>> Um 21.00 Uhr : Der Eroberer (1/4)1792: In Frankreich hat die Revolution die alte Ordnung weggefegt und die Franzosen tragen die Ideen von Freiheit und Gleichheit auch nach Deutschland. Mainz wird erobert, und so mancher - wie der Kaufmannslehrling Aloys Becker - begrüßt die Revolutionäre, die eine neue Zeit verheißen. Auch die Städte Köln und Aachen werden französisch, sie heißen jetzt offiziell Cologne und Aix-la-Chapelle. Die Franzosen zerschlagen die bestehenden Strukturen.
Das hat zur Folge, dass Fürsten, Klerus und Adel fliehen, Kirchenbesitz verstaatlicht und der christliche Sonntag abgeschafft wird. Im Zuge der Verdrängung des Christentums ist jetzt auch nicht mehr der Priester für Eheschließungen im katholischen Rheinland zuständig, sondern der Bürgermeister. Außerdem wird das Recht eingeführt, sich scheiden zu lassen. Das kommt dem Grafen Belderbusch in Bonn nur allzu gelegen. Unglücklich verheiratet, hat er schon seit längerem ein Auge auf die Wirtstochter Babette Koch geworfen. Erst die Scheidung macht ihm den Weg frei für die neue große Liebe.
In diesen Jahren betritt ein junger Offizier das Parkett der Weltpolitik: Napoleon Bonaparte. Er gilt als genialer Feldherr. 1799 ergreift er in Frankreich die Macht. Er führt Krieg gegen den deutschen Kaiser - und für die allgemeine Verbreitung der Ideen der Französischen Revolution.
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Napoleon kommt nach Aachen, das nun auf Französisch Aix-La-Chapelle heißt. Er besucht den Thron Karls des Großen, des ersten Kaisers des europäischen Mittelalters. Auch Napoleon - inzwischen Alleinherrscher in Frankreich - greift nach der Kaiserwürde und krönt sich in Paris selbst. Für die einen bedeutet die Kaiserkrönung ein glanzvolles Spektakel, für die anderen Verrat an der Revolution. Für den damaligen römisch-deutschen Kaiser, den Habsburger Franz II., ist sie eine Provokation.
In der Schlacht bei Austerlitz bereitet Napoleon dem Habsburger eine verheerende Niederlage. Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ist im Sommer 1806 besiegelt. Damit beginnt eine Umwälzung, wie sie die Menschen in Deutschland noch nie erlebt haben. Die Macht der Zünfte wird zerschlagen, und die jüdische Bevölkerung erlebt den Anfang vom Ende einer jahrhundertelangen rechtlichen Diskriminierung.
Doch um Krieg zu führen, benötigt Napoleon Soldaten. Es sind nicht mehr die Söldnerheere wie einst, sondern junge Burschen aus den Städten und vom Land werden nun zum Dienst an der Waffe eingezogen. Der Geheimdienst des französischen Kaisers hält Deutschland im Griff. Napoleon hat in Deutschland nur noch einen ungeschlagenen Gegner: Preußen.
In Weimar lebt Johanna Schopenhauer, die Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer. Hier erlebt sie, wie bei den Orten Jena und Auerstedt die Entscheidungsschlacht tobt. Preußen unterliegt, für die Franzosen ist der Weg nach Berlin frei. Napoleon steht am Brandenburger Tor.
>> Die Teile 3 und 4 werden am Samstag, den 26 Juli 2008, ab 21.00 Uhr ausgestrahlt
DAS KLEINE EXTRA
In über zweijähriger Recherche rekonstruierten die Autoren der vierteiligen Dokumentation mehr als 20 Biografien. Briefe, Tagebücher und Gerichtsprotokolle lassen die Erzählungen von Bauern und Frauen aus dem Volk, von Gaunern und Geheimpolizisten, von Soldaten und Deserteuren lebendig werden. Es entsteht eine sehr persönliche Sicht auf eine Zeit, die bis heute nachwirkt. Ein Team von Regisseuren und Historikern hat die Erlebnisse der Zeitzeugen in aufwändigen Szenen nachgestellt.
Die Dokumentation zeichnet gleichzeitig die Konturen eines Mannes, der die Welt veränderte, der in Deutschland eine Befreiungsbewegung anstieß, die zur mächtigen Nationalbewegung wurde. Doch am Ende steht das Scheitern Napoleons: die Verantwortung für den mit ungezählten Opfern erkauften Rückzug aus Russland, die Niederlage in der Völkerschlacht, seine Verbannung nach Elba, dann - nach der Niederlage von Waterloo - sein Ende in St. Helena.






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