R egie: Antonio Skármeta
Buch: Antonio Skármeta
Kamera: Joao Abel-Aboim
Schnitt: Agape Dorstewitz
Musik: Robert Lecaros
Produzent: Henrique Espírito Santo
Produktion: von Vietinghoff Film, Prole Filme
Mit: Oscar Castro - (Mario), Roberto Parada - (Pablo Neruda), Naldy Hernandez - (Rosa), Antonio Skármeta sr. - (Telegrafist), Miguel Viqueira - (Labbé)
ARTE/ZDF
Wenn der berühmte chilenische Dichter und Politiker Pablo Neruda im Sommer sein Landhaus auf der Isla Negra bezieht, hat Mario, der Briefträger, aufregend viel Post auszutragen. Jeden Tag überreicht er ein großes Bündel Briefe aus aller Welt. Besonders die Post aus Schweden macht Mario neugierig. Wird "sein" Dichter den Nobelpreis erhalten? Eines Tages braucht Mario die Hilfe des berühmten Mannes.
Er bittet Neruda, ihm einige seiner herrlichen Liebesgedichte zu "leihen", um sie in das zarte Ohr der schönen Beatriz zu flöten. Diese Methode zeigt Wirkung, leider nicht nur in der gewünschten Richtung. Denn Beatriz' strenge Mutter Rosa kennt die fremde Feder und macht Neruda eine schreckliche Szene. Als in Rosas Strandkneipe Allendes Wahlsieg gefeiert wird, kann sich Beatriz unauffällig wegstehlen. Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Vor seiner Abreise nach Paris als Botschafter seines Landes nimmt Neruda als Trauzeuge und heimlicher Ehestifter an Marios und Beatriz' Hochzeit teil. Señora Rosa hat sich mit den Gegebenheiten ausgesöhnt, besonders nachdem sie Großmutter geworden ist. Aus Paris kommt von Neruda ein langer Tonbandbrief mit der Bitte, für ihn die geliebten heimatlichen Töne einzufangen: Das Wehen des Windes, das Geläute der Glocken vor seinem Haus und das Geräusch des Meeres. Mario erfüllt diesen Wunsch und fügt das Schreien seines Babys hinzu. Über Chile ziehen dunkle Wolken auf. Allende wird ermordet, Neruda kehrt schwer krank auf die Insel zurück. Der Sterbende wird in seinem Haus vom Militär bewacht. Auch Mario wird aus dem Glück seiner jungen Ehe herausgerissen und verhaftet.Antonio Skármeta lebte über ein Jahrzehnt in Berlin im Exil. Er schrieb Bücher und Hörspiele. Zusammen mit dem Regisseur Peter Lilienthal wirkte er als Autor an den Filmen "La Victoria", "Es herrscht Ruhe im Land" und "Der Aufstand" mit. "Mit brennender Geduld" war seine erste eigene Regiearbeit. Der Film spiegelt die Geschichte Chiles zur Zeit des Militärputsches wider und basiert auf persönlichen Erlebnissen Skármetas. Als Vierzehnjähriger hatte er sich ebenfalls Liebesgedichte von Neruda entliehen. Der Dichter und Literaturprofessor Skármeta war mit Neruda befreundet. Seit 1989 lebt er wieder in Santiago de Chile. "Mit brennender Geduld" wurde mit einer Vielzahl von internationalen und nationalen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Prix Georges Sardoul der französischen Filmkritik und dem Grand Prix der Jury beim Festival in Biarritz. Als Spielfilm, der gemeinsam mit der ZDF-Redaktion "Das kleine Fernsehspiel" entstand, hatte "Mit brennender Geduld" im Kino - vor allem in Lateinamerika - außergewöhnlichen Erfolg. Auch als Theaterstück und als Roman hat die liebenswerte, feinsinnige Tragikomödie bis heute nichts von ihrem poetischen Charme verloren.
Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Der poesie- und humorvolle Film lebt, in sich nicht ganz geschlossen, in erster Linie von seinen warmherzigen Dialogen und seinem hervorragenden Hauptdarsteller; ein hoffnungsvoller Rückblick auf die Zeit vor der Militärdiktatur in Chile."
Alle Darsteller des Films sind Chilenen, die überwiegend in Deutschland im Exil lebten. Roberto Parada war in seinem Heimatland ein beliebter Theaterschauspieler. Nach dem Putsch von 1973 verließ er Chile nicht, obwohl er politische Repressalien erdulden musste. Sein Sohn wurde von der politischen Polizei entführt. Man fand ihn später mit durchschnittener Kehle. Parada war im Gymnasium Skármetas Englischlehrer. Für Skármeta war der Schauspieler die Traumbesetzung als Dichter Pablo Neruda, denn er sah ihm sehr ähnlich und beide waren gleichaltrig. Robert Parada starb 1986.






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