Das Intime bezeichnet das uns Innerste, und beruht stets auf einer Beziehung zu Gott, zu einem Freund oder Partner, zu vertrauten Menschen oder Dingen, ohne die wir uns nicht als wir selbst, nicht bei uns zu Hause fühlen. Die Intimsphäre ist somit keineswegs sterile Abschottung, sondern durchaus Öffnung nach außen.

Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE F, Synchronfassung, Stereo, Erstausstrahlung
Regie: Philippe Truffault

Eine Philosophiedebatte über das Intime oder die Kunst, die Dinge an ihren rechten Platz zu rücken.
Gast der Sendung ist Michaël Foessel. Er wurde an der Ecole Normale Supérieure von Fontenay Saint-Cloud ausgebildet und lehrt Philosophie an der Université de Bourgogne. Foessel ist Spezialist für deutsche und politische Philosophie und Autor mehrerer Publikationen: "L'Anthologie Paul Ricoeur" (Points Seuil, 2007), "Kant et l'équivoque du monde" (CNRS Éditions, 2008) und auf Deutsch "Warum streiten Menschen über Gott?" (Campus Verlag, 2009). In seinem jüngsten Essai, "La Privation de l'intime" (Seuil, 2008), hinterfragt Michaël Foessel die moderne Freizügigkeit, indem er den vielschichtigen Bezug zwischen öffentlichem und privatem Leben unter die Lupe nimmt.
ZUSATZINFORMATION
In jedem Menschen steckt ein kleiner Philosoph: Deshalb lädt ARTE jeden Sonntag ein, sich in "Philosophie" mit abstrakten und doch alltäglichen Begriffen wie Macht, Verantwortung oder dem Gesicht auseinanderzusetzen. In offenen Gesprächen reflektiert Raphaël Enthoven mit jeweils einem anderen jungen Philosophen Fragen, die die Menschen von heute beschäftigen: Wie lässt sich Macht legitimieren? Welches Verhältnis haben wir zu unserem Körper? Welchen Einfluss haben Gesichtszüge und visueller Ausdruck auf unseren Charakter?
Fachjargon und trockenen Theorien haben in der Sendung keinen Platz. Raphaël Enthoven und seine Gäste machen Philosophie für jedermann. Die Basis der Diskurse bilden bekannte Fotos, Gemälde und natürlich die Theorien der Philosophen. Raphaël Enthoven und seine Gäste analysieren, reflektieren, interpretieren und spekulieren und vermitteln so auf sympathische Art, dass die Philosophie lebt und unseren Alltag bereichern kann.
Das neue Magazin auf ARTE zeigt Philosophie mal ganz anders. Es regt zum Nachdenken und Diskutieren an und verliert das Wesentliche der Philosophie nicht aus den Augen: die Suche nach Wahrheit und Wirklichkeit. Das Ergebnis sind spannende und lebendige Diskussionen, die Lust auf mehr Philosophie machen.
Hintergrundinformationen
zu in der Sendung erwähnten Literatur oder Personen:
Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München: Piper 1981.
Henri Bergson: Das Lachen. Ein Essay über die Bedeutung des Komischen, Zürich: Arche 1972. Deutsche Übersetzung von Roswitha Plancherel-Walter.
Ein Nachdruck dieser Übersetzung erschien 1988 beim Luchterhand Verlag Darmstadt.
Augustinus von Hippo (auch: Augustinus von Thagaste, Augustin oder Aurelius Augustinus):
Des heiligen Kirchenvaters Aurelius Augustinus Bekenntinsse. Aus dem Lateinischen übersetzt von Dr. Alfred Hofmann. Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 18; Augustinus Band VII, München 1914. Online verfügbar unter http://www.unifr.ch/bkv/buch19.htm [zuletzt abgerufen 11.09.2009].
oder
Augustinus: Bekenntnisse, Reclam 1989.
Michaël Foessel: La Privation de l´intime. Mises en scène politiques des sentiments, Paris: Éditions du Seuil 2008.
Jean-Jacques Rousseau: Brief an d’Alembert über das Schauspiel (1758), in: Schriften, Hg. v. H. Ritter, München, 1978.






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