Vor gut einem Jahr ging Soulman James Brown von uns. Jetzt erweist Philippe ihm die letzte Ehre. Als wahrscheinlich größter französischer Fan hat er zwei Kilo und zweihundert Seiten Fotos und Anekdoten zusammengetragen, die Browns unglaublichen Aufstieg vom Baumwollpflücker aus Giorgia, zum Soul-Gott illustrieren. Der Mann ist ein Mythos und wurde im 21. Jahrhundert von der Hip Hop-Szene zum meist gesampelten Musiker der Welt gemacht. 1968 in der malerischen Champagne: Als der 14jährige Philippe Manœuvre "Papa's got a brand new bag" auflegt, wird er von dessen Sound umgehauen. Davon hat er sich wohl bis heute nicht erholt, denn 40 Jahre später besitzt der Musikjournalist hunderte Alben des Soul-Man.
Momentan sitzt Manoeuvre in der französischen Superstar-Jury, aber bekannt geworden ist er vor allem als Moderator der beideneinzigen beiden französischen Kult-TV-Musikshowsendungen der Achtziger. Der ehemalige Chefredakteur eines Science-Fiction-Comics führt seit 1993 das Musik-Magazin Rock & Folk, den französischen Rolling Stone. Ob Paul McCartney, Madonna oder Mick Jagger, sie alle haben Philippe Rede und Antwort gestanden. Doch trotz dieser kleinen Seitensprünge gab es für ihn immer nur den Einen. Sein Idol James Brown.Das mindeste, was man über seine Begegnungen mit dem Altmeister sagen kann ist, dass sie ziemlich unorthodox abgelaufen sind. So auch 1990 : "der Plan war, nach Augusta zu fliegen. James Brown wird im Gefängnis davon informiert, er täuscht Zahnschmerzen vor, damit er zum Zahnarzt gebracht wird, wo ich auf ihn warte. Verrückte Geschichte. Aber sie passt zu seinem Motto "Too much is not enough". Der hatte Sprüche drauf… „Zur Reinkarnation sage ich nichts, du weißt, was sie mit Johannes dem Täufer gemacht haben.“ Das gehört in meine persönliche Top Ten der besten Antworten aller Zeiten."

BuchJames Brown (2007) von Philippe Manœuvre
bei Les éditions du Chêne







per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

