno Loewy und Andrzej Bodek, Reclam Verlag Leipzig 1997

Erstellt: 25-02-05
Letzte Änderung: 21-03-05