Eigentlich ist Porto eine geteilte Stadt; und Schuld daran ist der Douro. Die hoch über dem Douro thronende Dom-Luís-Brücke jedoch macht die Trennung wieder wett und verbindet das eigentliche Porto mit seinen malerischen Gassen, kleinen Fischrestaurants, winzigen Geschäften und auch den offiziellen Gebäuden mit Vila Nova de Gaia, der Hauptstadt der Portweinherstellung. Dass hier der Portwein zu Hause ist, daran gibt es keinen Zweifel, denn schon von der Altstadt aus erkennt man die großen Marken des Portweins am gegenüberliegenden Ufer. Übrigens sind die meisten Portweinhersteller keine Portugiesen, sondern Engländer und Niederländer, also Nachfahren der großen Seefahrernationen. In Vila Nova de Gaia selbst findet nur die Herstellung des Portweins statt; dieser Stadtteil liegt auf der Nordseite von Porto und ist somit für eine kühle Lagerung der Weine ideal. Die Weinberge allerdings finden sich viel weiter flussaufwärts am Douro. Hier windet sich der Fluss durch enge, kleine Täler. Etwa 80 Rebsorten wachsen am Douro, und zwar auf einem Boden, der hauptsächlich von Steinen und Schiefergestein geprägt ist. In den Weinbergen werden die Trauben geerntet und der Jungwein wird vergoren. Erst danach transportiert man ihn nach Porto.
Was den Wein zum Portwein macht, ist die Zugabe von Branntwein, der dem Most zugegeben wird, um die Vergärung zu stoppen. Der restliche Zucker verwandelt sich dann also nicht in Alkohol. Aus diesem Grund hat der Portwein einen süßlichen Geschmack.Dieses Verfahren stammt von den Engländern, die im 18. Jahrhundert den portugiesischen Wein mit Schiffen in ihre Heimat transportieren wollten und ihn auf diese Weise konservierten. Die Barcos Rabelos, die früheren Portweinschiffe, liegen heute noch als Souvenir an diese Zeit im Hafen von Porto.
Rote Portwein-Trauben sind die Tinta Amarela, Tinta Barocca, Tinta Cão, Tinta Roriz oder Touriga Francesa. Unter den weißen Trauben sind Encruzado, Folgosão, Gouvei und Esgana Cão zu nennen.
Die unterschiedlichen Portwein-Typen unterscheiden sich durch ihre Trauben, den Verschnitt, die Dauer der Reifung im Fass oder in der Flasche. Verschnittene Portweine sind White Port, Ruby und Tawny, Vintage, LBV und Colheita sind Weine eines Jahrganges. Mehr zu den einzelnen Typen:
-Tawny: Der Bernstein bis mahagonifarbenen Wein lagert etwa drei Jahre im Fass, bevor er in Flaschen abgefüllt wird. Er schmeckt elegant und nicht sehr süß.
-Fassgereifter Tawny: Dieser Tawny reift 10 bis 40 Jahre im Fass und sollte nach der Abfüllung in Flaschen bald getrunken werden.
-Ruby: wird nach mindestens zwei Jahren im Fass zur weiteren Flaschenreifung abgefüllt. Er wird aus mehreren Jahrgängen jüngerer Weine verschnitten und eignet sich als Aperitivwein.
-White Port: reift mindestens 18 Monate im Holzfass oder Stahltank; er wir aus diversen weißen Trauben hergestellt. White Port hat ein frisches Bouquet und einen trockenen, nussigen Geschmack; er ist ebenfalls als Aperitivwein geeignet.
-Vintage: Der unverschnittene Vintage wird nur in den besten Jahren und aus den besten Lagen hergestellt. Nach einer 2- bis 3-jährigen Fasslagerung reift er in der Flasche weiter. Oft erreicht der Wein nach über 20 Jahren Flaschenreifung seinen besten Geschmack.
-Late Bottled Vintage (LBV): Der LBV wird 4 bis 6 Jahre nach der Ernte abgefüllt. Er ist früher ausgereift als der Vintage (nach 5-6 Jahren) und auch preiswerter. Er wird ebenfalls nur aus einem einzigen Jahrgang hergestellt.
-Colheita: Der Colheita reift etwa 10 Jahre im Holzfass; er ist ein Jahrgangsport, aber nach der Fassreifung sofort trinkbar.
Text: Steffi Illinger, Katja Dünnebacke






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