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06/03/06

Monate ohne Tage

Der Trend zur Langzeitverhütung


Moderne Frauen wollen Unabhängigkeit. Unabhängigkeit auch von Monatsblutungen und Monatsschmerzen. Ungestört arbeiten, verreisen, Prüfungen und Sport bewältigen, all das - ohne dass die Periode stört – das ist praktisch.

Diesen Wunsch erfüllt in den USA jetzt eine spezielle Antibabypille – jeden Tag nehmen Frauen eine Pille, drei Monate lang ununterbrochen. Ihre Tage haben Frauen mit dieser Pille nur noch vier Mal im Jahr.

In Deutschland behelfen sich Frauen häufig anders: Sie nehmen in Eigenregie ihre normale Pille einfach durch und unterdrücken dadurch die Menstruation. Ein offiziell dafür zugelassenes Präparat wie in den USA gibt es in Europa allerdings noch nicht. Doch es laufen Zulassungsstudien, denn Monate ohne Tage sind im Trend.

Heutzutage gibt es noch andere moderne Verhütungsmittel, die Frauen mehr bieten, als nur Verhütung: Sie wirken, ohne dass man jeden Tag an sie denken muss. So zum Beispiel die Hormonspirale und das Hormonstäbchen.

Hormonstäbchen
Das Hormonstäbchen wird vom Frauenarzt knapp unter der Haut in den Oberarm eingesetzt. Das Plastik-Stäbchen gibt - anders als die Pille - nicht Östrogen und Gestagen ab, sondern nur ein Gestagen, also ein Gelbkörperhormon. Durch eine Membran aus einem Spezialkunststoff wird das Gelbkörperhormon bis zu drei Jahre lang täglich in den Körper abgegeben. Die Hormondosis ist dabei geringer als die der Pille. Über den Blutkreislauf gelangt das Hormon vom Oberarm aus in das Zentrale Nervensystem und wirkt von dort: Das Heranreifen von Eizellen wird gehemmt, außerdem verdickt sich der Schleim im Gebärmutterhals, so dass er für aufsteigende Spermien eine Barrikade darstellt.

Doch nicht bei jeder Frau funktioniert das Stäbchen reibungslos. Eine der häufigsten Nebenwirkung sind Blutungsstörungen. Und um die belastenden Dauerblutungen in den Griff zu bekommen, müssen betroffene Frauen erneut Hormontabletten einnehmen.

Die Ursache für diese Blutungen: Die Eierstöcke funktionieren zyklisch, das Hormonstäbchen wirkt jedoch durchgängig im Körper. Entweder der Zyklus unterliegt oder er setzt sich doch durch, so dass es immer wieder mal zu Zwischenblutungen kommt.

Hormonspirale
Eine andere moderne Verhütungsmethode ist die Hormonspirale. Im Gegensatz zum Verhütungsstäbchen wird die Hormonspirale dort eingesetzt, wo die Wirkung gewünscht wird: in die Gebärmutter. Anders als die alt bekannten Kupferspiralen enthält sie kein Metall, sondern besteht aus einem flexiblen Kunststoff. Sie enthält ein Gestagendepot (Levonorgestrel), das in der Gebärmutter kontinuierlich in geringsten Mengen freigesetzt wird. Dadurch verändert sich der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich ein befruchtetes Ei dort nicht einnisten könnte. Außerdem wird der Schleim im Gebärmutterhals verdickt, so dass Samenzellen nicht eindringen können. Der Eisprung selbst wird in den meisten Fällen nicht unterdrückt. Die Hormonspirale (Intra-Uterin-System) bietet fünf Jahre lang sicheren Empfängnisschutz. Doch auch sie ist nicht immer ohne Nebenwirkungen.

Verhütung soll heutzutage auch zum individuellen Lebensstil passen: Am besten sollen die Tage ganz ausbleiben - und Frauen wollen an Verhütung nicht mehr täglich denken müssen. Inzwischen können Frauen unter vielen neuen Methoden wählen. Doch die zeigen mit der Wirkung oft auch unerwünschte Nebenwirkungen, über die vieles noch unbekannt ist.

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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 07. März 2006
Redaktion: Birgit Engel Koproduktion BR-ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 06-03-06
Letzte Änderung: 06-03-06