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Paris (Real Audio, 1'31'')
Magic Ring (Real Audio, 2'13'')
All is loneliness (Real Audio, 1'19'')Eine eigentümliche, den Hörer berührende Aura strahlt die Musik Moondogs aus. Seine Kompositionen scheinen losgelöst von jeglichen tradierten Musikformen, aus einer völlig anderen Welt zu entstammen. Erst bei näherer Betrachtung entdeckt man die zahlreichen Querverweise zur Klassik und zum Jazz, als auch zur experimentellen Musik. Deshalb erstaunt es nicht, dass Moondog von gleichgesinnten Musikquertreibern verehrt wurde, wie unter anderem Leonard Bernstein, Charlie Parker, Igor Strawinsky oder Frank Zappa.
Und inspiriert von der Minimalmusic, entdeckt aktuell die elektronische Musikszene das Werk des Mannes mit dem weißen Rauschebart. Denn Philip Glass hat einmal über Moondog gesagt, dass er der eigentliche Erfinder dieser experimentellen Musikform sei. Mit der Art wie Moondog Akkorde zerlegte und die daraus gewonnenen Tonfolgen aufreihte, wiederholte und überlagerte, wäre er seiner Zeit weit voraus gewesen. Nach eigener Aussage fand Moondog jedoch seine wichtigste Inspiration in der klassischen Musik, bei Bach und in dessen kompositorischen Prinzip, dem Kontrapunkt.
Angefangen hat alles an einer Straßenecke in New York, an der Moondog als Wikinger gekleidet 20 Jahre lang musizierte. Im Rahmen einer Dokumentation über Straßenmusik machte Tony Schwartz 1953 frühe Aufnahmen von Moondog, wovon sich nun zwei auf dem Album „Rare Material“ finden. Während im Hintergrund der urbane Lärm rauscht, schlägt Moondog seine Trommel und singt dazu, alleine oder mit seiner Frau. Auch bei späteren Einspielungen, ob mit Bigband oder Streichern, gibt Moondog stets den Rhythmus vor, auf selbst gebauten Trommeln, die an rituelle indianische Instrumente erinnern. Bei Moondogs späteren Kollaborationen mit Ensembles, wie dem London Brass und den London Saxophonics, kommt die Vielschichtigkeit seiner Kompositionen besonders zur Geltung und erlangen eine zusätzliche mitreißende Dynamik.
Moondog ist und bleibt ein wichtiger Fixpunkt für die Musikavantgarde einer jeden Epoche. Ein großer Dank gebührt vor allem dem Label Roof Records, das das musikalische Vermächtnis dieses Ausnahmemusikers pflegt und in einer wunderbaren Edition zugänglich macht.
Matthias Schneider







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