Dass Mode nie wirklich passee ist, bestätigen Modestars wie Christian Lacroix, Stefano Pilati und John Galliano, die sich für die Moden vergangener Jahrhunderte begeistern. In den verschiedenen Beiträgen erzählen sie uns, wie sie sich von ihnen inspirieren lassen.
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Sophia Kokoslakis - "Römische Eleganz" (Windows Media)
2000 Jahre später ist Plissiertes und Geripptes wieder in Mode. Die neue Muse dieser Rückkehr zur Antike ist die junge griechische Modeschöpferin Sophia Kokosalakis. Ihre Begeisterung für einen jahrtausendealten Glamour, den sie im Scheinwerferlicht präsentiert, ist auch von einer großen Modeschöpferin inspiriert: Madeleine Vionnet war bereits in den Dreißigerjahren eine Meisterin der Kunst des Drapierens.
In der Version „Sommertrend“ zeigen Sophias Kreationen römischen Glamour in Form von kurzen Bustierkleidern oder Röcken in leuchtenden Farben mit weichen Falten, die bei den reichen Patrizierinnen sicher großen Anklang gefunden hätten. Doch diese Kollektion demonstriert auch neue Möglichkeiten der Materialverwendung…
Stefano Pilati - "Gewänder des Mittelalters"(Windows Media)
Auf den Modenschauen des 21. Jahrhunderts wirkt die Eleganz der Madonnen des Quattrocento nicht unmodern. Im Gegenteil! Initiator dieses augenzwinkernden Blicks in die Vergangenheit ist der „pariserischste“ aller Mailänder Modeschöpfer: Stefano Pilati. Wie um den Göttern für die Gelegenheit zu danken, eine zweite Kollektion im Tempel der Eleganz vorstellen zu dürfen, beweist Stefano seinen Sinn für raffinierte Schlichtheit, indem er die Yves Saint Laurent-Frau spontan einer religiösen Wandlung unterwirft.
Christian Lacroix - "Perücken und feine Spitzen" (Windows Media)
Bei Christian Lacroix in der Rue du Faubourg Saint-Honoré. Wenige Stunden vor seiner Modenschau hat auch er das Vergnügen, Frisuren zu gestalten und Kleidern den letzten Schliff zu geben. Als kreativer Kopf legt er selbst Hand an bei den herrschaftlichen Outfits dieser modernen Infantinnen. Auch in kurzen Röcken mit langen Beinen in schwarzen Strümpfen und kajalgeschwärzten Blicken im Sixties-Look sind sie wunderschön anzusehen - eben in jedem Kleidungsstil. "Eine Frau will bei uns majestätisch erhöht werden, und sei es auch nur durch ein ganz alltägliches Kostüm. Sie sucht ein bestimmtes Flair - vielleicht sogar mit Hilfe eines Korsetts, das ja heute alles andere als altmodisch ist…"
John Galliano - "Revolutionen und ihre Moden" (Windows Media)
Wenn es um Vorwärtsbewegung, schöpferische Fantasie und Überraschungen geht, lässt sich John Galliano stets von der Eleganz des 19. Jahrhunderts inspirieren. Seine grauen Anzüge sind hochelegante Kreationen, die eines Londoner Dandys wie Barbey D’Aurevilly würdig wären. Die postmodernen Dandys sind zwar Anhänger eines bunten Lebens, zeigen aber dennoch alle Merkmale eines unvergänglichen Schicks, über den seinerzeit schon Baudelaire sagte: „Absolute Schlichtheit ist die beste Art und Weise, sich abzuheben...
Marithée & François Girbaud - "Neue Freiheiten" (Windows Media)
In dieser Halle in Pantin in der Pariser Vorstadt hängen zwischen Beton und Metall auf 200 Metern Länge 40 Jahre Jeanskreationen aus der Feder des berühmten Modeschöpferduos Marithé und François Girbaud.
40 Jahre, in denen die Jeans vom Symbol der rebellierenden Jugend zum grundlegenden Bestandteil jeder modernen Garderobe geworden ist - in immer neuen, von François Girbaud entwickelten Variationen. Heute sind die Ideen des Jeansdesigners vor allem von Umweltschutzaspekten geprägt. Er versucht, die Fehler aus der Stonewash-Vergangenheit zu vermeiden.