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Angelin Preljocaj: eine Biographie - 23/03/03

Preljocaj: eine Biographie

DAS BALLET PRELJOCAJ

Die im Dezember 1984 gegründete Compagnie Preljocaj wird 1989 zum Centre chorégraphique national de Champigny-sur-Marne et du Val-de-Marne.

Nachdem es 1996 zum Ballet Preljocaj – Centre chorégraphique national de la région Provence-Alpes-Côte d’Azur, de la ville d‘Aix-en-Provence et du département des Bouches-du-Rhône geworden ist, hat das Ballett heute seinen Sitz in der Cité du Livre in Aix-en-Provence.

Seit der Gründung seiner Compagnie, die heute aus 24 Tänzern besteht, hat Angelin Preljocaj mehr als zwanzig Stücke choreographiert, von denen das Ensemble gegenwärtig acht im Repertoire hat, und zwar von Duetten bis hin zu großen Inszenierungen.

Zu den Prioritäten des Balletts, das bewusst zeitgenössisch und auf die Entwicklung neuer Choreographien ausgerichtet ist, gehört die Verbreitung seines Repertoires innerhalb und außerhalb Frankreichs.

Angelin Preljocaj zählt heute zu den europäischen Choreographen, die einen sehr guten internationalen Ruf genießen.

Als Angelin Preljocaj das Ensemble von Dominique Bagouet verlässt, überrascht er durch die Wahl seiner Themen: die Bildhauerkunst bei Denkmälern in A nos héros (1986), der Heldenmut der Johanna von Orleans in Hallali Romée (1987) und die Einsamkeit des Geschlechts in Liqueurs de chair (1988). Zuvor hatte er den Concours de Bagnolet gewonnen mit Marché Noir, einem satirischen Stück, mit dem er seine Meinung zu Wettbewerben im Allgemeinen ausdrückte. Bereits bei Larmes blanches (1985) ist sein Stil erkennbar: musikalisch, abstrakt, selbstsicher. Er setzt sich damals ein hohes Ziel: Seine Art des Tanzes soll in die Geschichte des Balletts, wie es seit dem XVII. Jahrhundert existiert, eingehen. Dabei akzeptiert er sein musikalisches Erbe.

So choreographiert er 1990 für das Ballett der Lyoner Oper Romeo und Julia mit einem Bühnenbild von Enki Bilal und dann 1994 Le Parc für das Ballett der Pariser Oper, eine schwierige Reise im Land der “Carte du Tendre”. Schließlich bekommt er vom Ballet de Nancy den Auftrag, Larmes blanches für 1997 neu zu inszenieren. Von diesem Geist beseelt, präsentiert er 1993 unter dem Titel Hommage aux Ballets Russes eine Neuinszenierung von Noces, Parade und Spectre de la Rose. Zunächst auf dem Festival von Châteauvallon und dann in Avignon wird sein Ballett auf der Grundlage eines Libretto des Schriftstellers Pascal Quignard uraufgeführt: L’Anoure (1995), eine gelungene und kühne musikalische Tragödie. Preljocaj hat in zehn Jahren einen eigenen, einen besonderen Weg zurückgelegt.

La danse d’Angelin Preljocaj von Dominque Frétard
Auszug aus La danse en France 1996 – Chronique de l’AFAA

Ab 1996 – in diesem Jahr lässt sich das Ballett in Aix-en-Provence nieder – ändert er entschieden seinen Stil. Er lässt den Bezug zu den Klassikern beiseite und beginnt, den Text als phonische Tatsächlichkeit zu untersuchen, in der die Stimme zwischen Mündlichkeit und Sprache die Quelle für die Metamorphose der Körper ist. Zudem wagt er es, sowohl die Kunst als auch den Geschmack in einem Zyklus von drei Werken zu hinterfragen: 1997 Paysage après la bataille für das Festival d‘Avignon, 1998 Casanova, eine Auftragsarbeit für die Pariser Oper, und 1999 Personne n’épouse les méduses.

Zur gleichen Zeit erobert er 1997 das amerikanische Publikum mit der für das New York City Ballet geschriebenen Choreographie La Stravaganza und gewinnt nach einer großen Tournee in den Vereinigten Staaten mit dem Duett Annonciation die Bessie Awards.

In einer Zeit, in der Virtualität, digitale Bilder und der Zerfall des Tanzes vorherrschen, entwickelt er Portraits in corpore (2000), ein choreographisches Werk, in dem ein Dialog zwischen den Körpern der Tänzer und ihrem Bild entsteht. Er führt diesen Ansatz in seinen neuesten Stücken, MC 14/22 (ceci est mon corps) und Helikopter, fort.

Im Herbst 2001 wird Le Sacre du printemps, eine im Mai 2001 entwickelte deutsch-französische Koproduktion mit Tänzern des Ballet Preljocaj und der Berliner Staatsoper unter der Leitung von Daniel Barenboim, wieder ins Repertoire des Ensembles aufgenommen.

Erstellt: 14-09-04
Letzte Änderung: 23-03-03