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Freitag, 13. August 2004 ab 22.10 Uhr - 11/08/04

Mordsfrauen: Agatha Christie

209 Min., ZDF

An drei Themenabenden im August erweist ARTE den mörderischen Ladies seine Referenz. Jeweils am Freitag steht eine Krimiautorin im Zentrum der Betrachtung. Den Anfang macht die große alte Dame der Krimiliteratur, Agatha Christie. Außerdem in dieser Themenabendreihe zu sehen: "Patricia Cornwell jagt Jack the Ripper" am Freitag, den 20. August ab 22.15 Uhr und "Mordsfrauen unter dem Polarlicht" am Freitag, den 27. August ebenfalls ab 22.15 Uhr.

Freitag, 13. August 2004 um 22.10 Uhr
Verwehte Spuren - Auf der Suche nach Agatha Christie

Dokumentarfilm von Petra Haffter
Deutschland 2004, Erstausstrahlung, 98 Min.

So wie ihre Kriminalromane voller Rätsel waren, schien Agatha Christie es auch selbst zu sein. So wie Agatha Christie in ihren Büchern Puzzle auslegt, wollte die Filmemacherin Petra Haffter eines zusammensetzen. Wer war diese zutiefst konventionelle Frau, die ihrer Zeit dennoch weit voraus war? Und wie viele Gesichter hatte sie? War sie nicht neben erfolgreicher Kriminalautorin auch Reiseschriftstellerin und Archäologin? Bücher wie der "Tod auf dem Nil", "Eine karibische Affäre", "Der Mord im Orientexpress" und der unter dem Pseudonym Mary Westmacott geschriebene Roman "Ein Frühling ohne dich" mögen darauf eine Antwort geben. Agatha Christie liebte ihr englisches Zuhause reiste aber durch die Welt. "Das Reiseleben hat das Wesen eines Traumes. Es ist von Personen bevölkert, die man nie zuvor gesehen hat und in aller Wahrscheinlichkeit auch nie wiedersehen wird. Gelegentlich birgt es Heimweh und Einsamkeit ... aber es geht uns wie den Wikingern oder den großen Seefahrern des elisabethanischen Zeitalters, die in eine Welt des Abenteuers zogen - und das Zuhause verliert an Bedeutung, solange man fort ist." Anhand des Werkes und der Biografie Agatha Christies hat sich Petra Haffter auf eine Spurensuche begeben, die sie von England bis in den Orient führt. Schon an der englischen Riviera wird sie überrascht. Der Ort Torquay lebt vom Agatha-Christie-Tourismus. Man kann vom Beacon Cove bis zum Pavillon promenieren, wo Agatha mit Archie, ihrem ersten Mann, einem Wagner-Konzert lauschte und hinterher einen Heiratsantrag bekam. Zu ihren Leidenschaften gehörten Zugfahrten mit dem Orientexpress und das milchige Licht der Wüste. Mit dem Orientexpress begibt sich auch die Filmemacherin auf die Reise: von London, über Frankreich, Italien, Osteuropa nach Istanbul und weiter in den Vorderen Orient, wo sie statt des legendären Luxuszuges nur noch scheppernde Busse vorfindet. Was weiß man im Orient Palace Hotel in Damaskus noch über Agatha Christie? Oder im Peras Palas Hotel in Istanbul, dem Ort, wo der "Mord im Orientexpress" entstanden sein soll. Und was ist aus den Gleisen geworden, die einst von Istanbul nach Bagdad führten? Was aus dem einfachen Wüstenleben unterm Sternenhimmel? Statt auf friedliches Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen stieß die Filmemacherin auf unversöhnliche Diskrepanzen, Polizei, Militär und Krieg.

Bildunterschrift 1: Im Speisewagen des Orientexpress
Bildunterschrift 2: Mit dem Reisebus durch Syrien
Bildunterschrift 3: In die Landschaft gegossener Asphalt in Jordanien
Alle Bildrechte: ZDF / © Ottonia Media


Freitag, 13. August 2004 um 23.55 Uhr
Zeugin der Anklage - Witness For The Prosecution
Spielfilm, USA 1957, Synchronfassung, SW, 111 Min.

Wiederholung am 15.08.2004 um 00.15 Uhr und am 23.08.2004 um 15.15 Uhr

Regie: Billy Wilder, Drehbuch: Billy Wilder, Harry Kurnitz, Larry Marcus, Kamera: Russell Harlan, Musik: Matty Malneck, Schnitt: Daniel Mandell, Produktion: Theme, Produzent: Arthur Hornblow jr.
Mit: Charles Laughton (Sir Wilfrid Robarts), Marlene Dietrich (Christine Vole), Tyrone Power (Leonard Stephen Vole), Elsa Lanchester (Miss Plimsoll), John Williams (Brogan-Moore), Norma Varden (Emily French), Henry Daniell (Mayhew), Una O'Connor (Haushälterin Janet MacKenzie), Ian Wolfe (Carter), Torin Thatcher (Mr. Meyers), Francis Compton (Richter)

Sir Wilfrid Robarts, der wohl berühmteste Londoner Strafverteidiger, kehrt niedergeschlagen in sein Haus zurück. Sein Arzt hat ihm geraten, den Beruf an den Nagel zu hängen, und ihm strikt das Rauchen und Trinken verboten. Da ihm die Eigenwilligkeit Sir Wilfrids bekannt ist, hat er ihm zur Kontrolle die strenge Schwester Plimsoll zu Seite gestellt. Der Strafverteidiger hat den Eindruck, dass kein Polizist diese Aufgabe besser erfüllen könnte. Die Zukunftsaussichten erscheinen dem alten Herrn düster. Doch da kommt Sir Wilfrid der Zufall zu Hilfe, der ihn aus dem Dilemma eines Lebensabends ohne Aufregungen befreien könnte. Ein befreundeter Rechtsanwalt berichtet von einem nahezu aussichtslosen Fall. Ein gewisser Leonard Vole ist angeklagt, die reiche Witwe Mrs. French ermordet zu haben. Tatsache ist, dass Vole seit Wochen häufiger Gast der Witwe war. Sie selbst bewunderte den Mann, der ihr Sohn hätte sein können. Wenige Tage, bevor sie tot aufgefunden worden war, hatte sie ihm testamentarisch ihr beträchtliches Vermögen vermacht. Vole streitet ab, den Mord begangen zu haben. Er behauptet auch, von dem Testament und dem Reichtum der Toten nichts gewusst zu haben. Aber er hat kein Alibi für die Mordzeit. Diese Sachlage ist so recht nach Sir Wilfrid Robarts Geschmack. Er wirft alle Ermahnungen seines Arztes über den Haufen und übernimmt den Fall. Zunächst bittet er die Frau des Angeklagten, Christine Vole, zu sich. Sie ist der einzige Mensch, der Vole entlasten kann. Aber sie ist dazu nicht bereit. Es gelingt ihr sogar, den ehrwürdigen Sir Wilfrid, der allerlei Überraschungen gewöhnt ist, zu verblüffen, und tritt am ersten Verhandlungstag als Zeugin der Anklage auf. Im Zeugenstand behauptet sie, Vole habe ihr gestanden, Mrs. French umgebracht zu haben. Der Prozess scheint verloren. Da werden Sir Wilfrid Liebesbriefe zugespielt, die nachweisbar von der Zeugin verfasst worden sind. Sie hat also einen Geliebten, folgert der Strafverteidiger, sie hat ein Interesse daran, Vole loszuwerden, und es gelingt ihm in einem glänzend geführten Kreuzverhör, die Glaubwürdigkeit der Zeugin restlos zu erschüttern. Diese glückliche Wendung des Prozesses gibt Sir Wilfrid neue Lebenskräfte - und er wird sie brauchen, denn eine Überraschung steht noch bevor. Drehbuch nach einem Roman von Agatha Christie Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Durch die schauspielerischen Leistungen, vor allem von Charles Laughton und Marlene Dietrich, und die kühl-perfekte Inszenierung Billy Wilders, die die Spannung des klassischen "courtroom drama" buchstäblich bis zum letzten Moment aufrechterhält, ein Meisterwerk seiner Gattung."Charles Laughton und seine Ehefrau Elsa Lanchester, die die strenge Krankenschwester Miss Plimsoll verkörperte, erhielten eine Ocar-Nominierung. Auch Billy Wilder als Regisseur, "Zeugin der Anklage" als "bester Film", Daniel Mandell für den Filmschnitt, Arthur Hornblow jr. für die Produktion und Gordon Sawyer für den Ton wurden nominiert. Doch keiner von ihnen bekam einen Oscar.

Bildunterschrift 1: Strafverteidiger Sir Wilfrid Robarts (Charles Laughton) hat endlich ein Beweisstück in der Hand, das die Zeugin der Anklage unglaubwürdig machen wird.
Bildunterschrift 2: Marlene Dietrich spielt die Titelrolle in dem mit dem Prädikat "Besonders wertvoll" ausgezeichneten amerikanischen Kriminalfilm "Zeugin der Anklage", den der in Wien geborene Billy Wilder inszenierte.
Bildunterschrift 3: Die Verteidigung im Mordprozess ist in die Enge gedrängt. Ein Ausweg scheint schwierig: Im Vordergrund Brogan-Moore (John Williams, li.) und Sir Wilfrid Robarts (Charles Laughton, re.)
Alle Bildrechte: ZDF / © ZDF/United Artists

Erstellt: 11-08-04
Letzte Änderung: 11-08-04