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18/09/08

Bilder, die lügen

Eine Ausstellung des Hauses der Geschichte Bonn


Wir leben in einer Welt von Bildern. Sie begegnen uns in der Werbung, in der Politik, im Journalismus. Besonders Fotografien und Fernsehbilder - so scheint es - produzieren ein originalgetreues und vermeintlich objektives Abbild der Realität, sie prägen unser „Bild“ von der Welt. Die Wanderausstellung „Bilder, die lügen" fragt nach der Objektivität von Bildern und zeigt Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern. Der Besucher taucht ein in ein „Lügen-ABC": von „A wie Aktuelles" über „K wie Kalter Krieg" bis „Z wie Zukunft". Rund 300 Objekte veranschaulichen die Bandbreite des Themas. In Schiltigheim/Straßburg bis zum 19.10.2008

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Die bekannteste Methode, Fotos zu manipulieren, ist der direkte Eingriff in das Bildmaterial. Vor allem totalitäre Systeme nutzen bis heute diese Methode. „D wie Damnatio memoriae" bedeutet im klassischen Verständnis, die Erinnerung an bereits verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auszulöschen. Die Ausstellung - entstanden in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung - zeigt, wie missliebig gewordene und in Ungnade gefallene Personen aus vorhandenem Bildmaterial entfernt und so aus der geschichtlichen Erinnerung gestrichen werden.

Schere und Retuschepinsel sind heute längst überholt. Die modernen technischen Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung lassen eine Unterscheidung von authentischem und bearbeitetem Bild nicht mehr zu. „Z wie Zukunft“ zeigt, wie neue virtuelle Realitäten entstehen.


Ausstellung im
Hôtel de Ville de Schiltigheim/
Rathaus Schiltigheim
31.7.08 - 19.10.08

110, route de Bischwiller
F - 67300 Schiltigheim
Tel.: 0031 / (0)3 / 88 83 90 00
Fax: 0031 / (0)3 / 88 83 84 98

E-Mail: communication@ville-schiltigheim.fr
Internet: www.ville-schiltigheim.fr
Öffnungszeiten
Mo - Fr 14-18 Uhr
Sa 10-12 Uhr

Bilder lügen auch durch Informationen zum Bild: „B wie Born“ rollt einen der spektakulärsten Fälle von Fälschung im Fernsehen auf. Mangelhafte journalistische Sorgfalt ermöglichte dem freiberuflich arbeitenden Journalisten Michael Born, Magazinbeiträge mit gestellten Szenen bei verschiedenen Sendern zu platzieren. Nicht die Bilder allein, sondern erst die begleitende Kommentierung machten die Beiträge zur Lüge.

Ein weiteres Grundmuster ist die „Lüge mit Bildern“, die geschickte und manipulative Zusammenstellung von Einzelbildern. „F wie Führermythos“ zeigt am Beispiel des „Führers“ Adolf Hitler die Inszenierung einer Person zum fast übernatürlichen Wesen der „Vorsehung“.

Jeder „Fall“ der Ausstellung wird in seinem spezifischen historischen Kontext erläutert. Wesentliche Rollen spielen technische Umsetzung, Entlarvung und Rezeption der Lügengeschichten. Ziel ist, den Besucher zu kritischem Umgang mit Bildern anzuregen.


Begleitpublikation zur Ausstellung
„Bilder, die lügen“, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bouvier-Verlag, Bonn, 14,90 €.

Ein Beispiel aus der Ausstellung:
Wie Stalin die Erinnerung auslöschte
Für Stalins Herrschaftssicherung war es essentiell, auch die Erinnerung an die politische Bedeutung Trotzkis zu tilgen und so verschwand Trotzki aus sämtlichen Bildern.

Erstellt: 01-09-08
Letzte Änderung: 18-09-08