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2008.11.21 - 23.20 : Tracks - 05/12/08

Philippinische Regisseure

In den 80ern liegen die Philippinen auf Platz drei der filmproduzierenden Länder. Jetzt fährt eine neue Filmemacher-Generation die Krallen aus und lässt es ordentlich krachen.

Die Phillipinen - Land der Extreme

Asiatische Hochburg der Prostitution mit fast 500.000 Frauen und Kindern, die im Sexgeschäft verheizt werden, und gleichzeitig strenggläubige katholische Enklave in einem überwiegend muslimisch-buddhistischem Gebiet. Die Philippinos erben einen ultra-korrupten Staatsapparat, den Präsident Ferdinand Marcos in seiner 20-jährigen Amtszeit perfektioniert, bevor er 1986 gestürzt wird. Der autoritäre Staat verhängt ein fast zehn Jahre andauerndes Kriegsrecht und schreckt 1983 auch nicht davor zurück, den Oppositionsführer ermorden zu lassen. Ein diktatorisches Regime, das mit Vorliebe die Präsidentenfamilie in Szene setzt, wie hier Ehefrau und Ex-Miss Manila Imelda, und ihre 3500 Paar Schuhe! In der Marcos-Ära gibt es nur einen Regisseur, der sich mit dem Regime anlegt: Lino Brocka. Eine Legende, die zum Sprachrohr des verzweifelten Proletariats von Manila wird. Brocka tritt an die Spitze der regierungsfeindlichen Bewegung “Gerechtigkeit für alle“ und trägt so zu Marcos’ Sturz bei, bevor er 1991 bei einem Autounfall stirbt.

"Tribu" de Jim Libiran

"Tribu" von Jim Libiran
prämiert beim Festival Paris Cinéma.
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Der Autoditakt Jim Libiran studiert Soziologie an der Uni von Manila und verarbeitet die Ergebnisse seiner Untersuchungen in seinem Debüt-Film "Tribu", der philippinischen Version von „City of God“. Diesen Sommer ist der militante Filmemacher beim “Festival Paris Cinéma“ zu Gast. Wie Brocka 30 Jahre vor ihm, geht Libiran in die Slums und zeigt die berüchtigten Straßen von Manilas Elendsviertel Tondo, wo im Kreuzfeuer der Bandenkriege 250.000 Menschen hausen. Ein Labyrinth, das der Regisseur nur allzu gut kennt, denn er ist hier aufgewachsen, bevor er Sozialarbeiter wurde.



"Serbis" de Brillante Mendoza

"Serbis" von Brillante Mendoza
beim Filmfestival von Cannes 2008
Unser Interview mit Brillante Mendoza
Vor 25 Jahren brauchte Regisseur Joey Gosiengfiao, der Pedro Almodóvar des philippinischen Kinos, nur einen BH zu entsorgen, um in seiner Heimat einen Skandal auszulösen. Mit „Serbis“ werden jetzt schwerere Geschütze aufgefahren. I-Tüpfelchen auf dem neuen Film von Brillante Mendoza sind die realen Sex-Szenen.
Als "Serbis" im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes läuft, erhitzt er nicht nur die Gemüter der Jury. Die zum Teil aus Laienschauspielern bestehende Crew findet ein bisschen Provokation nicht verwerflich. "Serbis" ist die Geschichte eines heruntergekommenen Porno-Kinos in Manila. Das "Family" ist Wohn – und Arbeitsplatz der Familie Pineda, die hier in Endlosschleife Sexfilme aus den 70ern zeigt. Der 48-jährige Brillante Mendoza kommt aus der Werbe-Branche. "Serbis" ist sein 5. Spielfilm in knapp zwei Jahren. Freud und Leid eines Clans, hin- und hergerissen zwischen christlichem Glauben und der Prostitution, die sich in seinem Kino breitmacht.



"Three Days of Darkness" de Khavn De La Cruz

"Three Days of Darkness" von Khavn De La Cruz
wurde beim Festival Paris Cinéma präsentiert.
Auch "Three Days of Darkness" - "Drei Tage der Dunkelheit" wird beim Pariser Festival gezeigt. Regisseur Khavn De La Cruz parodiert das Horrorgenre mit satanistischen Ritualen, die stark an Kasperle-Theater erinnern. Ein Kunstgriff, mit dem der Bad Boy des philippinischen Films die Bigotterie seiner Landsleute aufs Korn nimmt.



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Samstag 22. November 2008 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 19-11-08
Letzte Änderung: 05-12-08


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