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Im Reich der Samurai

Eine einzigartige Kollektion von fünf Spielfilmen aus verschiedenen Jahrzehnten erzählt vom Leben der furchtlosen Krieger – den Samurai.

Im Reich der Samurai

15/04/10

Programmschwerpunkt "Japan"

Filmreihe "Im Reich der Samurai"


Die Samurai waren über Jahrhunderte die in Japan herrschende Klasse. Sie beeinflußten maßgeblich die Kultur, die Lebensweise und natürlich auch die Kampfkünste im "Reich der aufgehenden Sonne".

  • Trailer zu "Im Reich der Samurai"

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Samuraifilme haben eine lange Tradition. Schon zur Stummfilmzeit gab es Filme, die von Abenteuern dieser Mitglieder des japanischen Kriegerstandes handeln, zum Beispiel Masahiro Makinos "Jobless Samurai" ("Rônin-gai - Dai-ichi-wa: Utsukushiki emono") aus dem Jahr 1928.
Spätere Samuraifilme, insbesondere Produktionen nach dem Zweiten Weltkrieg, konzentrierten sich auf düstere, gewalttätige Charaktere. Die Filme wurden Action-betonter und "körperlicher". In Samurai-Epen wurde der kriegerische Aspekt, wurden Tod und Gewalt, gleichsam psychologisch ausgelotet.
Vor allem dem Regisseur Akira Kurosawa gelang die Stilisierung durch Übertreibung. Der Samurai wurde in Folge zum Einzelkämpfer, zum einsamen mit psychologischem Ballast beladenen (Anti-)Helden, im moralischen Zwiespalt mit den eigenen kämpferischen Fähigkeiten.
In Japan findet der Ausdruck "chanbara", auch "chambara", Verwendung zur Bezeichnung des Genres. Damit sind wortwörtlich "Schwertkampffilme" gemeint, ein indirektes Äquivalent zu den westlichen "Mantel-und-Degen-Filme". "Chanbara" ist eine Unterkategorie von "jidaigeki", auch "jidai-geki", was so viel bedeutet wie "historisches Drama".

Zeitlich verortet ist das Genre inhaltlich überwiegend in der Edo- oder Tokugawa-Ära (1603-1868), dem japanischen "Zeitalter des Kriegeradels". Das Leben der Samurai folgt klaren festgelegten Regeln, es handelt sich um einen allumfassenden Lebensstil. Viele Samuraifilme konzentrieren sich auf das Ende der Edo- oder Tokugawa-Epoche und verhandeln die Schwierigkeiten herrenloser Samurai, sogenannter "Rōnin", mit den gesellschaftlichen Veränderungen und der resultierenden veränderten Wahrnehmung ihres Standes in der Gesellschaft zurechtzukommen.

Samuraifilme wurden beständig bis in die frühen 1970er Jahre hergestellt, dann setzten das thematische Überangebot im Fernsehen, das hohe Alter der früheren Stars des Genres und die allgemeine Stagnation der japanischen Filmindustrie dem großen Erfolg ein Ende.

Doch das Genre lebt fort. Neuere Produktionen wie Takeshi Kitanos "Zatôichi" aus dem Jahr 2003 und Filme von Yoji Yamada pflegen die Tradition.


Simon Ofenloch

Erstellt: 19-02-10
Letzte Änderung: 15-04-10