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28/01/09

Pinocchio: Theater für Kinder?

Theatr&Co im Januar


Die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Erzählung des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi wurde durch Walt Disney weltberühmt und regt immer wieder Theaterregisseure zu einer neuen Bearbeitung an: Die Rede ist von der Geschichte Pinocchios, dem kleinen frechen Jungen aus Holz, dessen Nase wächst, wenn er lügt.

Anhand dreier zeitgenössischer Inszenierungen des Pinocchio-Stoffs geht "Theatr & Co" der Frage nach, welche Rolle das Kindertheater im gegenwärtigen Theaterschaffen spielt und worin es sich vom Theater für Erwachsene unterscheidet. Es wird klar, dass es gerade das Kindertheater vermag, eine initiatorische Funktion zu erfüllen.
Sonntag, 25. Januar 2009 um 09.45 Uhr

« Vom Schatten zum Licht »

Ein Film von Brigitte Delpech. Zum Stück « Mon Pinocchio » von Didier de Calan und Jean-Pierre Lescot inszeniert von Jean-Pierre Lescot

Jean-Pierre Lescot, der seit 20 Jahren das "Théâtre Roublot" in Fontenay-sous-Bois nahe Paris leitet, gilt heute als Meister des Schattentheaters. Die Marionette, so Jean-Pierre Lescot, ist dem Theater, was die Lyrik der Literatur ist. Brigitte Delpech berichtet über Jean-Pierre Lescots Inszenierung "Mon Pinocchio".




« Unsägliche Wirklichkeit erzählen »

Ein Film von Blandine Armand. Zum Stück « Pinocchio » inszeniert von Joël Pommerat

Joël Pommerat zufolge ist die Figur des Pinocchios besonders gut dafür geeignet - besser als das Rotkäppchen -, die Verbindung zwischen Kindheit und Erwachsensein herzustellen. Pinocchio ist ein Kind von heute, mit den Wünschen von heute: Er geht nicht gern in die Schule und er mag keine armen Leute. Er möchte gern reich werden, aber ohne zu dafür arbeiten zu müssen. Er ist ein begieriges Wesen.
Pommerats Inszenierung "Pinocchio" mit der Compagnie Louis Brouillard geht der Gewichtigkeit der Aussage keineswegs aus dem Weg. Doch dieses grausame und moralische Märchen verwandelt sich unter Joël Pommerats Regie in eine beharrliche Suche nach Wahrheit, die schließlich über die Lüge siegt.





« Rebellische Puppen »


Ein Film von Stéphane Sinde. Zum Stück « Pinok et Barbie » von Jean-Claude Grumberg inszeniert von Joël Pommerat

Für Jean-Claude Grumberg bedeutet Kindheit alles andere als Geborgenheit. Er verlor früh seinen Vater, der unter dem Vichy-Regime deportiert und im Lager ermordet wurde. Eine freundliche Welt konnte er sich von da an nicht mehr vorstellen, und er hat sich nie von diesem Verlust erholt.
Das dürfte ihn zu einer düsteren Interpretation des Pinocchio-Stoffs angeregt haben. Das Puppenspiel "Pinok et Barbie", eine Hommage an Carlo Collodi, spielt im afrikanischen Bürgerkrieg, an dem auch Kindersoldaten teilhaben. Lisa Wurmser hat Jean-Claude Grumbergs Text in Szene gesetzt.


Theatr & Co
Montag 7. November 2011 um 06.10 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 51mn)
ARTE F

Erstellt: 18-09-08
Letzte Änderung: 28-01-09


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