Die Phillipinen - Land der Extreme
Asiatische Hochburg der Prostitution mit fast 500.000 Frauen und Kindern, die im Sexgeschäft verheizt werden, und gleichzeitig strenggläubige katholische Enklave in einem überwiegend muslimisch-buddhistischem Gebiet. Die Philippinos erben einen ultra-korrupten Staatsapparat, den Präsident Ferdinand Marcos in seiner 20-jährigen Amtszeit perfektioniert, bevor er 1986 gestürzt wird. Der autoritäre Staat verhängt ein fast zehn Jahre andauerndes Kriegsrecht und schreckt 1983 auch nicht davor zurück, den Oppositionsführer ermorden zu lassen. Ein diktatorisches Regime, das mit Vorliebe die Präsidentenfamilie in Szene setzt, wie hier Ehefrau und Ex-Miss Manila Imelda, und ihre 3500 Paar Schuhe! In der Marcos-Ära gibt es nur einen Regisseur, der sich mit dem Regime anlegt: Lino Brocka. Eine Legende, die zum Sprachrohr des verzweifelten Proletariats von Manila wird. Brocka tritt an die Spitze der regierungsfeindlichen Bewegung “Gerechtigkeit für alle“ und trägt so zu Marcos’ Sturz bei, bevor er 1991 bei einem Autounfall stirbt."Tribu" de Jim Libiran
Der Autoditakt Jim Libiran studiert Soziologie an der Uni von Manila und verarbeitet die Ergebnisse seiner Untersuchungen in seinem Debüt-Film "Tribu", der philippinischen Version von „City of God“. Diesen Sommer ist der militante Filmemacher beim “Festival Paris Cinéma“ zu Gast. Wie Brocka 30 Jahre vor ihm, geht Libiran in die Slums und zeigt die berüchtigten Straßen von Manilas Elendsviertel Tondo, wo im Kreuzfeuer der Bandenkriege 250.000 Menschen hausen. Ein Labyrinth, das der Regisseur nur allzu gut kennt, denn er ist hier aufgewachsen, bevor er Sozialarbeiter wurde."Serbis" de Brillante Mendoza

beim Filmfestival von Cannes 2008
Unser Interview mit Brillante Mendoza

Als "Serbis" im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes läuft, erhitzt er nicht nur die Gemüter der Jury. Die zum Teil aus Laienschauspielern bestehende Crew findet ein bisschen Provokation nicht verwerflich. "Serbis" ist die Geschichte eines heruntergekommenen Porno-Kinos in Manila. Das "Family" ist Wohn – und Arbeitsplatz der Familie Pineda, die hier in Endlosschleife Sexfilme aus den 70ern zeigt. Der 48-jährige Brillante Mendoza kommt aus der Werbe-Branche. "Serbis" ist sein 5. Spielfilm in knapp zwei Jahren. Freud und Leid eines Clans, hin- und hergerissen zwischen christlichem Glauben und der Prostitution, die sich in seinem Kino breitmacht.







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