08/12/09
Ökodorf Hjortshøj
(Dänemark, ARTE Info, 04.12.2009) In Dänemark macht diese Idee einer ökologischen Gemeinschaft Schule : Im Ökodorf Hjortshøj im Norden des Landes geht es nicht nur um Energieersparnis, sondern auch um die Überbrückung sozialer Unterschiede.
Es ist keine Überraschung - im Norden Dänemarks stürmt und regnet es. Dieses Wetter aber stört im Ökodorf Hjortshøj niemanden. Im Gegenteil: die Bewohner machen es sich zunutze. Pierre Lecuelle lebt seit 20 Jahren in Hjortshøj. Der Ökopionier ist einer der Mitbegründer des Dorfprojekts. Schon vor zwanzig Jahren entschied er sich für einen alternativen Lebensstil: "Die Energiepolitik unseres Dorfs beruht auf zwei Dingen. Was den Energieverbrauch angeht, haben wir gleich von Anfang an den Bau von Energiesparhäusern in Angriff genommen. Und zur Energieproduktion benutzen wir ausschließlich erneuerbare Energiequellen wie Holz- und Sonnenenergie."
Die Heizanlage versorgt sämtliche Häuser des Dorfes. Alle Gebäude besitzen Sonnenkollektoren, Mauern aus Strohlehm und Schredderpapier zur Wärmedämmung. Dadurch spart man jährlich rund einhundert Euro Heizkosten. Aber Wohnen ist nicht alles... Die Bewohner haben auch beschlossen, sich gesund zu ernähren. Selber züchten sie Vieh und bauen Gemüse an. Genug, um die 250 Bewohner fast das ganze Jahr mit Obst und Gemüse zu versorgen. Hier treffen sich ein paar Einwohner zum gemeinsamen Abendessen. Am Herd stehen Susanne und Gunnar, er ist der Spezialist für erneuerbare Energien: "Am interessantesten finde ich, dass man sich hier seine eigene Umwelt schaffen kann. In unserem Dorf gibt es keine Normen, die zwangsläufig für alle gelten. Wir sind keine Schachfiguren, die man hin und her schiebt und zur Anpassung zwingt. Ich zum Beispiel habe an unserer Heizanlage gearbeitet und damit einen Beitrag zu meiner Umwelt geleistet. Genau das reizt mich."
Jeder Dorfbewohner engagiert sich hier je nach seinen Fähigkeiten und seiner zur Verfügung stehenden Zeit. Auch ist Hjortshøj kein "Club der Reichen". Es gibt hier nicht nur Privathäuser, sondern auch Sozialwohnungen. Die Überbrückung sozialer Unterschiede gehört zu den Zielen des Projekts, erklärt Pierre Lecuelle: "Ökologie wie wir sie verstehen beschränkt sich nicht darauf, Sonnenkollektoren auf Dächern anzubringen oder in Niedrigenergiehäusern zu wohnen. Zu nachhaltiger Entwicklung gehört für uns auch der soziale Aspekt. Um ehrgeizige Projekte in Angriff zu nehmen, braucht man die anderen, um sich gegenseitig zu motivieren. Daher kommt die Idee, einen sozialen Ort zu gründen, der menschliche Beziehungen erleichtert."
Damit dies so bleibt, wird es in Hjortshøj nicht noch mehr Häuser und Bewohner geben. In Dänemark macht diese Idee einer ökologischen Gemeinschaft Schule.
ARTE Info
Freitag 4. Dezember 2009 um 12.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(2009, 15mn) ARTE G.E.I.E.
Erstellt: 04-12-09
Letzte Änderung: 08-12-09