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Jazz-Experimental - 03/09/08

Moondog

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Philip Glass sah in ihm den Begründer der Minimal-Music, Charlie Parker wollte mit ihm eine Platte machen, mit Charles Mingus und Allen Ginsberg gab er Konzerte, Janis Joplin coverte ihn und Julie Andrews nahm seine Kinderlieder auf. Die Sprache ist von Moondog, dem außergewöhnlichsten und eigentümlichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.




Zum Anhören:
Dog Trot
EEC Lied
Do Your Thing



Jahrelang stand Louis Thomas Hardin alias Moondog mit seinem langem Bart und wallendem Haar als Wikinger gekleidet und musizierend an einer Straßenecke in New York. Es waren Ensemblemitglieder der New Yorker Philharmoniker, die sein einzigartiges Talent erkannten, ihn einluden mit ihnen zu musizieren und seine musikalische Karriere ins Rollen brachten. Moondog war schon zu seinen Lebzeiten ein Mythos. 1916 in Texas geboren, verliert er als Jugendlicher sein Augenlicht und beschäftigt sich daraufhin mit klassischer Musik. Er lernte autodidaktisch diverse Instrumente und befasste sich ausgiebig mit Harmonielehre und Kompositionsprinzipien. Er komponierte traditionell, vor allem Bachs Gesetze des Kontrapunkts erhob er zum Nonplusultra, und gleichzeitig gelang es ihm der zeitgenössischen Musik neue Impulse zu geben. Eine Einladung des Hessischen Rundfunks verschlug ihn 1974 nach Deutschland, wo es im gefiel und wo er bis zu seinem Tod 1999 blieb. Zu seinem 5. Todestag erscheint nun eine Doppel-CD mit einer Auswahl seiner deutschen Werke und sein letztes, bisher unveröffentlichtes Konzert mit der französischen Pianistin Dominique Ponty.
Moondogs Musik in Worte zu fassen, stößt an Grenzen. Sie ist so einzigartig und mannigfaltig, dass man erst durch Hören ihre faszinierende Aura versteht. Moondog schrieb Texte mit der naiven Ehrlichkeit eines Daniel Johnston und dem Witz eines Frank Zappas. Seine Auswahl der Instrumente und ihr Einsatz sind so überraschend und ideenreich wie die eines Spike Jones, und seine Kompositionen sind so einfach und enigmatisch zugleich, dass man Robert Wyatt die zweite Stimme singen hört. Seine Musik ist so sehr in der Vergangenheit verankert, wie auch zukunftweisend, was er mit der Textzeile: „Today is yesterday`s tomorrow, which is now“ so treffend umschrieb.


Matthias Schneider

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Moondog
www.roofmusic.de
www.moondogscorner.de

Erstellt: 06-10-04
Letzte Änderung: 03-09-08


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