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China: Gesellschaft

In einer vierteiligen Dokumentation zeichnen Philip Short et Adrian Maben das Porträt eines Mannes, der China von mittelalterlichen Strukturen befreit hat, (...)

China: Gesellschaft

Mittwoch, 6. August 22.20 Uhr - 21/07/08

Nanking 1937 - Tagebuch eines Massakers, Die Geschichte des Hamburgers John Rabe

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Hamburger Kaufmanns John Rabe. Rabe arbeitete in den 30er Jahren für den deutschen Siemens-Konzern in der chinesischen Stadt Nanking. Als japanische Soldaten 1937 die Stadt eroberten, rettete er zahlreiche Kinder vor einem Massaker, dem 300.000 Menschen zum Opfer fielen. Während seine Aktion in Nazi-Deutschland eher auf Kritik stieß, wird John Rabe noch heute in China als Held verehrt. ARTE zeigt diese Sendung innerhalb des Themenschwerpunkts "China".

  • 06.08.2008, 22.20 Uhr
    Nanking 1937 - Tagebuch eines Massakers, Die Geschichte des Hamburgers John Rabe


Dokumentarfilm, Deutschland 2007, NDR, 52 Min.
Regie: Raymond Ley


© NDR/Erwin Wickert
In China gilt der Hamburger Kaufmann John Rabe als Held. 1937 rettete Rabe, der seit 1931 die Firma Siemens in Nanking vertrat, 600 Menschen vor den angreifenden japanischen Truppen. Die Japaner waren seit 1930 auf einem Eroberungsfeldzug in China unterwegs auf der Suche nach Bodenschätzen und Land. In Nanking fielen ihnen 300.000 Zivilisten und Soldaten zum Opfer, darunter viele Kinder. Meist erlebten diese mit, wie ihre Eltern von japanischen Soldaten getötet oder missbraucht wurden, viele Kinder zwischen acht und zwölf Jahren wurden selbst vergewaltigt. Einige von ihnen fanden in John Rabes Garten Schutz.
Ende 1937 wurde Nanking nach mehrmonatigem Kampf eingenommen. Zu diesem Zeitpunkt beschloss eine Gruppe von westlichen Pastoren, Ärzten und Geschäftsleuten, eine internationale Sicherheitszone einzurichten. Zum Vorsitzenden dieses Komitees wurde Rabe gewählt, der wegen seiner Nationalität und NSDAP-Mitgliedschaft bei den japanischen Soldaten Gehör finden konnte. Nach der Flucht der chinesischen Regierung wurde er in der Zone eine Art Bürgermeister und Polizeichef. Durch ständiges Vorsprechen bei den Japanern erreichte er, dass das Flüchtlingsrefugium anerkannt wurde. Auf dem Höhepunkt des Massakers fanden 250.000 Menschen in der Zone Zuflucht.
In dem Dokumentarfilm beschreiben drei der Überlebenden aus Rabes Garten John Rabe als warmherzigen Menschen, bei dem sie sich sicher fühlten. Sie erzählen aber auch, wie sie die Morde an ihren Vätern und Müttern mit ansehen mussten. Dass das Thema Nanking bis heute in Japan unbewältigt ist, zeigen die Interviews mit ehemaligen japanischen Soldaten. Sie berichten mit einem stolzen Unterton von Massenhinrichtungen und Missbrauch - auch an Kindern. Noch heute sorgt Nanking für Spannungen zwischen Japan und China, da die Japaner das Massaker von Nanking als "militärischen Zwischenfall" herunterspielen.

Erstellt: 27-06-08
Letzte Änderung: 21-07-08