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02/07/09

Pina Bausch

Am 30. Juni verstarb Pina Bausch, die Tänzerin und Choreographin des Wuppertaler Tanztheaters.

  • Im Gespräch mit Pina Bausch
  • Pina Bausch - Eine Hommage von ARTE Kultur
  • Pina Bausch "Bamboo Blues"
  • Pina Bausch

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Pina Bausch, die große Erneuerin des Tanztheaters ist tot. Die weltberühmte Choreographin und Chefin des Wuppertaler Tanztheaters verstarb am Dienstagmorgen, nur 5 Tage nach ihrer Krebsdiagnose, im Alter von 68 Jahren.

Trauer und Konsternation herrschen in der Welt des Tanzes und bei den vielen Fans in der ganzen Welt über diesen plötzlichen Verlust. Noch vor 14 Tagen stand Pina Bausch mit ihrem Ensemble in Wuppertal auf der Bühne, das Premierenpublikum feierte sie für ihre neue Kreation mit einer standing ovation. Sie, die doch das Licht der Öffentlichkeit stets scheute.

Pina Bausch war nicht nur eine Avantgardistin des Tanztheaters, sie hat auch viele Kreateure direkt in ihrer Arbeit beeinflusst. Zu ihnen zählt Constanza Macras, die argentinische Choreographin ist aus Berlin zugeschaltet. Aber wir beginnen unserer Sondersendung mit einem Rückblick auf ein Leben ganz im Zeichen des Tanzes.
 
Biographie
Geboren 1940 in Solingen, Deutschland. Mit 15 Jahren beginnt Pina Bausch unter der Leitung von Kurt Jooss ein Tanzstudium an der Essener Folkwangschule. 1958 erwirbt sie ihren Studienabschluss; sie erhält ein DAAD-Stipendium und kann so in New York an der Julliard School of Music studieren. Sie wird Mitglied der Kompanie von Paul Sanasardi und Donya Feuer und erhält schließlich ein Engagement beim New American Ballet und an der New Yorker Metropolitan Opera. 1962 kehrt Pina Bausch nach Deutschland zurück. Ab 1968 trägt sie eigene Choreographien zum Repertoire des Folkwang-Balletts bei. Innerhalb eines Jahres wird sie künstlerische Leiterin der Kompanie. 1973 wird Pina Bausch Leiterin und Choreographin des neugegründeten Tanztheaters Wuppertal.

Offizielle Website von Pina Bausch


Programm
ARTE strahlt am Sonntag, den 5. Juli „Orpheus und Eurydike“ und „Biografie: Pina Bausch“ aus.

Sonntag, 5. Juli 2009

17:10
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Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Orpheus und Eurydike

Aus Anlass des Todes der weltberühmten Künstlerin wiederholt ARTE die „getanzte Oper“.

DETAILS

Sonntag, 5. Juli 2009 um 17.10 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Orpheus und Eurydike
(Frankreich, 2008, 110mn)
ARTE F
Regie: Vincent Bataillon
Choeographie: Pina Bausch
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Komponist: Christoph Willibald Gluck
Inszenierung: Pina Bausch
Orchester: Balthasar-Neumann Ensemble & Chor

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Im Februar 2008 stellte Pina Bausch ihre überwältigend schöne Interpretation der Gluck-Oper „Orpheus und Eurydike“ an der Pariser Opéra Garnier vor. Aus Anlass des Todes der weltberühmten Künstlerin wiederholt ARTE die „getanzte Oper“, deren eindringliche Bilder vom unausweichlichen Schicksal des Menschen, von Liebe und Tod handeln.

Der begabte Sänger, Leierspieler und Dichter Orpheus zieht mit seiner Kunst Menschen und Tiere in Bann. Er verliebt sich in die Nymphe Eurydike, die, kaum, dass sie ihm angetraut ist, an einem Schlangenbiss stirbt. Der untröstliche Orpheus steigt in den Hades, um sie zu suchen. Die Götter, von Orpheus Spiel und Gesang betört, gewähren dem Unglücklichen eine Gunst: Er darf Eurydike ins Leben zurückholen, vorausgesetzt er dreht sich erst nach ihr um, wenn sie das Tageslicht erreicht haben. Doch kurz vor dem Ziel erliegt Orpheus seinem Verlangen und dreht sich nach Eurydike um. Verzweifelt über den endgültigen Verlust seiner Geliebten, zieht sich Orpheus ins Gebirge zurückt. Die Thrakerinnen, die sich von ihm verschmäht fühlen, reißen ihn in Stücke und zerstreuen seine Glieder. Orpheus’ Kopf und die Leier werden an die Gestade der Insel Lesbos gespült, der Heimat der Dichtung. Orpheus’ Seele wandert in die Unterwelt zu der Eurydikes und der Glückseligen.
Willibald Glucks (1714-1787) Oper gehört zu den wichtigsten künstlerischen Verarbeitungen des Orpheus-Mythos. In seiner ersten Fassung dienten die italienischen Verse von Ranieri de Calzabigi (1714-1795) als Libretto; die Uraufführung fand 1762 in Wien statt. Für das französische Publikum legte Gluck seiner Oper das Libretto von Pierre-Louis Moline zugrunde.
Das ist auch die von Pina Bausch verwendete Fassung. Sie folgt der Erzählung im Wesentlichen, aber den Schluss übernimmt sie aus der italienischen Version: Orpheus stirbt an der Seite von Eurydike. Die Texte werden in der vorliegenden Inszenierung allerdings auf Deutsch gesungen.
Ihre Aufführung unterteilt Pina Bauch in vier Bilder, denen sie jeweils einen symbolischen Titel gegeben hat: Trauer, Gewalt, Friede, Tod. Das Bühnenbild von Rolf Borzik ist schlicht, das Dekor eines jeden Bildes in den Farben Schwarz, Grau oder Weiß gehalten. Auch die Kostüme nehmen dieses Prinzip der Einfachheit auf: Die Männer tanzen beinahe nackt, die Frauen tragen lange, fließende Gewänder aus durchsichtigem Stoff oder Musselin.
Es spielt das Balthasar-Neumann-Ensemble unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock. Als Solisten sind Elisabeth Kulman, Svetlana Doneva und Hélène Guilmette zu erleben, es tanzen Marie-Agnès Gillot und Yann Bridard.

Die Uraufführung von Pina Bauschs Choreographie nach Glucks „Orpheus und Eurydike“ fand 1975 in Wuppertal statt. Ein Jahr nach „Iphigenie auf Tauris“ (1974) schuf die Choreographin damit ein zweites Mal eine Gluck-Adaption in Modern-Dance-Manier. In der Spielzeit 2004/05 zeigte Pina Bausch diese legendäre Tanzoper aus den 70er Jahren erstmals an der Opéra Garnier, in einer Bearbeitung für die Tänzer des berühmten Opernhauses. Seitdem gehört das Stück zum Repertoire. Im Februar 2008 war diese Fassung im Palais Garnier wieder zu sehen, und zum ersten Mal überhaupt gestattete die Choreographin die Live-Übertragung einer ihrer Aufführungen.
„Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, sondern was sie bewegt.“ So beschrieb Pina Bausch ihren Zugang zum Tanz. Die deutsche Tänzerin, Choreographin, Tanzpädagogin und Ballettdirektorin des Tanztheaters in Wuppertal avancierte in den letzten Jahrzehnten zur Kultfigur der internationalen Tanzszene. Und gilt in der Fachwelt als die bedeutendste Choreographin der Gegenwart. Während ihre ersten Inszenierungen noch stark dem Modern Dance verpflichtet waren, änderte sich ihr Stil ab den „Sieben Todsünden“ (1976) merklich und wurde zu dem, was später ihr Markenzeichen darstellen sollte: eine Mischung aus Gesang, Pantomime, Sprache und Alltagsgesten. Ihre Vorbereitungen auf ein Stück sind ebenso berühmt geworden: So stellt sie ihren Tänzern Fragen zu unterschiedlichsten Themen und Situationen, die ihrer Intuition nach zum Stück gehören könnten. Aus den entstehenden Improvisationen sucht sie das Material aus, das etwas noch nie Gesehenes darstellt, und versucht dann, es ins entstehende Stück einzubauen. Bauschs Stücke sind somit Collagen und Bilderfolgen an der Grenze zwischen Realität und Traum.
Pina Bauschs Stücke handeln von sehr persönlichen und gleichzeitig universellen Themen: von Ängsten, Terror, Tod, Verlassenwerden, Liebe und Sehnsucht sowie dem Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Dabei sind die gefundenen Bilder so ungewöhnlich wie nur möglich. Außerdem nahm Bausch die Masken und Verhaltensweisen, die Menschen in der Gesellschaft zeigen, immer wieder gerne aufs Korn.
Die 1940 in Solingen geborene Pina Bausch konnte auf eine außergewöhnliche Karriere zurückblicken, in der sie nicht nur als Tänzerin auf den bedeutendsten Brettern der Welt getanzt, sondern auch ebendort Stücke von großer Bedeutung für die Tanzgeschichte inszeniert hat, wie zum Beispiel „Le Sacre du Printemps“ (1975), „Die sieben Todsünden“ (1976), „Café Müller“, „Kontakthof“ (1978), „Ritter Blaubart“ (1977) oder ,„Der Fensterputzer“ (1997).


Sonntag, 5. Juli 2009

19:00
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Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Pina Bausch

Aus Anlass des Todes der weltberühmten Künstlerin wiederholt ARTE dieses Porträt.

DETAILS

Sonntag, 5. Juli 2009 um 19.00 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Pina Bausch
(Deutschland, 2006, 43mn)
WDR
Regie: Anne Linsel

16:9 (Breitbildformat)

Sie wurde als die „Mutter Courage des modernen Tanzes“ gefeiert: die Choreografin Pina Bausch. Mit ihren Tanztheaterstücken wie „Blaubart“, „Nelken“ oder „Der Fensterputzer“ hat sie die Tanzgeschichte reformiert, wie kaum eine vor ihr. Am 30. 06. 2009 starb sie nach kurzer Krankheit. Im Porträt, das ARTE als Hommage an die Künstlerin ausstrahlt, spricht sie über ihre Arbeit mit dem Tanztheater Wuppertal und ihren künstlerischen Weg, der sie in viele internationale Metropolen und fremde Länder geführt hat.

Pina Bausch ist einer der größten Namen der internationalen Tanzwelt. Gastspiele führten sie und ihr Tanztheater Wuppertal seit vielen Jahren in die großen Städte in Europa, Amerika und Asien. Überall feierte die Tanzkompanie mit ihrer Leiterin Triumphe, die Vorstellungen waren im Handumdrehen ausverkauft. Auch in der Heimatstadt des Tanztheaters, in Wuppertal, gehötren stehende Ovationen zu jeder Vorstellung.
Das war nicht immer so. Denn Pina Bausch, die 1972 als Ballettchefin nach Wuppertal kam, hat mit ihren Tänzern eine neue, ungewöhnliche Körpersprache entwickelt, fern ab vom klassischen Ballett. Ein Theater aus Tanz, Sprache, Musik: das Tanztheater Wuppertal. In den Anfängen war das Publikum und mit ihm die meisten Kritiker irritiert und verstört. Tumultartige Szenen im Zuschauerraum waren keine Seltenheit.
In der Dokumentation von Anne Linsel kommt Pina Bausch ausführlich zu Wort. Sie spricht über die Anfänge des Tanztheaters und den Weg, den sie trotz aller Schwierigkeiten und Verletzungen gegangen ist, weil sie ihn gehen musste. Sie erzählt zum ersten Mal seit langer Zeit von ihren Stücken - es sind inzwischen weit über 30 Produktionen -, den Koproduktionen mit anderen Städten und Ländern sowie von den Proben und Erlebnissen während der Tourneen.
Auch einige ihrer Tänzer, Bühnenbildner Peter Pabst und Kostümbildnerin Marion Cito, alle Weggefährten seit Jahrzehnten, äußern sich zu der Arbeit mit Pina Bausch.
Gedreht hat Anne Linsel bei Gastspielen in Venedig im gerade eröffneten Teatro Fenice, in Lissabon und Brüssel. Und natürlich in Wuppertal, im Theater und bei Wiederaufnahmeproben in der „Lichtburg“, einem ehemaligen Kino der 50er Jahre.




Erstellt: 30-06-09
Letzte Änderung: 02-07-09


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