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13/05/2008 - Jazz - 13/05/08

New Orleans Funk

“New Orleans Funk Vol. 2. The Second Line Strut”


Wer glaubt, dass Funk gleich Funk ist, der wird von Soul Jazz Records eines Besseren belehrt. Die unfehlbaren Trüffelschweine der Musikgeschichte setzen ihre phänomenale „New Orleans Funk“ Reihe mit einer zweiten Kompilation fort.

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New Orleans ist allgemein berühmt als Wiege des Jazz. Mit Funk und Soul verbindet man indessen den spezifischen Soul des Motown-Labels, mit deren Sänger und Vocalgroups wie Marvin Gaye und The Supremes, oder mit Galionsfiguren des Funk, wie James Brown und George Clinton. Die Besonderheit des New Orleans Funk beruht dagegen in seinen vielfältigen Ausformungen. Denn während die genannten populären Vertreter ihren Stil zum unverkennbaren Markenzeichen formten, zeichnet sich der New Orleans Funk durch seinen impulsiven und lebhaften Mardi-Gras-Spirit aus. Der jährlich stattfindende Mardi Gras gehört zu den kulturellen Höhepunkten New Orleans. An dem Tag vor Aschermittwoch tanzt und feiert die ganze Stadt zum Jazz, Soul, Funk, Zydeco, oder dem Delta- und Swamp-Blues der zahlreichen Bands. Diese Impulsivität spiegelt sich im New Orleans Funk wider und ist zugleich Nährboden für ihn. Das spezifische Kolorit all dieser im Mississippi-Delta beheimateten Musikstile wird häufig mit einer traditionellen regionalen Speise verglichen, dem Gumbo. Gumbo ist das Eintopfgericht der Kreolen, ein scharf-gewürzter Mix aus Meeresfrüchten und Fleisch, der stundenlang vor sich hinköcheln muss. Die Speise als auch der New Orleans Funk sind geprägt von den kulturellen Hintergründen der Einwanderer, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus Afrika, Lateinamerika, Frankreich, der Karibik oder dem Bayou kommend, am Mississippi angesiedelt haben.

Und so wähnt man sich nahezu beim Mardi Gras, hört man die Musik von The Meters, Allen Toussaint, Eddie Bo oder Lee Dorsey. More is more lautet die Devise und so setzen sich die Bands meist aus mehreren Sängern, einer voluminösen Rhythmsection mit diversen Percussionisten sowie zahlreichen Bläsern zusammen. Die synkopischen Rhythmen und die voluminösen Bläsersätze erinnern an die Marching Bands des Mardi Gras und die Frage-Antwort-Gesänge vermitteln indirekt das kollektive Erlebnis der ausgelassenen Festivität.

Freunde der afroamerikanischen Musik sollten sich auf keinen Fall die großartige „New Orleans Funk“ Kompilation entgehen lassen.



Matthias Schneider
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V.A.
"New Orleans Funk Vol. 2"

www.souljazzrecords



Erstellt: 09-05-08
Letzte Änderung: 13-05-08


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