Mit Viviana Herrera, Andres Ulloa, Aline Küppenheim, Coca Guazzini, Jorge Alis,
- Synopsis
Cristina liebt es, durch Santiago de Chile zu streifen, einfach so, spazieren zu gehen. Dabei findet die Krankenpflegerin eines Tages die Aktentasche des Architekten Tristan, die dieser nach seiner spontanen Entlassung weggeworfen hat. Sie macht den Besitzer ausfindig und folgt ihm...- Kritik
PLAY ist der erste Spielfilm von Alicia Scherson, die sich vorher viel mit Videokunst und experimentellen Kurzfilmen beschäftigte. Man spürt den positiven Einfluss, den diese freie Auseinandersetzung mit Medien und Kunst auf ihr Spielfilmdebüt ausübte. Obwohl es durchaus eine festgelegte Handlung gibt, lässt sich Cristina größtenteils durch Santiago de Chile treiben, und wir treiben mit ihr. Sie geht spazieren mit riesigen Kopfhörern auf ihrem langen schwarzen glatten Haar. Immer wenn sie diese aufsetzt, erlaubt sich Alicia Scherson einen Kunstgriff, einen speziellen Toneffekt. Der Alltagslärm verschwindet dann und es wird völlig still. Dann setzt Musik ein - als seien wir mit ihr unter ihrem riesigen Kopfhörer gelandet. Bisweilen verwöhnt uns der Soundtrack des Films auch mit Mapuche-Musik, die sich durch die Verwendung vieler Trommeln und einen ungewöhnlichen Rhythmus auszeichnet.Cristina stammt tief aus dem Süden Chiles, aus einer Mapuche-Indio Familie. In den Vierteln der Reichen in Santiago de Chile wird sie gar nicht wahrgenommen. Wegen ihrer dunkleren Hautfarbe wird sie als Dienstbotin übersehen. So kann sie unbemerkt Tristan verfolgen, ihm stets dicht auf den Fersen sein, und wird doch nicht enttarnt. Alicia Scherson lässt sich Zeit, viel Zeit, ihrer Protagonistin zu folgen, und sie erklärt nicht, was diese im Sinn hat.
Lässt man sich ein auf dieses langsame Treiben, so lässt sich dieser Film unendlich genießen. Kameramann Ricardo de Angelis hat schlichte poetische Bilder gefunden, in einer sommerlichen Atmosphäre, die die Leichtigkeit wiedergeben, mit der sich Cristina ihrem Leben zuwendet. Tristan hat es da viel schwerer, obwohl er in ein reiches Umfeld geboren ist. Als er arbeitslos wird, flüchtet er in sein Kinderzimmer in der feudalen Villa seiner blinden Mutter, die ihr Leben mit einem jüngeren Liebhaber, einem Zauberer genießt. All das sehen wir auch aus Cristinas Perspektive, die versteckt hinter Mauern das Leben Tristans recherchiert. Irgendwann begegnen sie sich, die Frau, die soviel über ihn weiß und er, der sie noch nie zuvor wahrgenommen hat.In Chile wurde diese wunderbare Alltagsgeschichte als Bester Film des Jahres und für die beste Regie ausgezeichnet. In Havanna, Montreal und Nantes gewann er den Publikumspreis. PLAY lebt vor allem von seiner Hauptfigur Cristina, eines auf den ersten Blick unscheinbaren und stillen Mädchens, das Viviana Herrera ganz wunderbar verkörpert. Alicia Scherson: „Viviana hat eine Figur erschaffen, die man zuerst für unterwürfig halten mag, die aber ungeheuere innere Stärke in sich trägt. Die man im Lauf des Films mit anderen Augen sieht.“
Nana A.T. Rebhan






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Märchenhaft schöne Begegnung zweier Menschen in Santiago de Chile
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