Am Dienstag gab es in der polnischen Hauptstadt einen bewegenden Empfang für die sterblichen Überreste der Präsidentengattin. Tausende säumten die Straßen vom Flughafen in die Warschauer Innenstadt, um Maria Kaczynska das letzte Geleit zu geben. Ihr Sarg war am Vormittag aus Russland angekommen.
Die russischen Behörden haben eine technische Panne als Grund für den Absturz der Tupolew TU-154 erneut ausgeschlossen. In der Maschine mit dem polnischen Präsidentenpaar, 18 Parlamentariern und hohen Militärs habe es weder einen Brand noch eine Explosion gegeben. Die Auswertung der Flugschreiber habe außerdem ergeben, dass alle Triebwerke einwandfrei gearbeitet hatten. Die Untersuchungen sollen noch mindestens drei Tage andauern.
Die polnische Delegation war auf dem Weg zu einer Gedenkfeier nach Katyn. Dieser Ort steht für eines der größten Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Der sowjetische Geheimdienst hatte dort 1940 auf Befehl Stalins 22.000 polnische Offiziere und Angehörige der Bildungselite ermordet. Nach dem Unglück vom Samstag hatten sich die schwierigen Beziehungen zwischen Polen und Russland etwas entspannt – auch durch das verständnisvolle Agieren des russischen Regierungschefs Wladimir Putin.
Die Auswirkungen der Flugzeugkatastrophe auf das politische Leben Polens untersucht ARTE-Journal-Sonderkorrespondent Kolja Kandziora. Denn nicht nur das Präsidentenpaar ist tot, bei Smolensk starben auch Regierungsmitglieder, Parlamentarier, Senatoren, der Chef der Nationalbank, die höchsten Militärs und der Spitzenkandidat der Opposition.







per E-Mail verschicken








Facebook
Twitter
RSS

