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04.01.05 UM 20.00 / ARTE KULTUR - 05/01/05

Porträt der palästinensischen Sängerin Kamilya Jubran

Palästina-Reihe (2/6)


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Fortsetzung unserer Serie anlässlich der Präsidentschaftswahlen in den Palästinensergebieten am kommenden Sonntag mit einem Porträt der Sängerin Kamilya Jubran. Kamilya Jubran ist eine Palästinenserin mit israelischem Pass, ihr Heimatdorf in Galilea wurde 1948 von Israel anektiert. Vor vier Jahren hat sich Kamilya Jubran für ein freiwilliges, kreatives Exil entschieden. Sie lebt heute zwischen Paris und Bern. Wir trafen die Frau mit der melancholischen Stimme und ihren Musiker Werner Hasler in dem Musikcafé Pois Chiche in Lausanne.

Reportage sehen

Wie eine Fremde auf dieser Welt
Wie eine Fremde auf dieser Welt
Bin ich durch Ost und West gereist
Ohne meine Heimat zu finden


Kamilya Jubran: "Ich suche Texte, die ein echtes Engagement ausdrücken oder das Geschehen aus einem ehrlichen Blickwinkel betrachten. Ich interessiere mich auch für das, was heute geschrieben wird, was die Schriftsteller heute zu sagen haben. Nicht nur die arabischen Schriftsteller, sondern Schriftsteller aus der ganzen Welt...
Vor drei Jahren zum Beispiel habe ich Paul Shaoul in Jordanien getroffen. Dieser libanesische Dichter hat sehr viel darüber geschrieben, wie die Menschen während des Bürgerkriegs im Libanon gelitten haben. Seine Texte sind Ausdruck des Wahnsinns und des Leidens, das Menschen innerlich zerreisst."


Alles, was die Seele berauscht
und sie zur Extase führt
ist ein Kind unserer Bewegungen





Kamilya Jubran: "Ich bin mit meiner Gruppe "Sabreen" auf Tournee gegangen - durch Palästina, nach Jerusalem und durch mehrere andere Länder. Dabei ist mir klar geworden, dass ich gerne von zu Hause fortgehe, dass ich gerne Grenzen überschreite, um aus diesem Gefängnis auszubrechen. So kann ich Menschen begegnen, frei denken, die Dinge mit gewissem Abstand betrachten und Leute wie Werner Hasler treffen...
Ich glaube, man trifft den Kern des Problems, wenn man über die Beziehungen zwischen den Palästinensern und dem Staat Israel spricht. Diese Beziehungen sind nicht gut. Beide Lager stehen sich leider feindlich gegenüber. Auf beiden Seiten müsste eine zivile Bewegung entstehen, denn über die Politik läuft nichts. Im Moment ist die Situation für alle sehr schwierig. Man muss es anders versuchen. Ich weiss aber nicht wie. Man muss diese Barriere des Misstrauens durchbrechen. Man muss neues Vertrauen schaffen, aber wie, weiss ich nicht. Es gibt ja Gruppen vor Ort, die auf beiden Seiten versuchen, die Menschen einander näher zu bringen. Das ist eine sehr mühselige Angelegenheit, aber vielleicht ist das die Lösung."



Reportage: Evelyn Herber, Frédéric Bak, Marc Reichert, M. Boetsch

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Kurzbiographie
Die Künstlerin wurde 1963 in Akko geboren. Ihre Eltern stammen aus dem kleinen palästinensischen Dorf al-Rameh, nördlich von al-Jaleel gelegen. Ihr Vater, ein Instrumentenbauer und Musiklehrer, vermittelte ihr die ersten Grundbegriffe einer klassisch-arabischen Musikausbildung und führte sie an diese heran. Mehr als 20 Jahre lang gehörte Kamilya Jubran der Gruppe "Sabreen" an und prägte die Musik mit ihrem Gesang und ihrem Spiel auf dem Qanun und anderen östlichen Instrumenten. Im Jahr 2002 ließ sie sich in Frankreich nieder und komponierte ihr erstes Soloalbum. Kamilya Jubran verkörpert ein lebendes künstlerisches Gedächtnis der palästinensischen Kultur.


Links
>> offizielle Website von Kamilya Jubran
>>> Mit Hörbeispielen, einer Biographie (auf Englisch), Pressestimmen...
>> Kamilya Jubran auf den Seiten der Generaldelegation Palästinas in Deutschland
>> Pressefotos von Kamilya Jubran von Oliver Gassner (©)
>> Website der Sabreen Association for artistic development

Café théâtre Le pois chiche
Avenue de Morges 119
1004 Lausanne
>> Website Le Pois Chiche

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ARTE Kultur
Von Montag bis Samstag um 20.00
Angaben unter Vorbehalt

Erstellt: 04-01-05
Letzte Änderung: 05-01-05