Eben noch beim Schülerbandwettbewerb in deutschen Kleinstädten, jetzt in den angesagtesten Clubs in London: die 3 Jungspunde von den 1000 Robota aus Hamburg sind kaum erwachsen und mischen mit ihrer Antihaltung schon die Generation Klingelton auf.
Soundmäßig zwischen Gang of Four, Fehlfarben und den frühen Goldenen Zitronen angelegt, geben Anton (18), Jonas (18) und Sebastian (17) der kopflastigen deutschsprachigen Popmusik einen kräftigen Tritt in den Hintern. Bewaffnet mit Gitarre, Schlagzeug und Bass schreien 1000 Robota Klartext über Lügen-Müssen und Funktionieren-Sollen. Trotzdem machen 1000 Robota keine Teenie-Musik à la Tokio Hotel: ihre Musik ist unerschrocken und unprätentiös, ihre deutschen Texte direkt und wütend. 1000 Robota gefallen Ü-30-Jährigen genauso, wie englischen Teenies, die die Texte zwar nicht verstehen, sie aber trotzdem mitbrüllen - gelebte Völkerverständigung.
Auf Tour geht’s in den Sommerferien: Jonas und Basti gehen noch zur Schule. So wie’s sich heutzutage gehört, hat die Plattenfirma die Band bei MySpace entdeckt. Auch wenn sie noch selber schleppen müssen: die Jungs sind Teil der Hipster ihrer Generation. Kaum den Plattenvertrag unterschrieben, hingen sie schon im Nightliner der Klaxons ab. Mit ihrer Musik zwischen Indierock und früher Neuer deutscher Welle wollen sie die öde Generation Klingelton aufmischen. Die Robotas schrammeln sich in alter Punk-manier die Alltagswut aus dem Bauch: keinen Bock auf Funktionieren-Sollen und Lügen-müssen. Auf Deutsch geht’s am besten.
Große Klappe, cooler Look und Songs, die auf die Kacke hauen. Zutaten, die schon so einige Bands in den Rockolymp gebracht haben, schon möglich, dass die 1000 Robota auch bald dort oben anzutreffen sind.
Neues Album "Du nicht er nicht sie nicht" Veröffentlichung: 26.09.2008 Tapete Records