Oftmals stellt man sich Intuition als übernatürliche Kompassnadel vor, die einem auf geheimnisvolle Weise unfehlbar den richtigen Weg weist. Dabei besteht Intuition einzig darin, die Dinge von Innen heraus zu betrachten, vergleichbar mit der Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Insofern ist Intuition ein Alltagsphänomen, das man durchaus als aktives Handeln betrachten kann. Sie ist nichts weiter als ein nicht reflektiertes Denken mit verstandesmäßig beeinflussten Momenten. Das erklärt auch, weshalb sich das Genie eines Malers, das Talent eines Fußballspielers und die Virtuosität eines Pianisten nicht begrifflich erfassen lassen, sondern es der Intuition bedarf.

Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault

Johannes Schick ist Lehrbeauftragter an der Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Phänomenologie und französische Gegenwartsphilosophie. Er studierte Philosophie, Politik und Religionswissenschaft an der Universität Würzburg und legte seinen Master of Philosophy an der Katholischen Universität Leuven ab. Derzeit promoviert er zum "Emotionsbegriff bei Henri Bergson und seine Rezeptionsgeschichte in der phänomenologischen Tradition". Johannes Schick ist Mitglied des Graduiertenkollegs "Emotions" der Universität Würzburg und referiert in der Société des Amis de Bergson über dieses Thema.
Literaturhinweise zu Zitaten aus der Sendung
Henri Bergson:
- Denken und schöpferisches Werden, Übersetzung Leonore Kottje, Eva Taschenbücher
- Schöpferische Entwicklung, Übersetzung Gertrud Kantorowicz, Diederichs






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