Kino auf ARTE - 03/11/11
Out of the Blue
Spielfilm, USA 1980, ARTE F
Regie: Dennis Hopper; Buch: Leonard Yakir, Brenda Nielson; Kamera: Marc Champion; Schnitt: Doris Dyck; Musik: Tom Lavin, Neil Young; Produzent: Gary Jules Jouvenat, Leonard Yakir; Produktion: Robson Street
Mit: Dennis Hopper - (Don Barnes), Sharon Farrell - (Kathy Barnes), Linda Manz - (Cindy "Cebe" Barnes), Raymond Burr - (Dr. Bean), Don Gordon - (Charlie)
Cindy "Cebe" Barnes lebt mit ihrer Mutter in einer öden U.S.-Kleinstadt. Ihr Vater sitzt im Gefängnis, seit er volltrunken mit seinem Truck in einen Schulbus gefahren ist. Cindy hat den Unfall als kleines Mädchen miterlebt und ist seither traumatisiert, spielt nach außen hin jedoch den coolen, unantastbaren Teenager. Als ihr Vater entlassen wird, zerbricht Cebes Traum von einem Neuanfang: Die Mutter ist heroinabhängig und der Vater trinkt. Cindys verzweifelte Rebellion führt schließlich zur Katastrophe ...
Cindy steht an der Schwelle zur Pubertät und lebt allein mit ihrer Mutter in einer verschlafenen nordamerikanischen Kleinstadt. Seit sie vor fünf Jahren mit ihrem Vater im Lastwagen saß, den dieser volltrunken in einen Schulbus steuerte, ist das junge Mädchen traumatisiert. Nach außen hin jedoch gibt sie sich cool und unantastbar, ist schlagfertig und rebellisch. Sie imitiert nicht nur ihr großes Idol Elvis Presley sondern auch ihren inhaftierten Vater. Sie raucht und weiß sich scheinbar immer zu wehren. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass Cindy tief verletzlich und ihre Rebellion nur Ausdruck ihrer Ängste und Frustrationen ist.
Als ihr Vater Don entlassen wird, stellt sich nicht Cindys Traum von einem intakten Familienleben ein, sondern im Gegenteil, die Lage verschlimmert sich noch: Ihr "Daddy" ist nach seinem Aufenthalt im Gefängnis am Ende. Er trinkt, legt sich mit dem Vater eines der Unfallopfer an und verliert letztlich seinen Job. Cebe verteidigt ihn, wo sie nur kann, dennoch erträgt sie kaum den allabendlichen Streit ihrer Eltern, die sich zugedröhnt anbrüllen. Eines Abends kommt es dann zur Katastrophe ...
Dennis Hopper, der ursprünglich nur als Darsteller des Don Barnes eingestellt worden war, übernahm im Laufe der Dreharbeiten auch die Arbeit des Regisseurs. Der Film wurde in Vancouver, Kanada, gedreht, mit vielen Verweisen auf die damalige Punk-Szene der Stadt. So treten beispielsweise auch die "Pointed Sticks" auf, eine der berühmtesten Bands in der Punk-Ära Vancouvers. Generell spielt Musik eine wichtige Rolle im Film: Cebe ist großer Elvis-Fan, der Filmtitel wurde dem Lied "My My, Hey Hey (Out of the Blue)" von Neil Young entnommen, der auch, zusammen mit Tom Lavin, den mitreißenden Soundtrack des Films komponierte. "Out of the Blue" lief 1980 im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes.
"Ein pessimistisches Teenager-Porträt, das schonungslos den Zerfall der Familie und das Scheitern des Amerikanischen Traums beschreibt. Der Film ist überzeugend gespielt und streckenweise bemerkenswert in Milieuschilderung, Musikdramaturgie und Bildwirkung." ("film-dienst", 2008)
Out of the Blue
Montag 28. November 2011 um 03.10 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, 1980, 89mn)
ARTE F
Erstellt: 03-11-11
Letzte Änderung: 03-11-11