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Philosophie

Raphaël Enthoven diskutiert heute mit der französischen Philosophin Fabienne Brugère über die Philosphie der Fürsorge.

Philosophie

Raphaël Enthoven empfängt Daniel Mesguich - 22/03/10

Philosophie - Theater

Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: Theater


Das Theater gibt dem Denken ständig Rätsel auf. Theater macht Zeit sichtbar, erfüllt Raum mit Leben, verleiht dem Körper des Schauspielers Präsenz und ist eine vergängliche Kunst, die aber das Sein und das Bewusstsein dauerhaft prägt. Calderons barocke Anschauung von der Welt als Theater gibt uns in unserer heutigen "Gesellschaft des Spektakels" immer noch Fragen auf: Kann es sein, dass die ganze Welt nur eine Bühne ist? Aber wer wäre dann der Puppenspieler, der über allem Irdischen steht und die Fäden zieht?

Der philosophische Parcours führt Raphaël Enthoven von Diderots berühmter Schrift "Das Paradox über den Schauspieler" aus dem 18. Jahrhundert über Ernst Lubitschs Film „Sein oder Nichtsein“ bis hin zu Antonin Artauds revolutionärer Schrift "Das Theater und sein Double". Artaud verfolgte in ihr seine Idee eines nichtrepräsentativen Theaters mit aller Schärfe und bis zur letzten Konsequenz: Das Theater ist für ihn demnach nicht mehr Abbild der Wirklichkeit, sondern ganz im Gegenteil, die Realität bildet das Schauspiel ab.

Ist das Theater also selbst schon so etwas wie eine Art Philosophie? All die unzähligen Theatertheorien verblassen spätestens in dem Moment, wenn ein Schauspieler auf die Bühne tritt und seine ersten Worte spricht. Und gerade darum bleibt es lohnenswert, das eigene Erstaunen darüber zu hinterfragen. Zu Gast ist heute deshalb der Schauspieler, Regisseur und Schauspiellehrer Daniel Mesguich. Er hat als Experte aus der Praxis selbst einen bedeutenden Essay über das Theater verfasst - über das Theater als ewig Ephemeres, das - wie die Welt an sich - rein philosophisch letztendlich nur schwer zu begreifen ist.


Hintergrundinformationen zu in der Sendung erwähnten Literatur oder Personen:


Shakespeare
William Shakespeare, Wie es euch gefällt (hier: Akt II, Szene 7)
Aus dem Englischen von August Wilhelm von Schlegel
Reclam Verlag
ISBN: 978-3-15-000469-2

Das Theaterstück „Wie es euch gefällt“ wurde 2004 von William Mesguich (Sohn von Daniel Mesguich) inszeniert.

Jacques Vergès
Jacques Vergès (* 20. April 1924 oder 5. März 1925 in Ubon, Thailand) ist ein französischer Rechtsanwalt.

Régis Debray
Régis Debray (* 2. September 1940 in Paris) ist ein französischer Intellektueller, Journalist, Schriftsteller, Professor und Kampfgenosse Che Guevaras.

Gérard Philipe
Gérard Albert Philipe (* 4. Dezember 1922 in Cannes; † 22. November 1959 in Paris an Leberkrebs) war ein französischer Filmschauspieler. Er zählte zu den populärsten französischen Filmschauspielern seiner Zeit.

Heinrich von Kleist
Heinrich von Kleist, Prinz von Homburg oder Die Schlacht bei Fehrbellin
Insel Verlag 1987
ISBN: 9783458190295

Das Theaterstück « Der Prinz von Homburg » wurde 2005 von Daniel Mesguich inszeniert
Hauptrolle: William Mesguich

Louis Aragon,
Louis Aragon, Das Wahr-Lügen
Aus dem Französischen von Lydia Babilas
Claassen-Verlag, 1985
ISBN-10: 3546410491

Denis Diderot
Denis Diderot, Ästhetische Schriften, BD II: Das Paradox über den Schauspieler, S 489.
Übersetzung von F. Bassenge und Th Lücke
Aufbau Verlag Berlin und Weimar 1967
ISBN-13: 9783884365083

Die Oper „La passion de Gilles“ von Philippe Boesmans und Pierre Mertens – 1983

Antonin Artaud
Antonin Artaud (* 4. September 1896 in Marseille; † 4. März 1948 in Ivry-sur-Seine) war ein französischer Schauspieler, Dramatiker, Regisseur, Zeichner, Dichter und Theater-Theoretiker.

Antonin Artaud, Das Theater und sein Double,
Übersetzung von Gerd Henniger
Fischer, 1969, 3 Auflage 1983. S. 43
ISBN: 3596264510

Shakespeare
Film: „To Be or Not to Be“ / „ Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch, 1942
In der Hitlerrolle Monsieur Bronski: Tom Dugan



Philosophie
Dienstag 1. Dezember 2009 um 01.45 Uhr
Wiederholung am Dienstag 1. Dezember um 07.00 Uhr
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 29-06-09
Letzte Änderung: 22-03-10