Offizieller Wettbewerbsbeitrag
Synopsis: Matteo und Emma sind seid über zehn Jahren zusammen. Eigentlich sind sie glücklich. Sie haben eine nette kleine Tochter und ein schönes Haus. Ungewollt verliebt sich Matteo in die junge Elena, die ihm kurz darauf das Leben rettet, als er fast ertrinkt. Er ist so sehr verliebt, dass er nicht mehr zu seiner Kleinfamilie zurückkehrt, und alle im Glauben lässt er sei tot und seine Leiche unauffindbar.
Kritik: Was ein Film wie dieser im Wettbewerb verloren hat ist eine berechtigte Frage. Er hat das Niveau eines Vorabendfernsehfilms, und seine impulsiven italienischen Landleute buhten das Werk auf der Pressevorführung zu recht gehörig aus. Michele Placido konstruiert eine schon etwas peinlich romantische Liebesgeschichte, die so ziemlich alle Klischees erfüllt. Da arbeiten Matteo und Emma gemeinsam im Krankenhaus. Ausgerechnet dort verliebt er sich in die junge Medizinstudentin Elena (gespielt von Violante Placido, der Tochter des Regisseurs), die ihn an Emma erinnert, als sie zehn Jahre jünger war.
Damit der Zuschauer das auch versteht, lässt Placido einen Professor auftreten – der ebenfalls in Elena verliebt ist – und ihr erklärt, dass „jede Liebe aus der Vergangenheit lebt“. So spielen selbstverständlich Fotos der gemeinsam mit Emma erlebten Zeit vor zehn Jahren ebenfalls eine große Rolle – Matteo erinnert sich seiner Liebesgefühle von damals, wenn er sich diese bedächtig ansieht. Gleichzeitig muss er an Elena denken, die jetzt existiert. Der arme Familienvater ist hin und hergerissen zwischen seiner Pflichterfüllung und den großen erwachten Gefühlen. Das nervt nicht nur Elena, sondern auch den Zuschauer. Einige italienische Kritiker riefen Matteo unter lautstarkem Gelächter des restlichen Publikums deshalb schon bald zu, was dieser zu tun habe, etwa: „Fass sie an – jetzt.“ Parallel dazu erzählt der Film, wie das Leben für Emma und ihre kleine Tochter weitergeht – beide nehmen ja an, dass Matteo bei dem Unfall – bei dem sein Sanitätswagen im Wasser des Tiber versunken ist – ums Leben kam und seine Leiche unauffindbar ist.
Leonardo, der Chefarzt der Station, auf der Emma arbeitet – tritt in ihr Leben. Er hat es schon lange auf sie abgesehen, und nutzt nun die Situation aus. Auch dazu gab es dramatisch gemeinte Szene, die dem Publikum vor allem zur Erheiterung diente. Emma weint über den Verlust ihres unersetzlichen Matteo, und Leonardo stellt knapp fest: „Was weinst du um einen, der weg ist. Ich bin doch da.“ Diese Dialoge sind selbstredend, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Nana A.T. Rebhan
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Ovunque Sei
Italien 2004, 85 Min.
Regie: Michele Placido
Mit Stefano Accorsi, Barbora Bobulova, Violante Placido, Stefano Dionisi
Offizieller Wettbewerbsbeitrag






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