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Mein Leben mit der Mauer

Romy Straßenburg und Eva John haben sich auf die Suche nach jenen Männern und Frauen gemacht, die bis November 1989 mit und trotz der Mauer gelebt haben.

Mein Leben mit der Mauer

Alles nach Plan! - 04/09/09

Nähmaschinen im Museum

Die Fabrik von Wittenberge war einst die größte Produktionseinheit für Nähmaschinen in ganz Europa. Heute ist sie ein Museum. Günther Berthold und Klaus Leminski erinnern sich daran, was die Fabrik für sie dargestellt hat.




Foto Galerie

Eine Kleinstadt an der Elbe im Nordwesten der ehemaligen DDR. Still ist es geworden in Wittenberge, hier und da wird eine Fassade erneuert, eine Straße gebaut, ein Geschäft eröffnet oder geschlossen. Viele Einwohner haben die Stadt nach der Wende verlassen, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent. Das war nicht immer so. Wittenberge trug zu DDR-Zeiten den Beinamen „Stadt der Nähmaschinen“. Der Puls der Stadt hing am volkseigenen Betrieb – VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge.

Um etwas über diese Zeit zu erfahren, muss man heute ins Museum gehen.

Wir haben eine Verabredung mit Günther Berthold und Klaus Leminski, dem ehemaligen Werkdirektor des Nähmaschinenbetriebs und seinem Chefingenieur.
Die Museumsleiterin serviert Kaffee „für die jungen Damen aus Paris“. Wir sitzen in einer antiken Bauernküche, sie ist Teil des Museums. Dahinter beginnt der Bereich „DDR-Geschichte“. Den Nähmaschinen, Marke Veritas, ist ein eigener Ausstellungsraum gewidmet. Hier befinden sich die Reste der einst größten Nähmaschinenfabrik Europas.

Am Nachmittag laufen wir über das ehemalige Werksgelände. Neben den zerfallenen Fabrikationshallen bleiben den beiden Rentnern die Erinnerungen an ihre Arbeit „im Glauben an den Sozialismus“, wie Leminski bekennt. Günther Berthold sieht man die 82 Jahre nicht an. Seit einigen Jahren übt er sich als Hobbyfilmer und schneidet am Computer eigene Urlaubsvideos zusammen.

Als wir uns verabschieden, zeigen die beiden noch kopfschüttelnd auf die Abfallberge einer neuen Müllverbrennungsanlage, hinter dem Zaun zum alten Werksgelände. Hier wird nichts mehr produziert... aber Müll scheint rentabel.

Erstellt: 18-08-09
Letzte Änderung: 04-09-09


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