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Mein Leben mit der Mauer

Romy Straßenburg und Eva John haben sich auf die Suche nach jenen Männern und Frauen gemacht, die bis November 1989 mit und trotz der Mauer gelebt haben.

Mein Leben mit der Mauer

Die Partei hat immer Recht? - 31/08/09

Peter Steglich: Trüber historischer Nebel

Peter Steglich war Botschafter. Er besitzt feine Manieren und Ruhe. Er vergisst nicht und steht zu seiner Vergangenheit.



Das Erinnern sollte zum Bemühen gehören, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu vermitteln und möglicherweise daraus etwas zu lernen.“ Das schreibt Peter Steglich im März 2009 in der Broschüre „Die DDR und Nordeuropa - Versuchte Erinnerung“. Es gab Zeiten, da hat er viel geschrieben über Grundsatzfragen der Außenpolitik der DDR. Er war Botschafter in Schweden und vertrat die DDR auf den KSZE-Konferenzen in den 80er Jahren. Fotos in seinem Arbeitszimmer erinnern an diese Zeit... Steglich neben dem schwedischen König, Steglich im Gespräch mit Olaf Palme.

Ich stehe zu meiner Vergangenheit“, sagt er, wenn über seine Arbeit für den Sozialismus, über die Fehler der Staatsführung oder über die Stasi spricht.

Heute lebt Steglich mit seiner spanischen Lebensgefährtin in Berlin Mitte in einem sanierten Plattenbau mit Blick auf den Fernsehturm. Gerade liest er einen Roman auf russisch. Im Bücherregal entdecken wir schwedische, finnische und spanische Titel. Mit seiner Freundin sprechen wir französisch. Kennen gelernt haben sie sich auf Konferenzen, er der Diplomat, sie die Dolmetscherin. Den politischen Kampf hat er aufgegeben, auch wenn die Politik ihn nicht loslässt. Mit dem Ende der DDR war auch seine politische Arbeit sinnlos geworden. Das Regime hat in seinen Augen eine historische Chance verspielt. Ob es eine zweite geben wird, kann er nicht sagen. So bleibt ihm die „Versuchte Erinnerung“, denn, so schreibt er: „Vergangenheit darf nicht zu einem trüben historischen Nebel werden. Sie bleibt Teil der Geschichte.“

Erstellt: 18-08-09
Letzte Änderung: 31-08-09


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