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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 23. Dezember 2004 - 20/12/04

Oh happy day

Ein Film von Hella Joof


Gospel für Anfänger

Synopsis: Hausfrau Hannah singt in der dänischen Provinz wöchentlich in einem mehr als mäßigen Gospelchor. Durch einen Unfall, den sie versehentlich verursacht, ist Moses Jackson – ein waschechter schwarzer Gospelchorleiter - gezwungen, mehrere Wochen in dem kleinen Ort auszuharren. Beherzt lädt Hannah ihn zur Chorprobe ein – eine Tat, die den lokalen Chor und ihr Leben ordentlich verändern wird.

Kritik: Hella Joof ist eigentlich gelernte Schauspielerin, OH HAPPY DAY ist ihre zweite Spielfilmregie. Sie erzählt eine recht seltsame Geschichte, die aber dennoch funktioniert. Mitten in der dänischen Provinz lässt sie Hausfrau Hannah – dargestellt von Lotte Andersen – aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, und sie zur enthusiastischen Gospelsängerin werden. Auf einmal erinnert sich diese, dass sie doch ganz andere Pläne mit ihrem Leben hatte, und inzwischen mehr als zwanzig Jahre vergangen sind. OH HAPPY DAY ist ein Film, in dem es angenehm menschelt - dänischen Filmen eilt dieser Ruf ja mittlerweile zu Recht bereits voraus.

Lotte Andersen, die Hannah spielt, war zuletzt als schizophrene Mette in ALT, NEU, GELIEHEN & BLAU zu sehen. Ihr gelingt es hervorragend, die gelangweilte Ehefrau zu geben, die sich zwar langsam aber dann umso nachhaltiger für Moses Jackson und natürlich auch für seine Musik begeistert. Andersen ist eine enge Freundin der Regisseurin, und hat gemeinsam mit ihr und Jannik Johansen (STEALING REMBRANDT – KLAUEN FÜR ANFÄNGER) das Drehbuch zum Film geschrieben. In OH HAPPY DAY haben die Figuren angenehmerweise noch Ecken und Kanten: So ist Moses Jackson etwa Alkoholiker und Hannah hat zwar eine Happy Night mit ihm, das bedeutet aber keineswegs, dass sie auch ein Happy End bekommt.

Aber trotz anteiligem Realismus im Film, auch vor Kitsch macht Hella Joof nicht halt: Als sich Hannah und Moses etwa nachts in der Kirche zur romantischen Zweisamkeit treffen, regnet es rote Rosenblätter vom Himmel. Das kann man ihr nicht einmal richtig übel nehmen, denn die Regisseurin ist völlig enthusiastisch für ihren Film, das spürt man. Dieses Gefühl überträgt sich auf ihre Crew und zuletzt auch auf den Zuschauer.

Hella Joof vertraut darauf, dass die Kraft der Musik stärker ist als alle Grenzen, und sie behält Recht. Die Gospelmusik trägt den Rhythmus des Films, aber keine Sorge: Auch Gospelnichtfans (wie die Autorin selbst) kommen hier auf ihre Kosten. Die Filmmusik hat übrigens Rick Astley komponiert, der 1987 mit seinem Hit „Never Gonna Give You Up“ in etlichen Charts auf Nummer Eins landete.

OH HAPPY DAY ist ein Film über ein religiöses Thema, aber es ist kein religiöser Film. Hella Joof: „Ich hoffe aufrichtig, dass uns eine spirituelle Komödie gelungen ist. (…) Es ist schwierig, Leute zu beobachten, die ihre Hemmungen einfach über Board werfen und sich schließlich mit ihren Händen - und wahrscheinlich auch ihren Beinen – über dem Kopf wieder finden. Denn in den Momenten der Ekstase, wenn wir uns trauen loszulassen, sind wir Menschen am schönsten und Gott am nächsten. Die Leute in diesem Film waren nie besonders schön, oder Gott besonders nah. Daher dachte ich, dass sie jetzt mal an der Reihe sind.“

Nana A.T. Rebhan
Oh happy day
Dänemark 2004, 98 Min.
Regie: Hella Joof
Mit Lotte Andersen, Malik Yoba, Ditte Graböl, Kurt Ravn

Erstellt: 20-12-04
Letzte Änderung: 20-12-04