25/06/04
Europa sehen und erleben
Editorial von Jerôme Clément, ARTE-Präsident
Wenn am 1. Mai zehn neue Länder und damit 105 Millionen zusätzliche Bürger der Europäischen Union beitreten, beginnt zweifellos etwas Großartiges. Europa erweitert sich und bildet einen neuen öffentlichen Raum, den drittgrößten der Welt nach China und Indien. Für diesen Raum wird die Verbreitung von Ideen, Werken, Bildern und mit ihr der Dialog der Kulturen von zentraler Bedeutung sein.
In dem neuen europäischen Raum kommt dem Fernsehen, wie wir es bei ARTE anstreben, das heißt als Spiegel der Gesellschaft und Fenster zur Welt, eine wichtige Aufgabe zu.
Wir haben uns durch Partnerschaftsvereinbarungen und Koproduktionen mit Sendern in Belgien, Österreich, Spanien, Polen, Finnland, der Schweiz, Schweden und Großbritannien darauf vorbereitet. Darüber hinaus bieten wir den Mittelmeernachbarn Europas ein Schaufenster unserer Kulturen und ein Medium des interkulturellen Dialogs, der angesichts des wachsenden Sektierertums so dringend notwendig ist.
Ein Drittel unseres Programms wird aus Deutschland, ein Drittel aus Frankreich geliefert, und das letzte Drittel kommt wohlgemerkt bereits jetzt aus den anderen europäischen Ländern und der übrigen Welt. Unser Programm wird in einem großen Teil Europas ausgestrahlt und jede Woche von 20 Millionen Menschen gesehen; auf diesem Weg soll es weitergehen.
ARTE hat den festen Willen, seine führende Rolle als europäisches Qualitätsfernsehen zu behaupten, das auf Austausch orientiert ist, strikt auf kulturelle Vielfalt achtet und die Zusammenarbeit zwischen allen Gleichgesinnten der europäischen Fernsehwelt vorantreibt.
Das stellt unser Programmangebot für die nächste Zeit mit seiner Verbindung aus Geschichte, Information, Diskussion und Kultur gut unter Beweis. Wir hoffen, dem bevorstehenden Großereignis damit voll und ganz gerecht zu werden.
Jérôme Clément
Erstellt: 05-05-04
Letzte Änderung: 25-06-04