Schriftgröße: + -
Home > Film erleben > Nummer 6

Nummer Sechs

Kurz nachdem ein britischer Geheimagent seinen Dienst quittiert, wird er entführt. Er wacht in einem mysteriösen Dorf auf, wo er nur Nummer 6 genannt wird.

> Ein mysteriöser Ort

Nummer Sechs

Kurz nachdem ein britischer Geheimagent seinen Dienst quittiert, wird er entführt. Er wacht in einem mysteriösen Dorf auf, wo er nur Nummer 6 genannt wird.

Nummer Sechs

Samstags vom 24. Juli bis zum 28. August 2010 um 21.55 Uhr - 30/07/10

Nummer 6 (The Prisoner) - Ein mysteriöser Mann an einem mysteriösen Ort

In dieser als "Meisterwerk des Fernsehens" bekannten Serie ist eine permanente Beunruhigung spürbar. Martin Winckler liefert uns daher ein Porträt von Nummer 6 und dem Dorf. Beide sind faszinierend und mysteriös.

Kurz nachdem ein Mann seine Kündigung eingereicht hat, wird er entführt. Er erwacht in einem Dorf am Meer, das man nur mit dem Hubschrauber erreichen kann, da es von einem undurchdringlichen Wald umgeben ist. Das Dorf ist ein goldener Käfig, in dem das Geld durch „Credits“ ersetzt wird, wo sich Haustüren automatisch öffnen, wo man aus Telefonzellen nur Ortsgespräche führen kann, wo Radio und Fernsehen rund um die Uhr ein bewusstseinsmanipulierendes Programm ausstrahlen und wo die Einwohner, Männer wie Frauen, einen Anhänger mit Nummern tragen.
Der Neuankömmling trägt die Nummer 6.

„Fragen belasten die andern, Antworten machen einen unfrei.“


Als er den Dorfbewohnern Fragen stellt, bekommt er zur Antwort: „Fragen belasten die andern, Antworten machen einen unfrei.“ Dieses Leitmotiv steht auf einem Schild, ebenso wie „Wer schweigt, hat ein glückliches Leben“. Im Dorf sind (fast) alle Bewohner freundlich, lächelnd und zuvorkommend. Es sei denn, man stellt Fragen ...

Wo liegt das Dorf? Wer bewacht es? Warum ist Nummer 6 dort gelandet? Was will man von ihm? In einem von einer grünen Kuppel bekrönten Bau sitzt "Nummer 2" mit Schal in einem großen, kugelförmigen Sessel vor einem Steuerpult mit riesigem Bildschirm und überwacht Tag und Nacht das gesamte Dorf und dessen Bewohner. Ohne Unterlass fragt er Nummer 6 nach den Gründen für seine Kündigung.


Nummer 6 antwortet nicht. Er will nicht abgestempelt, etikettiert und gleichgeschaltet werden. Er will sich nicht brechen oder überzeugen lassen. Er will sich nicht fügen. Er ist unbeugsam und unbestechlich. Nicht aus ideologischen Gründen oder aus Überzeugung, sondern weil es seinem Charakter entspricht. Für seine Kündigung gibt es keinen Grund, der auf einen Gegensatz von „gut“ und „böse“ zurückzuführen ist. Es gibt nur Handlungen, und diese Handlungen müssen in Frage gestellt werden, wenn sie das eigene Gewissen belasten. Wenn man sie nicht in Frage stellen kann, muss man zumindest alles tun, um sich nicht mitschuldig zu machen.
Nachgeben oder aufgeben? Nummer 6 hat seine Entscheidung getroffen. Und setzt dafür sogar seinen Verstand und sein Leben aufs Spiel.



Der französische Arzt, Schriftsteller und Fernsehkritiker Martin Winckler hat Nummer 6 in seinem Roman Le Numéro 7 (in Frankreich 2007 erschienen) verarbeitet.

Erstellt: 15-06-10
Letzte Änderung: 30-07-10