Warum freuen wir uns eigentlich? Schwer zu sagen, denn die Welt ist voller Scheußlichkeiten: Es wird gemordet, Kinder werden vergewaltigt und ganze Völker ausgelöscht - in einem solchen Maße, dass es im Prinzip gar keinen Grund zur Freude geben dürfte.

Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault

Ausgehend von diesem Buch suchen Raphaël Eindhoven und sein Gast, die junge Philosophin Marion Richez, die Antwort auf die Frage, was das absolute Glück vom absolut Bösen unterscheidet. Sie stoßen dabei auf Texte von Primo Levi, Hannah Arendt, Nietzsche und Albert Camus. Am Ende der philosophischen Debatte steht die freudvolle Erkenntnis: Zum Glück gehört es zum Wesen der Freude, dass sie nicht auf die Welt angewiesen ist, da man in Momenten der Freude von sich selbst abrückt und schließlich sogar mit einem geschärften Blick auf die Welt aus ihr hervorgeht.
Weiterführende Informationen :
Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, München: Piper 1986 (14. Auflage). Deutsche Übersetzung von Brigitte Granzow
Albert Camus, Hochzeit des Lichts. Impressionen am Rande der Wüste (Noces, 1938), Zürich: Arche 1954. Deutsche Übersetzung von Monique Lang.
Albert Camus, Heimkehr nach Tipasa (L’été, 1938). Zürich: Arche 1957. Deutsche Übersetzung von Guido G. Meister.
Etty Hillesum, Das denkende Herz. Die Tagebücher von Etty Hillesum, 1941-1943, Reinbek: Rowohlt 1998. Deutsche Übersetzung von Maria Csollany.
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Frankfurt/M: Fischer 1961. Deutsche Übersetzung von Heinz Riedt.
Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse. Zur Genealogie der Moral. Kritische Studienausgabe, Herausgegeben von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, München, Berlin: Dtv 2009 (10. Auflage).
Clément Rosset, La force majeure, Paris: Éditions de minuit 1983.
Clément Rosset, Die Wahl der Worte, Berlin: Merve Verlag 1997. Deutsche Übersetzung von Peter Geble (Darin enthalten ist der Aufsatz „Die Freude und ihr Paradox“).
Eine Erklärung von Raphaël Enthoven:
Sehr geehrte Fernsehzuschauer,
wie auch schon bei der ersten Ausstrahlung führte die Sendung "Freude" leider zu einem Missverständnis.
Wenn Sie sich nämlich die Webseite ansehen, werden Sie feststellen können, dass ich diesmal der Gast der Sendung war. Ich bin der Meinung, dass es mehr als gerecht ist, dass auch ich mich einmal dieser schweren Übung unterziehe. Das ist der Grund, warum ich mehr als gewöhnlich geredet habe; ab der zweiten Minute der Sendung tauschen Marion Richez und ich nämlich unsere Rollen.
Wenn jedoch dieses Experiment zu wiederholen wäre, würde ich Marion bitten die Sendung einzuleiten. Die Tatsache, dass ich in einer Sendung, in der ich der Gast bin, als Erster rede, ist wirklich absurd.
Mit freundlichen Grüßen, Raphaël Enthoven






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