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22/09/06

Quälende Begleiter – Was tun bei chronischen Schmerzen?

Akute und chronische Schmerzen
Bei Schmerzen wird je nach Schmerzdauer nach akuten oder chronischen Schmerzen unterschieden. Akute Schmerzen sind momentan auftretende Schmerzen von nicht allzu langer Dauer. Sie haben häufig eine Warn- oder Alarmfunktion, der Körper meldet, das etwas nicht in Ordnung ist, wie zum Beispiel bei einer Verletzung.
Langandauernde, chronische Schmerzen haben diese Funktion nicht mehr. Sie sind immer vorhanden, selbst dann, wenn der ursprüngliche Auslöser, etwa ein Unfall oder eine Operation, schon lange überstanden ist.
Die Ursache dafür ist das sogenannte Schmerzgedächtnis. Dieses kann der Körper ausbilden, wenn Schmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen und unbehandelt bleiben. Die Nervenbahnen, die den Schmerzimpuls durch den Körper leiten, werden dadurch ständig gereizt, erfahren so etwas wie einen dauerhaften Trainingseffekt. Die Schmerzen verselbständigen sich.
Chronische Schmerzen können viele unterschiedliche Auslöser haben. Dazu zählen vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparats, also der Knochen und Gelenke. Ebenso können Krebsgeschwulste oder organische Defekte chronische Schmerzen auslösen.

Diagnose
Voraussetzung für eine erfolgreiche Schmerztherapie ist eine differenzierte Diagnose. Diese umfasst eine gründliche körperliche Untersuchung des Patienten sowie eine Zuordnung der Schmerzen zum ursprünglichen Auslöser. Außerdem muss der Schmerztyp bestimmt werden. Dabei muss der Arzt feststellen, ob der Schmerz eine dauerhafte körperliche Ursache, zum Beispiel einen Tumor, hat, es sich um eine Fehlfunktion der Nerven oder der Schmerzrezeptoren im Gehirn handelt oder eine ganz andere Ursache vorliegt. Außerdem dürfen auch psychische und soziale Komponenten, die das Schmerzempfinden eventuell verstärken können, nicht außer Acht gelassen werden. Bei besonders intensiven chronischen Schmerzen ist es sinnvoll, einen Facharzt, den Schmerztherapeuten, aufzusuchen.

Therapie
Chronische Schmerzen werden auf verschiedenen Ebenen bekämpft. Dazu hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Stufenprogramm entwickelt, das die unterschiedliche Wirksamkeit von Medikamenten in ein dreigeteiltes Schema einordnet. Nehmen die Schmerzen des Patienten trotz Behandlung zu, so wird ein Schmerzmittel aus der nächsthöheren Stufe verwendet:

  • die erste Stufe besteht aus schwachen Schmerzmitteln. Hier sind Medikamentenwirkstoffe wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Paracetamol oder Diclofenac vertreten
  • die zweite Stufe beinhaltet mittelstarke morphinähnliche Mittel, sogenannte schwache Opiate. Dazu zählen die Wirkstoffe Tramadol, Tilidin und Naloxon.
  • in der dritten Stufe werden Morphin und andere morphinähnliche Schmerzmittel eingesetzt. Das sind Wirkstoffe wie beispielweise Morphinsulfat, Buprenorphin oder Fentanyl

Vorbeugung
Eine sinnvolle Vorbeugung für den chronischen Schmerz gibt es nicht. Allerdings kann der Betroffene selbst einiges dazu beitragen, dass leichte bis mittelstarke Schmerzen nicht schlimmer werden oder sich gar zu chronischen Schmerzen entwickeln. Tauchen die Schmerzen auf, dann versuchen Sie, sich mit Dingen, die Ihnen besonders viel Spaß machen, abzulenken. Kapseln Sie sich bei Schmerzattacken nicht ab. Der Freundeskreis hat häufig viel mehr Verständnis für Schmerzgeplagte als es die Betroffenen glauben. Und gehen Sie möglichst rechtzeitig zu einem Arzt. Denn ein früh behandelter Schmerz hat gute Chancen, keine chronischen Beschwerden zu machen.


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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Mittwoch, 27. September um 12.05 Uhr
Wiederholung vom 25. Oktober 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 21-10-05
Letzte Änderung: 22-09-06