Der Ghetto-Aufstand in Warschau gilt für viele bis heute als einziges Beispiel eines bewaffneten Kampfes von Juden gegen die Vernichtungspolitik der Nazis - eine vermeintlich aussichtslose Verzweiflungstat. Nahezu alle anderen Hinweise auf jüdischen Widerstand wurden bereits von den Nazis systematisch unterdrückt und verleugnet.Tatsächlich aber wurde ein großer Teil des Widerstandes gegen Hitler von Juden mit getragen. Dies trifft für die "Internationalen Brigaden" des Spanischen Bürgerkriegs ebenso zu wie auf die Résistance in Belgien, Holland und Frankreich, aber auch die bewaffneten Untergrundeinheiten im Baltikum, in Polen und in der Sowjetunion. Schätzungen gehen von bis zu 1,5 Millionen jüdischer Widerstandskämpfern aus.
Die Dokumentation MIT DEM MUT DER VERZWEIFLUNG - JÜDISCHER WIDERSTAND GEGEN HITLER verknüpft erstmals Zeugnisse und Aussagen von den verschiedenen Fronten Europas. Mit eindrucksvollen, weitgehend unbekannten Beispielen wird ein Bogen gespannt von den Partisanen in den russischen Wäldern bis zur westeuropäischen Résistance, von den Ghettokämpfern in Polen bis zu jüdischen Widerstandskämpfern in Algerien. Der Warschauer Aufstand ist alles andere als ein singuläres Phänomen: Im Ghetto Bialystok schloss sich eine Gruppe mutiger junger Frauen im Untergrund zusammen. Im Vernichtungslager von Sobibor organisierten Häftlinge eine bewaffnete Revolte, bei der einigen hundert Gefangenen die Flucht gelang. Jüdische Widerstandskämpfer waren auch an der erfolgreichen Einnahme der Festung von Algier. Der "zionistische Rettungswiderstand" versteckte von der Deportation bedrohte Juden oder stattete sie mit falschen Papieren aus. Ganze Kindergruppen konnten über die Schweizer Grenze gebracht werden und wurden so vor dem sicheren Tod gerettet.Rena und Thomas Giefers Film erzählt die Geschichte einiger jüdischer Kämpfer und erinnert damit an die vielen namenlosen Helden, die mit dem Mut der Verzweiflung kämpften, um die Selbstachtung nicht zu verlieren und Menschenleben zu retten.
Rena und Thomas Giefer
Thomas Giefer hat als Autor, Regisseur und Produzent an zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Für die Dokumentationsreihe POLITISCHE MORDE, die kürzlich auf ARTE zu sehen war, realisierte er die Folgen MORD IM KOLONIALSTIL und TOD IN MEMPHIS. Sein letzter Film ist der lange Dokumentarfilm ANDREAS BAADER - DER STAATSFEIND (2002). Gemeinsam mit Rena Giefer veröffentlichte er 1991 im Beltz-Verlag das Buch DIE RATTENLINIE. FLUCHTWEGE DER NAZIS.
Dokumentation von Rena und Thomas Giefer
ARTE/ HR, Deutschland 2004, 52 Min.
Erstausstrahlung
Wiederholung am 25. März 2005 um 16.45 Uhr






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