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Lange Zeit waren die Wälder und Seen Polens Eigentum von König und Adel. Im 19. Jahrhundert fielen sie unter die Herrschaft des russischen Zaren Alexander II. Um die polnischen Adeligen für ihre Freiheitskämpfe zu bestrafen, erweiterte er das Fischereirecht auf den Seen auf die Bauern, die ihm gegenüber loyal geblieben waren. Dieses besondere Fangrecht wurde bis heute nicht offiziell aufgehoben, weshalb die heimischen Familien weiter darauf bestehen – auch wenn der Staat die Seen und Wälder inzwischen privat verpachtet hat. Pächter und Anlieger sehen sich beide im Recht, und das polnische Gesetz bietet keine klare Lösung. So müssen Jung-Unternehmer wie Andrzej Falkowski allein sehen, wie sie mit dem Problem fertig werden.
Eine Strategie besteht darin, potenzielle Fischdiebe und Wilderer zu beschäftigen, ihnen Arbeit und damit Brot zu verschaffen. Leszek Michalkiewicz, Bauer und Vater von fünf Kindern, ist einer davon. Er hat gelernt, sich im Leben durchzuschlagen. Sein brüchiges Haus hat er zu sozialistischen Zeiten selbst gebaut, die Mangelwaren Zement und Holz gegen illegal geschossenes Wild oder heimlich gefangenen Fisch getauscht.Seine sieben Hektar Getreideacker bringen nur kümmerlichen Ertrag. Der Boden der Region ist sandig, Industrie hat sich in dem Grenzdreieck zwischen Polen, Litauen und Weißrussland nie entwickelt. Die Fische seines Chefs lässt Michalkiewicz inzwischen zwar in Ruhe, die anderen Bauern bedienen sich aber weiterhin: Am Morgen finden Andrzej Falkowski und sein Sohn immer wieder leere, mit dem Messer zerschnittene Netze in ihren Seen. Um endlich eine Lösung für den schwelenden Konflikt zu finden, ist nun mit den Nachbarn ein Treffen angesetzt. Erstmals sollen sich die verfeindeten Parteien gegenüber treten.
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Über den Naturschutzpark „Wigierski Park Narodowy“







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