Schriftgröße: + -
Home > Kultur entdecken > Summer of the 70s

Summer of the 70s

Das waren die 70er! 10 Jahre zwischen Protest, Disco und Glamrock.

> Die wilden Seventies > Peter Ensikat

Summer of the 70s

Das waren die 70er! 10 Jahre zwischen Protest, Disco und Glamrock.

Summer of the 70s

Vom 04. bis zum 08. August um 20.15 Uhr: Die wilden Seventies - 29/08/08

Peter Ensikat

Peter Ensikat: Stellen Sie sich vor, es ist 1970 und Sie sind eine Stadt, ein Buch, ein Film…
Die Antworten von Peter Ensikat

Ostberlin in den frühen 1970er Jahren. Damals ist Peter Ensikat um die Dreißig und frischgebackener Vater. Nach einem Studium an der Theaterhochschule Leipzig und einigen Jahren als Schauspieler am Dresdner „Theater der jungen Generation“ sattelt er auf Kabarettautor um. Diese neue Karriere führt ihn nach Ostberlin, wo er ab 1969 für das berühmte Kabarett „Die Distel“ schreibt, dessen künstlerische Leitung er nach dem Mauerfall übernimmt. Zu DDR-Zeiten lässt man ihn seine systemkritischen Texte schreiben, aber naiv ist er nicht: er weiß, dass er im freiheitsberaubenden System der damaligen DDR nur aufgrund seiner „Ventilfunktion“ geduldet wird. Noch in den 70er-Jahren beginnt er, auch als Drehbuchautor fürs Fernsehen zu arbeiten. Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Abschwächen der anfänglichen Begeisterung macht sich Peter Ensikat daran, die Kultur und Geschichte der DDR aufzuarbeiten. Er warnt seine Landsleute vor der Versuchung, die Spuren der DDR-Vergangenheit völlig auszulöschen.

  • Fragebogen nach Marcel Proust

Stellen Sie sich vor, es ist 1970 und Sie sind …
… eine Stadt:
In den 70er in der DDR gab es nur eine Stadt, das war Berlin. Man musste nach Berlin ziehen, weil alles andere war Provinz. Wenn in der DDR überhaupt mal auf etwas geguckt wurde, dann war’s Berlin.

… ein Reiseziel:
Dann wäre ich nach Bulgarien gefahren.

… eine Farbe:
Rot.

… ein Motto:
Ich habe es zuerst auf Französisch gelesen, auch in den 70er Jahren : „Soyons réalistes, exigeons l’impossible“.

… ein Kleidungsstück:
Ich wäre eine Jeanshose.

… ein Buch:
„Hundert Jahre Einsamkeit“.

… eine LP oder ein Song:
Es ist mir jetzt peinlich aber es wäre damals Biermann gewesen.

… ein Film:
„Die Kranische zieh’n“

Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am meisten?
Weiss ich nicht

Welche Utopie oder welches Konzept vermissen Sie am wenigsten?
Die RAF

Welches Erlebnis hätten Sie nur in den 70er Jahren haben können?
Es fällt mir nichts ein... So eine Geschichte war, dass die Absetzung Ulbrichts erstmal und sein nahendes Ende, wo wir alle sagten, also der Honecker, Ulbricht wird künstlich beatmet, Honecker steht auf dem Sauerstoff, Schlauch, aber Ulbricht lebt immer weiter und 73, als die Weltfestspiele statt fanden, hat Honecker ja mal den Schlauch kurz vom Fuss genommen, das musste er überleben, und dann hat zufällig ein Arzt darauf getreten und dann gegen den Will von Honecker zum falschen Zeitpunkt gestorben, das war nur der Zeitpunkt, der falsch war.
..............................................................
Die wilden Seventies
Vom 04. bis zum 08. August 2008 um 20.15 Uhr
Regie: Emmanuelle Nobécourt
Produktion: Fabrice Coat
Autor: Didier Varrod
Produktion : Program33, ARTE GEIE
...............................................................

Erstellt: 28-07-08
Letzte Änderung: 29-08-08


+ aus Kultur entdecken