Griechische Familienpolitik
In die Politik wurde er hineingeboren, er ist Spross einer der großen Politikerfamilien Griechenlands. „Giorgakis“ der kleine Giorgos wurde er lange genannt, denn schon sein gleichnamiger Großvater war Mitte der 60er Jahre Regierungschef. 1981 dann kam Giorgos Papandreous Vater an die Macht. Die Papandreous sind einer der drei großen Politik-Clans, die Griechenland seit Jahren beherrschen. Sie haben dem Land den Schlamassel eingebrockt – mit Korruption und einem einer undurchsichtigen Finanz- und Steuerpolitik.Politische Laufbahn
1984 wurde Papandreou in das Zentralkomitee der sozialdemokratischen Partei gewählt, 1999 bis 2004 war er Außenminister. Seit 2006 ist er Chef der Sozialistischen Internationalen, dem weltweiten Zusammenschluss von sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien. Ministerpräsident – das Amt trauten ihm viele lange nicht zu. Zwei Mal haben die Griechen nicht für ihn gestimmt. Dabei ist er zumindest auf internationalem Parkett zu Hause. Geboren im US-Bundesstaat Minnesota, aufgewachsen in Californien hat er in den USA, Kanada, Schweden und Großbritannien Soziologie und Politik studiert.Der EU-Liebling
Die EU hielt ihn lange für einen verlässlichen Partner im Kampf gegen die Euro-Krise. Dieses Vertrauen hat er mit dem Vorstoß des Euro-Referendums verspielt. Denn vorher hatte er die xte Rettung seines Landes ausgehandelt: 50 Prozent der Schulden sollten erlassen oder zumindest umgeschichtet werden. Im Gegenzug verlangte die EU neue Sparmaßnahmen. Europas Staats- und Regierungschef atmeten erleichtert auf, die Katastrophe war damit kurzzeitig abgewendet.Schon am Mittwoch erklärte der sozialistische Abgeordnete Dimitris Lintzeris: Papandreou ist Geschichte. Tatsächlich bewegt sich der Ministerpräsident auf dünnem Eis, er hat rein rechnerisch nur zwei Stimmen Vorsprung im Parlament. Und mindestens zwei Abgeordnete erklärten schon jetzt im griechischen Fernsehen dem Regierungschef nicht ihr Vertrauen auszusprechen. Griechenland retten – das war für Giorgos Papandreou die letzten Monate die reinste Sisyphusarbeit. Immer wieder kämpfte er mit Rückschlägen: Eine sture Opposition, streikende Landsleute und ein unberechenbarer Finanzmarkt. Der Poker zum Euro-Referendum und die Vertrauensabstimmung um Mitternacht im Parlament mag vielleicht politischer Selbstmord gewesen sein.







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