Im kleinen Nepal mit nur 26 Millionen Einwohnern waren Ende 2005 nach Berichten der UN-AIDS-Behörde 70 000 Personen HIV-positiv registriert. In den vergangenen drei Jahren sind die stärksten Zuwachsraten festgestellt worden. Bliebe es bei dieser Entwicklung, würde die Epidemie die wichtigste Ursache für die Sterblichkeitsrate im Land. Ein Drittel der Erkrankten sind drogen- abhängig, 68 Prozent von ihnen sollen in Katmandou leben. Maßnahmen zur Aufklärung und Vorbeugung sind von den Gesundheitsämtern nicht eingeleitet worden. Die AIDS-Kranken werden stigmatisiert und diskriminiert, die meisten leben in ärmlichen Verhältnissen.
Verständnis und tatsächliche Hilfe bringt die Organisation Nava Kiran Plus, die 2002 von ehemals drogenabhängigen AIDS-Infizierten gegründet worden ist. Finanziert wird die Arbeit der Helfer mit französischen Spendengeldern, die jährlich bei einer Großaktion (Sidaction) der französischen Fernsehsender eingesammelt werden. Nova Kiran Plus verfügt über zwei Pflegeheime, in denen die Patienten mit geeigneten Medikamenten behandelt werden können. Außerdem werden Patienten, die nicht mehr transportfähig sind, in ihren Wohnungen versorgt. Für die Hilfsorganisation sind 100 Freiwillige tätig, die pro Tag 300 Kranke aufsuchen und betreuen.
ARTE-Reporterin Nathalie Georges hat auch die Mitarbeiter einer zweiten Hilfsorganisation, der Blue Diamond Society, beobachtet, die bereits 2001 von Homosexuellen gegründet worden war.
29.03.2008 - Nathalie Georges und Elsa Kleinschmager – ARTE GEIE - Frankreich 2008